Demut von Mats Olsson

  • erschienen im btb Verlag
  • Veröffentlicht am 27. Februar 2017
  • Übersetzt von Leena Flegler
  • ca. 734 Seiten
  • erhältlich als Taschenbuch und eBook
  • Band 1

Harry Svensson hatte nach seiner Kündigung etwas ganz anderes vor. Doch statt Kneipenwirt wird in ihm wieder der Spürsinn eines Journalisten wach. Nach einem gescheiterten SM-Treffen ist er auf dem Rückweg in sein Hotel. Dort findet er in einem Nachbarzimmer den stockbesoffen Tommy Sandell, seines Zeichens Bluessänger, und eine tote Unbekannte neben ihm. Harry recherchiert selbst, nicht zuletzt um für seine Artikel Geld zu bekommen und kommt dabei einem Serienmörder auf die Schliche. Dieser nimmt sogar mit ihm Kontakt auf. Dadurch angefixt macht sich Harry selbst auf die Suche nach dem Mörder.

Diese, dreiundsiebzig Kapitel lange, Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Den Hauptteil erzählt Harry Svensson selber, hin und wieder begleitet der Leser mithilfe des personalen Erzählers den Mörder und auch dessen Opfer. Die Idee hinter diesem sehr langatmigen Buch ist nicht schlecht. Der Mörder wird nicht sofort zur Strecke gebracht. Die Jagd läuft über mehrere Monate, was der Autor in ausschweifenden Textpassagen verdeutlicht. Hierbei büßt die Geschichte eine Menge Spannung ein.
Die beschriebenen Szenen des Mörders sind sehr interessant, auch der Schreibstil ist witzig, mit einem Spritzer Ironie versehen. Jede Figur, die darin vorkommt, hat ihre besonderen, teilweise sprachlichen, Eigenheiten. Das macht die Geschichte authentisch und glaubwürdig. Dieser Thriller ist in meinen Augen keiner, denn er packte mich nicht, denn hier lag das Augenmerk auf der langen und mühseligen Recherche des Protagonisten. Ich habe mich sehr durch dieses Buch kämpfen müssen. Oft hatte ich gar keine Lust mehr weiter zu lesen. Es gibt etliche Passagen, die rein gar nichts mit dem Fall zu tun haben und am Ende auch gar nicht relevant für die Geschichte waren. Viele Rückblicke in Harrys Vergangenheit waren ermüdend und langweilig. Es hat die komplette Spannung gekillt. Einzig und allein beim Mörder fand ich die Kapitel alle durchweg spannend. Hier passte einfach alles zusammen und ergab für die Geschichte Sinn.

Fazit: Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen. Hätte ich das als Roman gekauft, dann wäre meine Erwartungshaltung eine andere gewesen. Kleinigkeiten fand ich richtig toll durchdacht, diese können das Buch jedoch kaum aufwerten. Für mich leider ein Flop.

Gesamteindruck 📖 📖 

Schreibstil ✐ ✐ ✐ 
Logik 💡💡💡💡
Spannung 💥
Mord 🍴🍴
Kaufempfehlung  ❌