Teufelsfarbe: Ein historischer Roman von Ivonne Hübner

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  • erschienen im Dryas Verlag
  • Veröffentlicht am 12. November 2017
  • ca. 498 Seiten
  • erhältlich als eBook und Taschenbuch
  • Das Buch erschien bereits 2008, dies ist eine leicht überarbeitete Ausgabe mit einem neuen Titelbild 
Christoph Elias Rieger will seinen Vater Alois Elias Rieger übertrumpfen. Damals brachte dieser eine Innovation ins Dorf. Heute, zu Beginn des 16ten Jahrhunderts, will dies Christoph mit dem Waidanbau tun. Dafür benötigt er auch Geld. Dies sichert ihm die Mitgift der, in der Armenspeisung lebenden, Margarete Luise Wagner. Sie kennen sich aus Kindertagen, denn der Vater von Margarete war der Schmied, der Alois Rieger bei der Umsetzung dessen Plans half.
Nun will Christopher seine Idee zum Erfolg führen, doch die Gemeinde ist schockiert. In Horka will niemand das Teufelskraut und schon gar keine Hexe. Christopher sind die Vorbehalte egal, er ist fest davon überzeugt auch den letzten Zweifler davon zu überzeugen. Doch die Niederträchtigkeit des Dorfes kennte keine Grenzen und auch die Ehe läuft nicht wie geplant. Und zu spät wird klar, dass auch ein Christoph Rieger nicht gegen dunkle und gut gehütete Geheimnisse ankommt…. oder doch?

Obwohl der personale Erzähler die Geschichte von Margarete und Christoph schildert, hätte ich nicht tiefer in diese Story eintauchen können. Die Schreibgewalt von Ivonne Hübner ist grandios, ich fühlte mich in die Zeit des 16ten Jahrhunderts zurückversetzt. Eindrucksvoll wird das harte Leben im Dorf Horka, die Zwiste unter den Bewohnern und das rücksichtslose Verhalten der Kirche heraufbeschwört. Die Wortwahl ist jener Zeit angepasst, nicht ein neumodisches Wort kreuzt des Lesers Weg. So ist diese Reise in die Vergangenheit so realistisch, dass ich die düstere Zeit beinah schmecken konnte.
Zu Beginn fiel mir der Schreibstil etwas schwer, dies lag aber an den ungewohnten Worten. Das gab sich recht schnell und genauso fix konnte ich die vielen benannten Personen zu ordnen.
Am Anfang hatte ich eine Befürchtung auf das Ende, das mir Ivonne Hübner jedoch immer wieder austrieb. In mir keimte die Hoffnung für Margarete und Christoph auf. Mehr als einmal fragte ich mich, wie es wohl weitergehen würde.
Den Protagonisten hat Ivonne Hübner sehr viel Leben eingehaucht. Sie waren authentisch und wahrlich interessante Charaktere. Nicht immer mochte ich den Christoph leiden, doch dies war gar nicht notwendig. Denn, wie im wahren Leben ist, der erste Blick nicht immer der Richtige. Dies ist auch hier der Fall. Und ja, Margarete ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ihr Scharfsinn ist wirklich bewundernswert, ebenso ihr Fleiß und Mut. Mit beiden Protagonisten habe ich furchtbar mitgelitten, gefiebert und gefreut.
Die Spannung ist zu Beginn gering, es wird viel erklärt. Doch alle diese Ereignisse und Informationen sind wichtig für das Gesamtbild. Geschickt werden Bauernweisheiten, Legenden, Aberglaube und Wissen der damaligen Zeit in die fiktive Welt des Bauern Christoph Rieger und seiner Frau Margarete eingebaut. Nach und nach kommt der Leser hinter die ganze furchtbar tragische Geschichte. Schritt für Schritt lüften sich die Zusammenhänge, die mir vor Spannung fast den Atem nahmen. Und glaubte ich oft, jetzt habe ich das letzte Puzzlestück, offenbarte die Autorin ein Neues. 
Der Aufbau der Geschichte hat mich wahnsinnig fasziniert. Nicht ein Satz, nicht eine Handlung, nicht ein Spruch ist umsonst. Alles fügt sich, wie kleine Zahnräder, ineinander.
Die Inhalte des Buches sind sauber recherchiert, dies ist in jeder Silbe zu spüren. Gespickt mit feinem, spitzen Humor ist dies ein imposanter historischer Roman.
Diese Geschichte geht tief ins Herz und lässt einen nicht mehr los. In mir hallt sie nach wie die Glockenschläge der Horkaer Kirche.
Wer anfänglich Geduld mit dem Buch hat, wird mit einer bildgewaltigen und unter die Haut kriechende Geschichte belohnt.

