Als ich das Buch in der Verlagsvorschau des Plaisir d’Amour Verlages entdeckte, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen muss. Nicht nur das Cover, sondern auch der Klappentext haben mich gelockt und meine Neugierde angestachelt.

In meiner Rezension zum Buch
“Wo das Herz der Erde schlägt” von Mina Miller
gehe ich darauf ein, ob sich meine Vorfreude auf die Geschichte gelohnt hatte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar vom Plaisir d’Amour Verlag erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

Wo das Herz der Erde schlägt von Mina Miller
© Cover: Sabrina Dahlenburg

Infos zum Buch
erschienen beim Plaisir d’Amour Verlag
Veröffentlicht 12. Juni 2020
ca. 276 Seiten
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Klappentext

Emma Jones hat sich den Job einfacher vorgestellt. Mit ihrem Reporter-Team besucht sie den Yellowstone-Nationalpark um eine Dokumentation zu drehen. Doch ein Sturm und der Zusammenprall mit dem mürrischen Indianer und Ranger Ethan Blackbird werfen alle Pläne über Bord. Als Emma im Wald verschollen geht, setzt Ethan alles daran sie zu finden.

Bald schon sind beide auf sich allein gestellt und bemerken, dass sie sich doch ähnlicher sind als sie gedacht haben. Wo vorher eine anfängliche Anziehung zu spüren war, entflammt mitten in der Wildnis eine brennende Leidenschaft. Doch sie ahnen nicht, das Ethans dunkle Vergangenheit nicht die einzige Bedrohung in den Wäldern des Nationalparks ist. Emma und Ethan finden sich bald im Zentrum unheimlicher Vorgänge wieder, die die beiden in Gefahr bringen.

Die Großstadtpflanze und der Naturbursche. Zwei Welten, zwei Herzen, die aufeinanderprallen.

© Klappentext: Plaisir d’Amour Verlag

Auf diese Geschichte war ich besonders wegen des angekündigten Settings, dem Yellowstone-Nationalpark und dem indianischen Park Rangers Ethan gespannt. Beides waren Aspekte, die für mich besonders reizvoll waren, und ich wollte unbedingt wissen, wie sich daraus die Handlungen entwickeln würden.

Der gewählte Erzählstil war passend, denn obwohl der personale Erzähler die Situationen schilderte, war ich ganz nah an den beiden Hauptfiguren Ethan und Emma dran. So konnte ich innerhalb der Kapitel beide begleiten, und manchmal mischten sich die Eindrücke der beiden zu einem intensiveren Erzählstrang.
Ein bisschen störend war für mich, dass manche Ereignisse noch mal von der anderen Figur durchgekaut wurden. Zwar kürzte Mina Miller das stets so weit ab, dass sich die Dialoge nicht wiederholten, aber ich hätte das Ganze zur Entwicklung der Handlungen nicht benötigt. Für meinen Geschmack verwässerte es an diesen Stellen ein bisschen die Spannung.

Persönlich empfand ich, dass in dieser Geschichte ein Überhang an Antagonisten herrschte. Vor allem die Charaktere von Emmas Kollegen Vanessa und Kai waren mir ein Gräuel. Solche unsympathischen Menschen mag wohl niemand gern begegnen. Ihre Anwesenheit erzeugte eine schlechte Atmosphäre und hob vor allem Emmas Gemütszustand stark hervor.

Emma tat mir anfangs sehr leid. Sie war mit ihrem Job, der eigentlich ihr absoluter Traumberuf ist, total unzufrieden und unglücklich. Die Kollegen eine Katastrophe und da konnte ich gut verstehen, dass Emma sich dort null wohlfühlte.
Aber auch Ethan machte ihr gleich von Anfang an das Leben schwer, und das belastete sie emotional sehr. Ihre Gefühle wurden super an mich transportiert und ich konnte ihr nachfühlen. Mir war sie sympathisch und ihre Verlorenheit schlüssig dargestellt. Vor allem wie sie mit ihrer aktuellen Lebenssituation haderte, war intensiv und glaubwürdig beschrieben worden. Umso interessanter und deutlicher war ihre Entwicklung, die ich sehr mochte.

