[ Werbung ]

Nach dem offenen Ende von „8 DAYS: Emiliana“ war ich sehr gespannt, wie es mit den beiden Protagonisten weitergehen würde. Hier sei auch gleich eine Warnung angebracht: Es handelt sich bei dem folgenden Buch um den zweiten Teil einer Serie. Bitte nur lesen, wenn euch das nicht stört oder aber ihr Band 1 schon kennt.

In meiner Rezension „8 NIGHTS: Jeremy“ von Tanja Wagner enthülle ich, ob mich die Fortsetzung ebenfalls umhauen konnte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Tanja Wagner erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

8 NIGHTS: Jeremy von Tanja Wagner
© Cover: Tanja Wagner

Infos zum Buch
erschienen bei Books on Demand
Veröffentlicht 26. März 2022
ca. 240 Seiten
Band 2 der Serie „8“
erhältlich als gebundenes Buch, Taschenbuch und eBook
 

Klappentext

Vier Monate sind vergangen seit Jeremy Adams wegen sexueller Nötigung einer jungen Frau, namens Emiliana Brooks, in einem luxuriösen Haus auf Staten Island angeklagt worden ist.

Dann kommt das völlig Unerwartete – Freispruch! Mit nur einem Hammerschlag erhält er sein vorheriges Leben zurück. Frau, Job, Haus … Doch will, beziehungsweise kann er das?

In nur acht Tagen zog die verruchte Floristin ihn in einen teuflischen Bann und die Gedanken an sie rauben ihm nicht nur den Schlaf, sondern regelrecht den Verstand. Pure Besessenheit, von der es kein Entkommen gibt!

Emiliana hingegen flieht, als die Medien über die Freilassung des Repo-Man aus Manhattan berichten, doch sie unterschätzt ihre Situation. Als sie mitten in der Nacht gefesselt und geknebelt erwacht und nicht weiß, wo sie sich befindet, ist ihr sofort bewusst, dass es sich um Rache handelt.

Was Emiliana jedoch unmöglich ahnen kann, ist, dass in den folgenden Nächten Traum und Albtraum ineinander verschwimmen werden. Jeremy ist sich auf erschreckende Art und Weise sicher, dass gewisse Grenzen längst überschritten wurden und sein Entschluss steht fest!

Wenn die blutroten Lippen dieser Frau das Tor zur Hölle sind, dann wird er von nun an ihr Teufel sein …

Unvorhersehbar – Dominant – Intensiv!

© Klappentext: Tanja Wagner

„8 NIGHTS: Jeremy“ passte optisch hervorragend zu seinem Gegenstück „8 DAYS: Emiliana“. Da sie zusammen eine Einheit bilden, ist es für interessierte Lesende ratsam, mit dem ersten Teil der Serie zu beginnen, bevor „8 NIGHTS: Jeremy“ gelesen wird. Theoretisch könnte dieses Buch auch unabhängig gelesen werden, allerdings erschließt sich das starke Band zwischen den beiden Protagonisten Jeremy und Emiliana dann nicht vollständig.

Ich hatte sofort beim Lesen wieder einen Zugang zu den vorherigen Ereignissen und den Protagonisten, da Tanja Wagner die letzte Szene aus „8 DAYS: Emiliana“ noch einmal wiederholte. Sofort spürte ich wieder diese besondere Atmosphäre und das Gefühl, welches ich nach dem Lesen des ersten Bandes hatte. Mir gefiel außerdem, dass ich die fehlenden Puzzlestückchen der vorangegangenen Geschehnisse aus Jeremys Perspektive geschildert bekam, sodass Band eins einen würdigen Abschluss fand und ich mich voll auf die kommenden acht Nächte zwischen Jeremy und Emiliana freuen konnte.

Während im ersten Teil der Schwerpunkt auf Emiliana und ihren Handlungen lag, stand in „8 NIGHTS: Jeremy“ nun der männliche Protagonist im Vordergrund. Durch die auktoriale Erzählperspektive war ich nicht nur mittendrin in diesem gefährlich sündigen Spiel zwischen Jeremy und Emiliana, sondern die dynamischen Perspektivwechsel innerhalb der Kapitel sorgten zusätzlich dafür, dass ich die Emotionen der beiden unverfälscht bei mir ankamen. Einen besonderen Reiz machten die Perspektivwechsel immer dann aus, wenn sie rasch aufeinanderfolgten, sodass die Szenerie besonders anschaulich wirkte. Nie hatte ich das Gefühl, den Überblick zu verlieren, da sich alles beim Lesen sehr natürlich anfühlte.

Insgesamt wurde die Anzahl der Charaktere bei „8 NIGHTS: Jeremy“ im kleinen Rahmen gehalten, sodass ich mich komplett auf die beinah schon toxisch wirkende Beziehung zwischen Jeremy und Emiliana konzentrieren konnte. Besonders gut gelungen fand ich, dass sich „8 NIGHTS: Jeremy“ ganz klar vom ersten Band abhob. Während die Geschehnisse in „8 DAYS: Emiliana“ wirkten wie ein bedrohlicher Tanz auf einem kurz vor der Explosion stehenden Vulkan und jede Menge unkonventioneller erotischen Szenen bot, war „8 NIGHTS: Jeremy“ anders. Anfänglich wirkten die Ereignisse eher beschaulich, beinahe ruhig, während die lustvollen Szenen schon verflucht heiß waren. Doch Stück für Stück machte diese Geschichte genau wie ihre Protagonisten eine spannende Wandlung durch. Besonders Jeremy, den ich im ersten Buch nicht richtig greifen konnte, zeigte hier, was in ihm steckte. Ich war begeistert von ihm und seinem Versuch, die wilde, abgedrehte und leicht psychopathische Emiliana zu bändigen.