Gesamteindruck 📖 📖 📖 📖 📖 📖
Schreibstil ✐ ✐ ✐ ✐ ✐ ✐
Logik 💡💡💡💡💡💡
Spannung 💥💥💥💥
Gefühl ❤❤❤❤❤❤
Gewalt ✊✊✊✊✊
Kaufempfehlung ✔
Vielen Dank an den Dryas Verlag für das Rezensionsexemplar.
Davon ist meine Rezension jedoch nicht beeinflusst worden

Der Pirat und das Mädchen von Ivy Paul

 
  • erschienen im Plaisir d’Amour Verlag
  • Veröffentlicht am 14. Juli 2017
  • ca. 324 Seiten
  • erhältlich als Taschenbuch und eBook
  • Einzelband

Magdalena O´Heara ist die Tochter eines Earls und
seiner Mätresse. Nach dem Tod ihrer Mutter versucht sie für sich eine gute
Partie zu machen. Doch Magdalenas Vater hat andere Pläne. Per Schiff wird sie
in die Karibik geschickt, damit sie den dortigen Gouverneur von Saint Kitts,
Don Bernardino, heiraten kann. Noch bevor das Schiff den Zielhafen erreichen
kann, wird es vom berüchtigt gefährlichen Piratenkapitän Black Brian gekapert.
In ihrer Angst verkleidet sich Magdalena als Mann und heuert auf eben diesem
Schiff an. Nichts ahnend, dass es dort für sie um einiges gefährlicher wird,
vor allem wenn ihr wahres Geschlecht herauskommen sollte und wessen Verlobte
sie tatsächlich ist.

Diese faszinierende Piratengeschichte spielt zu
Beginn des achtzehnten Jahrhunderts und wird vom personalen Erzähler in der
Multiperspektive erzählt. Der Leser begleitet hauptsächlich Magdalena, aber
auch Brain wird intensiver beleuchtet und dem Leser nähergebracht. Ivy Paul hat
mich auf eine abenteuerliche Reise in karibische Gewässer mitgenommen. Ihre
Szenenbilder sind eindrucksvoll und lebendig. Mehr als einmal meinte ich das
offene Meer riechen und sogar schmecken zu können. Authentisch strickt die Autorin
um die vielen Figuren die raue Arbeit auf hoher See, Kleidung der damaligen
Zeit und die früher gängigen Meinungen. Alle Figuren sind liebevoll und detailliert
ausgearbeitet. Ich liebe besonders Geschichten, die an historische Bezüge
angelehnt sind. Dies ist hier der Fall und es ist besonders schön gelungen.
Magdalenas unglaubliche Reise war absolut fesselnd und spannend bis zum letzten
Wort. Die erotischen Szenen sind knisternd und voller Leidenschaft.

Fazit: Eine tolle Geschichte rund um eine junge
Frau, die sich nicht in eine gesellschaftliche Schublade stecken lassen will
und für ihr Glück kämpft. Yo-ho-ho, darauf ein Glas Rum!

