Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe von Michael Ende und Wieland Freund

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Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe
© Cover: Regina Kehn

erschienen in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Veröffentlicht am 15. Januar 2019
ca. 208 Seiten
Farbige Illustrationen von Regina Kehn
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 – 8 Jahre
erhältlich als gebundenes Buch und eBook

Knirps ist Sohn einer Puppenspieler-Familie. Er hat vor nichts Angst, weil er sie nicht kennt. Das Leben als Puppenspieler ist ihm zu langweilig, darum macht er sich auf den Weg, um zu einem waschechten Raubritter zu werden. Und er weiß auch schon, wer ihm das Raubrittersein beibringen soll: der fürchterliche Rodrigo Raubein.
So macht sich Knirps in einer finsteren Nacht auf zur Schauderburg, in welcher der berüchtigte Raubritter wohnt. Doch um Knappe zu werden, soll Knirps eine Knappen-Prüfung ablegen. Um sie zu bestehen, soll er ein möglichst gefährliches Verbrechen begehen…

Als ich das Buch zum ersten Mal im Internet entdeckt hatte, war ich sofort begeistert. Das Cover ist schön und ansprechend. Auch der Klappentext hat mich sofort angesprochen, da ich unbedingt das Buch mit meinem Kind lesen wollte. Zwar wurde diese Geschichte nur zu etwa einem Fünftel von Michael Ende geschrieben, dennoch war ich sehr neugierig auf die Erlebnisse von Rodrigo Raubein und seinem Knappen Knirps.
Die gebundene Ausgabe ist wirklich ein Hingucker und auch von innen lässt es sich sehen. Insgesamt wurde das Buch nicht nur sehr liebevoll geschrieben, sondern auch illustriert.
Schon beim Aufklappen des Buches schauen den Betrachter sämtlich vorkommende Figuren an. Das gefiel mir sehr gut, da ich immer die Möglichkeit hatte mir noch einmal einen Überblick zu verschaffen, wer alles eine Rolle in diesem spannenden Abenteuer spielte.
Jedes, der insgesamt sechzehn Kapitel, bekam jeweils zu Beginn immer eine kleine Illustration und einen Untertitel. Des Weiteren enthielt jedes Kapitel auch eine, zum Thema passend, illustrierte Seite und am Kapitelende noch eine kleine Zeichnung. Insgesamt war also der Wortanteil wesentlich höher als der Bildanteil, was vor allem für jüngere Kinder vielleicht interessant zu wissen ist.
Die Kapitellänge war für mich angenehm, beim Vorlesen war es für den kleinen Zuhörer manchmal zu lang, sodass wir innerhalb der Kapitel auch mal eine Lesepause einlegen mussten. Das ging aber super und hat auch den Fluss der Geschichte nicht gestört.
Auch zum Selber lesen ist dieses Buch hervorragend geeignet, da es kaum schwierige Wörter enthält. Für Leseanfänger müssen zwar kleinere Abschnitte ausgewählt werden, aber das stellte für uns kein Problem dar.
Der personale Erzähler führte durch die Geschichte und sorgte dafür, dass wir immer wieder anderen Figuren durch die Handlungen folgen konnten. Zeitweise waren es bis zu vier Handlungsstränge, die aber nach und nach miteinander verwoben wurden.
Der Aufbau der Erzählungen war schön durchdacht und logisch. Unklarheiten, wie zum Beispiel der Begriff „Mittelalter“ wurden kindgerecht und dennoch spannend erklärt. Kleine Wiederholungen auf vorangegangene Erlebnisse frischten nicht nur das Wissen rund um die Geschichte wieder auf, sondern bezog auch uns Leser noch mehr in das lebhafte Treiben der Figuren mit ein.
Was mir persönlich ganz besonders gut gefallen hatte, war der Umgang mit sensiblen Themen wie Angst und Schuld. Hier wurde nicht der drohende Zeigefinger erhoben, nein, die Themen wurden liebevoll in die Geschichte eingebettet, erklärt und kindgerecht aufgearbeitet. Natürlich kamen andere Bereiche wie Wünsche und Freundschaft ebenfalls nicht zu kurz.
An dieser Stelle auch ein großes Kompliment an Wieland Freund, dem es mit viel Feingefühl und gutem Gespür für die losen Fäden von Michael Endes Geschichte gelungen war, ein wirklich zauberhaftes Buch zu Ende zu erzählen. Hier war kein Stilbruch zu merken und der Schreibstil blieb durchgängig lebhaft, freundlich, verständlich und flüssig.
Alle Figuren entwickelten sich auf die eine oder andere Art weiter, was der Geschichte viel Tiefe gab und vor allem für den kleinen Leser nachvollziehbar blieb.
Auch die gewählten Schauplätze waren toll gewählt und äußerst bildlich beschrieben worden. Die Spannung baute sich gemächlich auf, zu Beginn wurde noch recht viel erläutert und erklärt. Doch mit dem Voranschreiten der Handlungen und der mitunter überraschenden Wendungen, wurde es immer packender und interessanter.
Auch wenn dieses Buch eigentlich ein Kinderbuch ist, ich persönlich finde, dass diese großartige Geschichte von Jung und Alt gelesen werden kann.

Fazit: Zauberhaft und wirklich schöngeschrieben. Dieses Buch lädt zum Schmunzeln, träumen, mit Nicken zur Zustimmung, zum Fürchten und Gruseln ein. Kurzum eine tolle Geschichte für Groß und Klein.

Für wen ist das Buch geeignet?
Für alle die Lust auf eine fabelhafte Geschichte rund um Drachen, Zauberer, Ritter und mutige Kinder haben.


Juniors (7 Jahre) Lesermeinung:
Juniors Lieblingsempfehlung

Wie hat dir das Buch gefallen?

Super. Eine tolle Geschichte.

Was hat dir am besten gefallen?

Das ich Knirps vollen Namen wieder vergessen durfte und das Puppenspiel am Ende.

Was hat dir gar nicht gefallen?

Das der Zauberer Rochus so gemein war.

Wie gefielen dir die Zeichnungen?

Die haben mir gut gefallen. Vor allem die großen Zeichnungen. Ich hätte gern noch mehr gesehen.

War der Text gut zu verstehen und zu lesen?

Ja. Der Text war gut zu lesen und ich hab auch alles verstanden. Das war nicht schwierig.

Würdest du das Buch weiterempfehlen?

Ja, ich möchte das Buch unbedingt noch mal mit Opa lesen.

Vielen Dank an den Thienemann Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar und an Netzwerk Agentur Bookmark für die Vermittlung
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

Link zum Erwerb des Buches