Franky O.: Donner im Herzen von Tanja Wagner



Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch Instagram. Da ich das Cover ungewöhnlich, aber schön fand, war ich neugierig auf die Geschichte. Durch eine tolle Aktion seitens der Autorin kam ich in den Genuss den ersten Band der „Franky O.“ Reihe zu lesen.

In unserer Rezension zu „Franky O.: Donner im Herzen“ von Tanja Wagner verrate ich euch, wie mir die Geschichte von Franky Orange gefallen hat.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Tanja Wagner erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

Franky O.: Donner im Herzen von Tanja Wagner
© Cover: NOEL-Verlag

Infos zum Buch
erschienen im NOEL-Verlag
Veröffentlicht 24. August 2018
ca. 256 Seiten
Band 1 der Reihe Franky O.
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Klappentext

Franky Orange arbeitet als Verkäufer in einem kleinen Musikladen in Downtown Los Angeles. Sein Leben verläuft relativ normal, wenn auch nicht wirklich abwechslungs- oder ereignisreich. Bis zum besagten Tag der Liebe, dem 14. Februar des Jahres.

Er selbst hat sich noch nie viel aus dem Valentinstag gemacht, doch als er Jennifer Thunder an diesem Tag kennenlernt und zwei Welten aufeinandertreffen, tritt zeitgleich mit ihr eine turbulente und spannende Wendung ein.

Vor allem Alexander Black, Clubbesitzer und wohl bekanntester Gewohnheitsverbrecher der Stadt, wird es ihm nicht gerade leicht machen. Der großen Liebe zu begegnen, ist die eine Sache, sie zu erobern, oder sogar darum kämpfen zu müssen, die andere.

Ein Sturm zieht auf oder findet die Liebe einen Weg?

© Klappentext: NOEL-Verlag

Den Start in das Buch empfand ich als ungewöhnlich. Es mutete schon fast ein wenig biographisch an, was ich aber nicht schlecht fand. Immerhin wurde gleich zu Beginn die Bedeutung des Buchtitels klar und so etwas mag ich ganz gern.
Die Autorin lieferte umfassende Beschreibungen ihrer Figuren ab, sodass auf der einen Seite wenig Spielraum für meine eigene Fantasie blieb, ich auf der anderen Seite aber ein sehr klares Bild der einzelnen Personen hatte.
Auf Kapitel verzichtete die Autorin, stattdessen gab sie immer den Tag an, an dem die aktuellen Handlungen spielten und unterteilte manche Szenen mit eigenen Titeln. Die Art der Buchaufteilung fand ich gelungen, denn es machte nicht nur neugierig auf die zukünftigen Ereignisse, sondern half mir auch dabei ein gutes Zeitgefühl für die Vorkommnisse zu entwickeln.
Die Liebe auf den ersten Blick der beiden Protagonisten kam mit ganz viel Gefühl bei mir an und ich fand es faszinierend zu lesen, dass auch sie die Hürden des Lebens zu meistern hatten. Immerhin lebt Jennifer in einer Beziehung. Auch, wenn sie nicht sonderlich glücklich ist.
Franky war mir sympathisch, auch wenn er mir sehr chaotisch vorkam. Jedoch fand ich es herzerwärmend, dass er so sehr für die Frau kämpft, die ihn fasziniert.
Jennifer mochte ich gern, allerdings war mir ihre Rolle in der Beziehung zu Alexander nicht so ganz klar. Oft hatte ich das Gefühl, dass sie eine Art Heimchen war und selber gar keinen Beruf ausübte oder ihre Zeit mit tollen Hobbys füllte. Das fand ich ein bisschen schade, denn ich mag Frauen, die fest im Leben und auf eigenen Beinen stehen können. Andererseits ließ Alexander Jennifer auch keinerlei Entfaltungsspielraum. Denn sie sollte einfach nur ein schönes, aber schweigendes Beiwerk sein. Dennoch mochte ich Jennifer, denn als es darauf ankam, bewies sie unglaublich viel Mut und war ausgesprochen taff.
Mit Alexander Black hatten wir nun auch den klassischen Antagonisten. Ein wirklich wahr gewordener Frauenalptraum. Aufgeblasen bis zum Gehtnichtmehr und menschlich eine totale Null. Also eine Figur, die ich schon fast hasste.
Generell gefielen mir die Figuren, die Tanja Wagner ausgearbeitet hatte. Sie allen waren überzeugende Charaktere, die zur Geschichte passten und die mal mehr, mal weniger das Leben der beiden Protagonisten bereicherten.
Was mich am meisten bei diesem Buch beeindruckt hatte, war die Tatsache, dass sich plötzlich die Ereignisse überschlugen und dadurch eine unfassbare dramatische Spannung aufgebaut wurde. Ich war kaum mehr in der Lage das Buch aus der Hand zu legen, weil ich voll und ganz in die Handlungen hineingezogen wurde. Verstärkt wurde der Eindruck durch die Wahl der Zeitform. Die Autorin hatte in der Gegenwart und so bildlich geschrieben, dass sich alles sehr real und persönlich anfühlte.
In dieser Geschichte waren viele Elemente zu einer wirklich schönen Gesamtkomposition verbunden worden.
Neben reichlich spannungsgeladenen Momenten gab es auch prickelnde Liebesszenen. Die Erotik war sinnlich beschrieben und hervorragend in die vorhandene Handlung eingebettet worden. Dabei nahm sie jedoch nie überhand, sodass LeserInnen, die solche Szenen nicht mögen, auch problemlos darüber wegblättern könnten.
Das Buch bestach durch einen packenden Schreibstil. Die Szenenbilder waren unglaublich ausdrucksvoll und sehr lebendig. Vor allem der Showdown war sehr packend und die Emotionen aller Beteiligten fast mit Händen greifbar.