Gesamteindruck 📖 📖 📖 📖 📖

Schreibstil ✐ ✐ ✐ ✐ ✐ 
Logik 💡💡💡💡💡
Spannung 💥💥💥💥
Erotik 💋 💋 💋 💋 💋 
Kaufempfehlung ✔
 
Vielen Dank an den Plaisir d’Amour Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar. Davon ist meine Rezension jedoch nicht beeinflusst worden
 

Vor der Finsternis von Ulf Torreck

 
  
  • erschienen im Heyne Verlag
  • Veröffentlicht am 9. Januar 2017
  • ca. 138 Seiten
  • erhältlich als eBook
  • Vorgeschichte zum Buch Fest der Finsternis

Im Jahr 1797 treibt ein grausamer Mörder in Paris sein Unwesen. Er entfernt seinen getöteten Opfern, beiderlei Geschlechts, ihre Herzen.
Inspekteur Louis Marais wird mit der Lösung des Falles betraut. Doch alle seine Ermittlungen landen in einer Sackgasse. Er gerät zunehmend unter Druck, nicht nur die Presse sondern auch die Politik machen Marais und seinen Vorgesetzten das Leben schwer. Schon bald hat der unbestechliche und ehrliche Marais eine ungewöhnliche Idee. Der Marquis de Sade soll die Ermittlungen weiter bringen. Aber wird der Marquise wirklich helfen können?

Der Leser wird ausschließlich aus der Sicht des personalen Erzählers durch die Geschichte geleitet. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem ermittelnden Protagonisten Louis Marais.
Der Schreibstil ist flüssig, bisweilen ein wenig langatmig sowie hin und wieder von Wiederholungen gespickt.
Ein paar Mal hat sich der Autor einer Vorausschau auf die kommenden Ereignisse bedient, was die Lesefreude jedoch nicht gedämmt hat. Im Gegenteil. Ich war erst recht neugierig welche Vorkommnisse dazu beitragen werden, dass sich die Handlung in die prophezeite Richtung entwickelt.
Ich empfand die Geschichte recht düster. Mir hat der Erzählstil aber gut gefallen und konnte ganz in die Geschehnisse abtauchen. Es fiel mir dabei nicht schwer das beschriebene Paris Ende des achtzehnten Jahrhunderts vorzustellen.
Der Aufbau der Handlungen war chronologisch und stets logisch aufgebaut, sodass die Spannung konsequent vorhanden war.
Meiner Meinung nach ein gelungener Auftakt zum Hauptbuch „Fest der Finsternis“.

Gesamteindruck 📖 📖 📖 📖 📖
Schreibstil ✐ ✐ ✐ ✐ ✐ 
Logik 💡💡💡💡💡
Spannung 💥💥💥💥💥
Mord 🍴🍴🍴🍴🍴
Kaufempfehlung ✔
 
 

Die Beute des Wikingers von Jacqueline Greven

*WERBUNG*
  • erschienen im Plaisir d’Amour Verlag
  • Veröffentlicht am 3. März 2017
  • ca. 255 Seiten
  • erhältlich als Taschenbuch und eBook
  • Einzelband

Thorolf Vandilson ist ein nordischer Anführer und mit seinen Mannen auf der Heimreise, nach einem erfolgreichen Überfall. Auf hoher See muss er sich seinem ärgsten Feind, dem Wikinger Arngrim Manson, stellen. An dessen Bord ist nicht nur reichlich Beute, sondern auch eine wunderschöne fremde Frau. Yasha, die vom brandschatzenden Arngrim aus Marokko geraubt wurde, fasziniert Thorolf und er nimmt sie mit auf sein Schiff. Es steht ihr frei zu gehen wohin sie möchte, doch auch Yasha findet Gefallen an dem rauen Krieger. So geht sie mit in sein Dorf. Sehr zum Unmut von Thorolfs Schwester Herdis und seiner ehemaligen Geliebten Una. Während Yasha versucht sich in dem fremden Dorf einzugewöhnen, braut sich allerlei gefährliches zusammen und bedroht die aufkeimende Liebe.