Ethan mochte ich trotz seines mürrischen Verhaltens von Beginn an. Sein zurückgezogenes Wesen wurde durch seine grimmige Art düster dargestellt. Warum er zu einem solchen verschlossenen und mürrischen Mann wurde, blieb lange im Dunkeln. Einige Andeutungen wiesen auf eine bestimmte Richtung hin, die ich jedoch nicht durchschaute.
Auf der anderen Seite machte es Ethan für mich interessanter, und da ich auch seine Gedanken und Emotionen mit erleben durfte, wollte ich natürlich gern vollständig hinter seine Fassade schauen.
Was mir jedoch sehr gefiel, dass die Verbundenheit zu seinen indianischen Wurzeln gut transportiert wurde und er auch daran festhielt.

Der von Mina Miller gewählte Schauplatz war wunderschön. Sie beschrieb den Yellowstone-Nationalpark so lebendig, dass ich ihn mir ohne Probleme vorstellen konnte und mir gewünscht hatte sofort dorthin reisen zu können. Außerdem bot er so eine große Vielfalt, nicht nur auf der Natur- und Tierebene, sondern auch auf der Handlungsschiene. Die Ereignisse waren teilweise unvorhersehbar und wechselten zwischen bezaubernden und bedrohlichen Momenten hin und her. Das reizte mich sehr.
Eingebettet in diese Geschichte waren auch erotische Szenen, die sich stimmig in das Gesamtbild einfügten und dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufsetzen.

Wo das Herz der Erde schlägt von Mina Miller
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Eine Liebesgeschichte zwischen zwei Welten mit vielen Hindernissen, eingebettet im schönen Setting des Yellowstone-Nationalparks.

Lesen:

Wenn ihr Liebesgeschichten mit einem ungewöhnlichen Schauplatz als Kulisse mögt und gern die Natur erkundet.

Weglegen:

In Büchern möchtet ihr nicht von Figuren lesen, die mit ihrer aktuellen Lebenssituation schwer hadern? Dann könnte diese Geschichte hier nichts für euch sein.

Mal ehrlich:

Auf diese Geschichte hatte ich mich wahnsinnig gefreut und ich wurde mit einem superschönen Setting, dem Yellowstone-Nationalpark, belohnt. Mina Miller gelang es scheinbar locker und leicht mir diese unglaublich faszinierende Natur in meinen Kopf zu holen. Gemeinsam mit den Protagonisten Emma und Ethan stand ich in diesem beeindruckenden Nationalpark und spürte die Sehnsucht, einmal selbst diesen Ort mit eigenen Augen sehen zu wollen.
Doch die Atmosphäre dieser Geschichte war nicht immer so farbenfroh wie der Park. Besonders am Anfang war sie sehr bedrückend und kalt. Ich lernte eine verschreckte Emma kennen, die von allen Seiten nur drangsaliert und gedemütigt wurde. Auch Ethan machte in diesem fiesen Reigen mit, doch bei ihm erwachte sie regelmäßig aus ihrer Lethargie und gab ihm ordentlich Pfeffer. Aber ansonsten trug sie finstere und schwere Gedanken mit sich herum und war todunglücklich in ihrem Job. Mina Miller transportierte dies alles wunderbar an mich, und ich konnte es Emma nicht nur nachfühlen, sie war mir auch supersympathisch.
Den mürrischen Ethan hatte ich von Anfang an gern, auch wenn seine Art manchmal ziemlich unmöglich gewesen ist. Aber sein Einfühlungsvermögen für die Tiere und sein Verständnis für die Natur machten ihn für mir einfach nur anziehend. Aber auch seine Vergangenheit ließ ihn interessant wirken, die ich einfach nicht zu durchschauen vermochte.
Der Schreibstil war schön flüssig und angenehm zu lesen. Einige Wiederholungen innerhalb der Geschichte empfand ich als störend, sie drosselten die Spannung. Dies bleib aber zum Glück nicht während des ganzen Buches so.

Fazit:

Eine Geschichte, die durch ihr wunderschönes Setting im Yellowstone-Nationalpark besticht. Ein gehüllt von den Wundern der Natur entsteht eine Liebesgeschichte, die mit allerlei Widrigkeiten kämpfen muss.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

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