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Zugegeben, auf den ersten Teil der Demon Horde MC Reihe bin ich nur aufmerksam geworden, weil mich der Klappentext des zweiten Teils enorm reizte. Da es sich hierbei aber um eine Trilogie handelt, wollte ich von vorn beginnen, da ich auch nicht wusste, inwieweit die Geschichten eventuell ineinander aufbauen werden.

In meiner Rezension „Demon Horde MC Teil 1: Enforcer’s Price“ von Sarah Hawthorne wird sich zeigen, ob der Start in die Reihe mich überzeugen konnte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar vom Plaisir d’Amour Verlag erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

Demon Horde MC Teil 1: Enforcer's Price von Sarah Hawthorne
© Cover: Sabrina Dahlenburg

Infos zum Buch
erschienen bei Plaisir d’Amour Verlag
Veröffentlicht 23. August 2022
Originaltitel Enforcer’s Price
Übersetzt von Julia Weisenberger
ca. 365 Seiten
Band 1 der Reihe Demon Horde MC
erhältlich als Taschenbuch und eBook
 

Klappentext

„Ich will nicht versorgt werden; ich will nicht, dass du dich für mich verantwortlich fühlst. Ich möchte nur geliebt werden.“

Ein Mann auf der Suche nach Erlösung.
Acht Monate verbrachte Colt im Gefängnis und brachte fast seinen ganzen MC zu Fall, weil er der falschen Frau vertraute. Jetzt muss er die finanziellen Probleme des Clubs lösen, da sonst die einzige Familie, die er je gekannt hat, auseinanderbricht. Krista zu treffen war nicht Teil seiner Mission. Sich in sie zu verlieben, könnte seinen Untergang bedeuten.

Eine alleinerziehende Mutter, die versucht, über die Runden zu kommen.
Seitdem Kristas Ex ihr Bankkonto plünderte und sie mit ihrer gemeinsamen Tochter im Stich ließ, kämpft Krista ums Überleben und arbeitet als Clubhure für den Demon Horde MC. Sex ist für sie ein Job, ein Mittel, um zu überleben. Bis sie Colt trifft.

Eine gemeinsame Nacht als Flucht.
Kristas gefühllos gewordener Körper erwacht bei Colts Berührungen zu neuem Leben und in ihr keimt gleichzeitig die Hoffnung auf ein Leben nach dem MC. Eine Zukunft. Mit Colt. Ein Happy End. Und auch Krista löst Gefühle in Colt aus, von denen er nicht wusste, dass sie existieren. Aber gerade als Colt wieder zu vertrauen beginnt, erfährt er die Wahrheit über Krista – und diese Wahrheit stellt Colts Gefühle für Krista auf die Probe.

© Klappentext: Plaisir d’Amour Verlag

Mir gefällt der Einstieg in die Geschichte. Kurz, laut und bedrohlich wird erzählt, warum Kristas Leben so schwierig ist. Dazu hilft ungemein die Ich-Perspektive, da Krista und Colt selbst von den Ereignissen, ihren Gefühlen und den Gedanken, die sie umtreiben, erzählen. Das schafft sofort Nähe und sie sind mir beide auf Anhieb sympathisch.

Insgesamt finde ich die Hauptfiguren Krista und Colt sehr gut ausgearbeitet. Besonders mag in an Krista, dass sie keine klassische Heldin ist, sondern eine junge Mutter, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und weiß, dass sie Opfer bringen muss, um sich und ihre Tochter zu versorgen. Dies kann sie aktuell aber nur, wenn sie nicht nur die Bardame eines Motorradclubs ist, sondern auch deren Freudenmädchen. Sarah Hawthorne geht dabei intensiv darauf ein, wie sich Krista dabei fühlt und das macht sie so nahbar und menschlich. Krista hat andere Pläne für ihr Leben und strebt einen seriösen Beruf an. Dafür lernt sie sogar auf dem zweiten Bildungsweg, um ihr Ziel erreichen zu können.
Colt ist aus einem ganz anderen Holz geschnitzt und ihn treiben ganz andere Dämonen um. Er ist in einem Motorradclub großgeworden und wollte immer nur eins, ein fester und wichtiger Bestandteil davon sein. Das ist in jeder seiner Fasern spürbar und das schlägt sich auch in seinem Verhalten nieder. Dennoch ist Colt ein warmherziger Mensch, der dennoch nicht frei von Doppelmoral ist und selbst am meisten Angst vor großen Gefühlen hat. Dadurch mutiert er leider gern zu einem Mistkerl und sein Verhalten treibt mich zur Rage.

Mit dieser doch so unterschiedlichen Mischung aus Verpflichtungen treffen die beiden Protagonisten aufeinander und die daraus entstehenden Missverständnisse sorgen für Vertrauensprobleme und schüren den emotionalen Schmerz. All dies transportiert die Autorin greifbar an mich, Schwierigkeiten habe ich jedoch mit der „Liebe auf den ersten Blick“ Tragik. Das fühlt sich leider zu Beginn ziemlich konstruiert an und die beiden wirken im Umgang miteinander steif und hölzern.
Das trübt mir ein bisschen die Lesefreude, denn ansonsten hat „Demon Horde MC Teil 1: Enforcer’s Price“ eine gute Storystruktur. Auch gelingt es der Autorin, einen glaubhaften Einblick in einen Motorradclub mit seinen Hierarchien und politischen Verpflichtungen zu gewähren.