Erzählt wird die Gesichte in der dritten Person zur Zeit der Wikinger. Dabei begleitet der Leser viele Figuren. Dies grenzt Jacqueline Greven aber gekonnt durch neue Kapitel oder Absätze ab. So erweckt sie jede ihrer Figuren zum Leben, verleiht ihnen unterschiedliche Charaktereigenschaften und somit viel Tiefe. Auch gewinnt die Geschichte, durch die vielen unterschiedlichen Figuren, eine ganz besondere Dynamik.
Ganz am Anfang wird dem Leser eine handvoll Begriffe erklärt, sodass, durch die spätere Verwendung dieser Wörter, eine historische Atmosphäre entsteht. In Kombination mit den wundervollen Beschreibungen der verschiedenen Umgebungen, Thorolfs Dorf und den Schiffsreisen, hatte ich das Gefühl mitten in der rauen Zeit zu sein. Besonders der flüssige Schreibstil und der logische Aufbau der Handlungen trägt dazu bei, dass die Erzählung stets spannend und interessant bleibt. Die erotischen Szenen sind gefühlvoll beschrieben und runden die Geschichte glanzvoll ab.
Mir hat das Buch gut gefallen. Der aufgegriffene historische Aspekt, durch beispielsweise sehr gelungen Beschreibungen der damaligen Lebensweise der Menschen, hat mich angesprochen und fasziniert.  Die darin verwobene süße Geschichte von Thorolf und Yasha, hat mir tolle Lesestunden bereitet.

Vielen Dank an den Plaisir d’Amour Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar. Davon ist meine Rezension jedoch nicht beeinflusst worden

Die Sklavin des Wüstenprinzen von Lily Monroe

*WERBUNG*
  • erschienen im Plaisir d’Amour Verlag
  • Veröffentlicht am 23. Januar 2017
  • ca. 311 Seiten
  • erhältlich als Taschenbuch und eBook
  • Einzelband

Topaz Garnet ist eine junge Französin. Sie ist beeindruckt von Olympe de Gouges und ist ungebunden. So nimmt sie in der tunesischen Stadt Enfidha einen Posten als Lehrerin an. Doch ihr schön geträumter Plan zerplatzt schneller als Topaz lieb ist. Die Realität ist grausam und brutal, doch sie lässt sich davon nicht einschüchtern. Selbst als sie als Lustsklavin an den Scheich Karim ben Said al-Wahhab verschenkt wird, begräbt sie nie den Gedanken an eine Rückkehr nach Frankreich. Für Topaz steht ganz klar fest, ihren Geist beherrscht niemand und sie wird es schaffen. Da kann in ihren Augen auch der grausame Scheich nichts daran ändern.

Diese Geschichte entführt den Leser ins Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Aus der personalen Erzählperspektive geschrieben, begleitet der Leser ausschließlich Topaz auf ihrer Odyssee. Dabei schafft es Lily Monroe durch ihren wunderschönen Sprachstil eine Kulisse rund um die Geschichte zu zaubern, dass ich stets das Gefühlt hatte mittendrin zu sein. Dabei fesselte die Autorin durch ihre intensive Beschreibungen der Umgebung und der Gefühle von Topaz meine gesamte Aufmerksamkeit, sodass die Spannung zum Greifen nahe war. Die Protagonistin ist dabei toll ausgearbeitet worden, hat Dynamik und Tiefe, vor allem aber ist sie sehr sympathisch. Ich konnte richtig gut mit ihr leiden, habe ihre Gedanken, Wünsche und Gefühle definitiv nachvollziehen können. Durch den logischen Aufbau der Handlung ist die Geschichte stets konsequent vorangetrieben worden. Auch wenn zwischen einzelnen Geschehnissen mehr Zeit vergangen ist, hatte ich nie das Gefühl, dass etwas fehlt.
Das Thema des Buches, Versklavung und die Vorurteile gegenüber anderen Kulturen, ist dabei mit dem nötigen Respekt ausgearbeitet worden. Dabei wurden keine Klischees bedient oder unnötig romantisiert. Hierbei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass dies ja ein erotischer Liebesroman ist. Wer hier also Tatsachenberichte erwartet, ist hier definitiv falsch. Es ist und bleibt eine Geschichte und ich fand sie in dem zu erwartenden Rahmen bestens gelungen