Oh ja, bei „8 NIGHTS: Jeremy“ machte besonders dieses Spiel ohne Vernunft den größten Reiz aus. Emiliana blieb sich dabei erfrischend treu, was die Atmosphäre ordentlich anheizte, denn Jeremy ließ sich keine ihrer Herausforderungen entgehen. Mit einer Härte und Dominanz, die ich ihm nicht zugetraut hätte, setzte er sein Vorhaben geschickt um, reagierte auf Abweichungen galant und blieb dennoch ein Typ, den ich absolut sympathisch empfand.

Die Atmosphäre in „8 NIGHTS: Jeremy“ konnte sich mitunter schlagartig ändern, überraschende Wendungen trieben die Spannung immer wieder in die Höhe und sorgten dafür, dass ich selten eine Ahnung hatte, was als Nächstes geschehen würde. Mir war durchaus bewusst, dass sich das Ganze auf einen besonderen Showdown zu bewegen würde, doch das, was mich dann erwartete, war unvorhersehbar. Mit einem Mal hatte ich das Gefühl, mitten in einem Thriller zu sein, die Ereignisse überschlugen sich und spitzten sich dramatisch zu. Gebannt verfolgte ich alles bis zum Schluss und muss sagen, dass das Ende einfach nur absolut passend zur gesamten Serie gewesen ist. Besonders habe ich es geliebt, dass ich hier kein kitschiges Hollywoodende vorgefunden habe.
Eins muss dem Lesenden aber ganz klar bewusst sein. So schön fließend und angenehm Tanja Wagners Schreibstil auch war, so ungeschönt ehrlich schilderte sie gnadenlos sündige erotische Szenen oder brenzlige Situationen. Die Bildgewaltigkeit der Worte überließ rein gar nichts der Fantasie. Ich mochte das sehr, ist aber nicht der Geschmack von allen. Ihr solltet schon explizite Szenen mögen, egal ob voller Gewalt oder unbändiger Lust.

8 NIGHTS: Jeremy von Tanja Wagner
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein leidenschaftliches Spiel ohne Vernunft, jedoch mit viel Dominanz, sinnlich gefährlichen und toxischen Augenblicken.

Lesen:

Wenn ihr Lust auf eine völlig andere Art der Erotik-Thriller Literatur habt und im besten Fall schon „8 DAYS: Emiliana“ kennt.

Weglegen:

Wenn ihr keine eindeutigen erotischen und brutalen Ereignisse lesen möchtet, dann unbedingt die Finger von diesem Buch lassen.

Mal ehrlich:

Auf „8 NIGHTS: Jeremy“ habe ich mich schon riesig gefreut. Ich war so voller Hoffnung auf Jeremy, dass er die psychopathisch veranlagte Femme fatale Emiliana bändigen würde und ihr mal ordentlich Anstand beibringen würde.
Ich bekam eine Story, die ich so nie erwartet hätte und die am Anfang so schön harmlos begann, dass ich mich fragte, wann wohl der Thrill und der Kink vom letzten Mal auftauchen würde. So viel sei verraten, so extrem teuflisch abgedreht wie bei Band 1 war die Story nicht. Aber das war genau richtig so. Statt den irren Strudel an explosiven Handlungen zu überreizen, erschuf Tanja Wagner eine ganz neue Spielfläche. Zauberte einen Protagonisten hervor, dessen Wandlung ich absolut genial empfand. Oh ja, Jeremy blieb seinem Wesen schon treu, nur war er jetzt wesentlich unnachgiebiger und ein knallharter Typ, wenn es darum ging, Emiliana immer wieder in ihre Schranken zu weisen.
Dabei bediente sich Tanja Wagner einer sehr unmissverständlichen Sprache. Alles wurde sehr bildlich geschildert, besonders die sinnlich provokanten erotischen Szenen, aber auch jene Momente, die eine brandgefährliche Atmosphäre erzeugten und die Spannung immer wieder nach oben peitschte. Überraschende Wendungen raubten mir die Möglichkeit, die weiteren Handlungen vorherzusehen oder Vermutungen zu haben.
Das Ende war ein absolut würdiger Abschluss mit einem halb offenen Ende. Eine Serie, die ich mutigen Lesenden gern ans Herz legen möchte.

Fazit:

Emiliana und Jeremy sind wie Tag und Nacht. Und genauso war auch dieses Buch. Ganz anders als Band 1 und doch unglaublich packend von der ersten bis zur letzten Seite.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf eine spannungsvolle Märchenadaption mit prickelnder Erotik?
Dann empfehle ich euch:

Dying Rose – Rosalia & The Beast von Laura Winter