Gelegentlich gibt es Wiederholungen in Gedankengängen, besonders bei Krista, die mich teilweise ermüden. Hier wäre es schön, wenn stattdessen manche Handlungsfäden auch zu Ende gesponnen werden würden. Denn so manches Mal fängt ein kleines Ereignis an, wird dann aber nicht bis zum Schluss ausgeführt. So fehlt mir manchmal ein Stück in dem doch recht stimmigen Gesamtbild.

Der Schreibstil ist angenehm und flott lesbar. Die erotischen Szenen sind schon beinah züchtig beschrieben und im Verhältnis zur Story recht zaghaft dosiert. Doch das passte an sich gut ins Konzept, da der Schwerpunkt eher auf dem Dilemma der Prostitution liegt und nicht romantisiert wird. Das macht „Demon Horde MC Teil 1: Enforcer’s Price“ schon zu etwas kleinem Besonderen und die Geschichte wirkt dadurch realistisch.

Das Beste an „Demon Horde MC Teil 1: Enforcer’s Price“ ist für mich, dass ich mir einfach zu keinem Augenblick so recht vorstellen konnte, wie es Sarah Hawthorne gelingen wird, ein akzeptables Ende zu entwerfen. Immer wieder nimmt alles überraschende Wendungen, das Verhalten der einzelnen Figuren bleibt größtenteils unvorhersehbar. Lediglich bei der Gefahr, die sich langsam aufbaut und in einem packenden Finale entlädt, hatte ich eine leise Ahnung, wie es sich auflösen würde.

Demon Horde MC Teil 1: Enforcer's Price von Sarah Hawthorne
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein erotischer Liebesroman, der im Milieu eines Motorradclubs angesiedelt ist und dessen weibliche Hauptfigur eine Prostituierte ist. Das wird jedoch nicht romantisiert à la Pretty Woman, was die Geschichte authentisch wirken lässt und zu reichlichen zwischenmenschlichen Problemen führt.

Lesen:

Wenn ihr Lust auf eine unterhaltsame, aber doch weiche Bikerromanze habt.

Weglegen:

Wenn es für euch bei einem Motorradclub um reichlich illegale und brandgefährliche Action handeln muss, wird euch dieses Buch nicht glücklich machen.

Mal ehrlich:

Demon Horde MC Teil 1: Enforcer’s Price ist der erste Teil einer Trilogie rund um einen Motorradclub. Ich mochte den Plot, da zwei Antihelden mit unterschiedlichen Lebenssituationen und Erwartungen aufeinanderprallten.
Krista und Colt waren tolle Charaktere mit spannenden Persönlichkeiten. Wenn sie unabhängig voneinander mit anderen Menschen interagierten, wirkten sie authentisch und lebendig. Doch gerade am Anfang, als die beiden sich kennenlernten, fühlte sich das Zusammentreffen von Krista und Colt seltsam an. Ich nahm es ihnen nicht ab, dass es sofort zwischen ihnen gefunkt hat. Die Begegnungen wirkten so künstlich und das fand ich schade. Denn an sich ist der Plot toll und die Darstellung eines MCs mit seinen politischen Rangeleien glaubwürdig sowie interessant. Ein bisschen soft dargestellt vielleicht, ja, aber im Mittelpunkt standen eher Kristas und Colts Gefühle füreinander.
Richtig gut gefallen hatte mir, dass die Autorin das Nutten-Dasein von Krista nicht romantisiert hat. Krista ging es einzig darum, ihre Rechnungen bezahlen zu können, um sich und ihre Tochter über die Runden zu bringen. Einen Zukunftsplan, an dem sie hart arbeitete, hatte sie sich auch ausgedacht und der lag fern eines Motorradclubs.
Interessant fand ich, dass die erotischen Szenen schon beinah züchtig wirkten und nicht opulent daherkamen. So ist es eher eine schöne Bikerromanze, was ich persönlich mochte.
Die Handlungen hatten unterschiedlichste Spannungsstufen und bot ein breites Unterhaltungsspektrum zwischen Romanik und gefahrvollen Augenblicken. Gelegentlich habe ich mir jedoch gewünscht, dass manche Handlungen fertig erzählt werden. So fühlte es sich wie ein Sprung in den Ereignissen an, was die Geschichte leider nicht ganz rund werden ließ.
Sehr positiv empfand ich, dass ich mir einfach nie vorstellen konnte, wie die Autorin diese Story zu Ende bringen würde und war angenehm überrascht über den Schluss des Buches.

Fazit:

Insgesamt ein toller Start in die Trilogie, wenngleich meine Erwartungen sich nicht voll erfüllt haben. Gerade bei einem Liebesroman sollte dieses Gefühl echt transportiert werden und sich nicht wie aufgewärmt anfühlen. Doch insgesamt konnte mich das Buch gut unterhalten und ich freue mich auf den zweiten Band.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

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