Franky O.: Donner im Herzen von Tanja Wagner
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Eine vom Schicksal vorher bestimmte Liebe und der Kampf um die Erfüllung dieser Verheißung. Dabei steht vor allem der Protagonist Franky Orange an einem Wendepunkt in seinem Leben. Jetzt heißt es entweder vorwärtsgehen und alles riskieren oder stehen bleiben und alles verlieren.

Lesen:

Ihr mögt Liebesgeschichten, die in Amerika spielen und mit ordentlich viel Dramatik sowie Leidenschaft gewürzt sind? Dann ist dieses Buch genau das richtige für euch.

Weglegen:

Schicksalhafte Liebesgeschichten mögt ihr nicht? Dann solltet ihr das Buch besser nicht lesen. Denn trotz reichlich Spannung und jeder Menge schwieriger Entscheidung ist und bleibt es eine romantische Liebesgeschichte.

Mal ehrlich:

Keine Ahnung was ich von der Geschichte zu Beginn erwartet hatte, aber egal, was es gewesen ist, was folgte, überraschte mich nicht nur, sondern nahm mich völlig gefangen.
Durch den lebendigen Schreibstil erschuf Tanja Wagner eine vielschichtige und sehr komplexe Geschichte, welche jede Menge Spannung in Form von Liebe in seinen vielfältigsten Formen und schicksalhaften Weggabelungen bereithielt. Dramatische Szenen wechselten sich mit leidenschaftlichen Begegnungen ab und immer war am Horizont ein Funken Hoffnung zu sehen.
Diese Geschichte lässt sich nur sehr schwer beschreiben. Ihr müsst sie selber lesen, um den Zauber dieser Erzählung erleben zu können.

Fazit:

Ein Buch, das bestens zu unterhalten gewusst hat. Hier wurde eine Atmosphäre erzeugt, die gemixt mit viel Romantik, Freundschaft und Vertrauen sowie Adrenalin peitschenden Szenen war. Obwohl manche kommenden Handlungen vorhersehbar waren, wussten überraschende Wendungen mich immer wieder an das Buch zu fesseln. Die Stilelemente waren gut durchdacht und am Ende schloss sich der logische Erzählkreis.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

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Hanover’s Blind von Kia Kahawa

*Werbung durch Verlinkung*


© Cover: Esther Wagner

erschienen bei TWENTYSIX
Veröffentlicht am 27. September 2018
ca. 188 Seiten
erhältlich als Taschenbuch, gebundenes Buch und eBook

Blinde können nicht tanzen und ihre beruflichen Wünsche erfüllen. Ein selbstbestimmtes Leben? Aber doch nicht für Behinderte.
Von diesen oder ähnlichen Meinungen will Adam nichts wissen. Er will nicht auf seine Sehbehinderung reduziert werden und möchte unbedingt ein Teil der Gesellschaft sein. Sein Plan ist auf eigenen Beinen zu stehen und wagt somit den Neuanfang in der Stadt, die ihn am meisten fasziniert: Hannover.
Um eine reale Chance zu haben als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft angesehen zu werden, verschweigt Adam seine Sehbehinderung. Denn einfach kann jeder. Voller Enthusiasmus beschreitet Adam seinen neuen Weg, nicht ohne vielen Hindernissen ausweichen zu müssen auf der Suche nach sich selbst und seinem persönlichen Glück.

Diese sehr einfühlsame Geschichte wurde von Adam persönlich erzählt. Anfänglich kam ich etwas holperig in seine Erzählungen, weil sie mit meiner Erwartungshaltung irgendwie kollidierten. Ein Buch aus der Sicht eines Sehbehinderten sollte anders erzählt sein, dachte ich. So war mir am Anfang alles zu „sehend“ beschrieben, aber im Lauf der Geschichte wurde klar, weshalb Adam die Geschehnisse so „normal“ schildern konnte. Gleichzeitig zeigte mir der Umstand auf, dass ich genauso mit Vorurteilen behaftet bin, wie es einige Figuren in dem Buch waren.
Ich wohne nun schon seit gut siebzehn Jahren am Stadtrand von Hannover und so war ich natürlich sehr gespannt darauf, wie diese Stadt wohl aus der Sicht eines Sehbehinderten wahrgenommen werden würde. Es war faszinierend zu lesen, welche spannenden Details die unterschiedlichen Stadtteile bereithalten. Und oft fragte ich mich, wie blind ich eigentlich selber bin. Viele Kleinigkeiten waren mir selber noch nie aufgefallen und es war ein Abenteuer mit dem Buch in der Hand Adams Schritte nachzuvollziehen. Aber auch für Hannover unkundige Menschen wurde alles so präzise geschildert, sodass die Stadt auch in der Fantasie lebendig werden kann.
Adams Weg kreuzen auch einige andere Personen, zum Beispiel seine neuen Mitbewohnerinnen Muriel und Johanna. Charakterlich unterschieden sich alle Figuren, waren aber alle lebensnah und glaubwürdig. Hierbei schaffte es die Autorin mich auch aufs Glatteis zu führen, denn besonders Muriel war am Ende eine echte Überraschung. Generell waren mir Adam und seine Mädels sehr sympathisch, auch wenn ich sein Verhalten nicht immer nachvollziehen konnte. Klar, irgendwo konnte ich Adam verstehen. Denn er zeigte gnadenlos auf, wie Gewissenlos wir „normalen“ uns gegenüber Menschen mit Einschränkungen verhalten. Aber auf der anderen Seite hatte auch Adam Vorurteile gegenüber seinen Mitmenschen. Dieses Verhalten machte Adam für mich menschlich und oftmals trat auch dadurch seine verletzliche Seite hervor.
Der rote Faden der Geschichte hatte mir sehr gut gefallen, denn obwohl das Thema schon eine gewisse Ernsthaftigkeit hatte, bekam es dank des flüssigen und lockeren Schreibstil von Kia Kahawa eine angenehme Leichtigkeit. Auch humoristisch angehauchte Szenen lockerten die Kernaussagen gekonnt auf.
Der Aufbau der Geschichte war logisch und chronologisch, zwischen einzelnen Szenen lagen auch längere Zeitspannen. Trotzdem war es ein rundes Leseerlebnis und die fehlenden Stunden wurden kurz und bündig aufgearbeitet.
Adams Geschichte war wunderbar vielschichtig. Es zeigte die Welt aus der Sicht eines Sehbehinderten, mit allen Vor- und Nachteilen, mit allen blödsinnigen Vorurteilen der „Sehenden“ und auch der vorgefertigten Meinung der Sehbehinderten über die Menschen mit allen sechs Sinnesorganen. Dabei wurde aber nie der mahnende Zeigefinger erhoben, sondern mit viel Feingefühl um gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis geworben.

Fazit: Eine Geschichte, die auch das echte Leben hätte schreiben können und eine Hommage an die schönste Stadt Niedersachsens: Hannover.


Vielen Dank an den Kia Kahawa für die Teilnahme an der Leserunde auf Lovelybooks.de
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

Link zum Erwerb des Buches