Der Handlungsrahmen des Buches weckte meine Neugier, sodass ich die Geschichte unbedingt lesen wollte. Immerhin wurde hier ein sehr sensibles Thema angeschnitten und ich war gespannt, wie es die Autorin umsetzen würde.

In meiner Rezension zu „A Delicious Submission“ von Annabel Rose verrate ich euch, ob mich die Geschichte überzeugen konnte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar vom Plaisir d’Amour Verlag erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

A Delicious Submission von Annabel Rose
© Cover: Mia Schulte

Infos zum Buch
erschienen im Plaisir d’Amour Verlag
Veröffentlicht 8. November 2019
ca. 320 Seiten
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Klappentext

Der leidenschaftliche Traum von der Unterwerfung durch einen erfahrenen, verantwortungsbewussten Dom wird für Julia zur Hölle. Sie gerät in die Fänge des sadistischen Master Edward, der sie fortan misshandelt und demütigt, anstatt ihr Lust zu bereiten. Am Tiefpunkt ihres Lebens als Edwards Sklavin wird sie von Christopher Stone, einem ehemaligen Schulfreund und ebenfalls Dom, gerettet.

Christopher bietet Julia an, ihr Unterschlupf zu gewähren, bis sie weiß, was sie mit ihrer neugewonnenen Freiheit anfangen will. Der Albtraum aus Qual, Demütigung und Schmerz hat ein Ende. Nie wieder will sie sich einem Mann unterwerfen – bis ihre devote Sehnsucht doch die Überhand gewinnt und Christopher in ihren Fantasien die Hauptrolle spielt.

Kann Julia es wagen, sich ein zweites Mal vertrauensvoll zu unterwerfen und die Dämonen der Vergangenheit hinter sich zu lassen – oder wird sie für immer von ihnen verfolgt werden?

BDSM-Romance.

© Klappentext: Plaisir d’Amour Verlag

Der Klappentext in Verbindung mit dem Titel löste die Frage in mir aus, wie eine köstliche Unterwerfung in Einklang mit dem angekündigten Handlungsgerüst zu bringen sein würde. Immerhin erlebt Julia die sprichwörtliche Hölle. Statt lust- und vertrauensvoller Unterwerfung gerät sie an einen Mann, der sich nicht um den Verhaltensrichtlinien von BDSM schert. Statt Julias Tabus zu achten, bereitet es ihm Spaß, sie gegen ihren Willen zu quälen.

Doch ich fange am besten Mal von vorne an. Die Geschichte fing ganz harmlos an. Ich lernte die beiden schwer verliebten Protagonisten, Christopher und Julia, als Teenager kennen. Die Szenerie war so schön von Annabel Rose beschrieben worden, dass mich gleich das zweite Kapitel von meiner rosa roten Wolke herunter schleuderte.
Denn hier trafen die beiden erwachsenen Protagonisten in einer Situation aufeinander, die für Julia nicht gefährlicher und beschämender hätte sein können.

Ich hatte nicht erwartet, dass die Hauptfiguren sich so wieder begegnen würden. Mir hatte die Umsetzung aber sehr gut gefallen, weil der Leser hier an Julias tiefstem Punkt abgeholt worden war. Behutsam, aber mit der nötigen Glaubwürdigkeit, entwickelte sich Julia weiter. Stück für Stück lernte ich sie besser kennen und obwohl Julia so einige Fehlentscheidungen in ihrer Vergangenheit getroffen hatte, verurteilte ich sie nicht dafür. Im Gegenteil. Es machte die Figur menschlich und ihre Art war mir sehr sympathisch. Mit Hilfe von Rückblicken wurde schnell klar, dass jeder von uns blitzschnell die Kontrolle über das eigene Leben verlieren kann, wenn er nicht auf seine Umgebung und Ratschläge achtet.

Hier war definitiv spürbar, dass Annabel Rose genaue Recherchen betrieben hatte. Glaubwürdig und erschreckend realistisch stellte sie Julias Weg in die Abhängigkeit eines sadistisch veranlagten Mannes dar. Während ich mir als außenstehende Person gar keine Vorstellung davon machen konnte, wieso so ein sympathischer und auch kluger Mensch, wie Julia, sich selbst derart vergisst, dass sie alle Erniedrigungen still erduldet, zeigte Annabel Rose nachvollziehbar auf, dass es gar nicht so unmöglich ist. Mir ging Julias Schicksal unter die Haut und ich war froh, dass Christopher das Gegenstück zum Antagonisten bildete.

Obwohl auch Christopher einen recht großen Teil der Geschichte für sich beanspruchte, war seine Entwicklung eher gering. Es verdeutlichte aber nur, dass Christopher mit beiden Beinen fest im Leben stand und sein Erfahrungsschatz in sämtlichen Lebenslangen, um einiges Größer als der von Julia, war. Ich mochte seinen Charakter und fand seine Art sehr angenehm.

Trotz des recht düsteren Kernthemas rundum Vertrauensmissbrauch und Erniedrigung, gelang es Annabel Rose, dies in eine hellere Atmosphäre zu betten und aufzuzeigen, wie es besser und schöner sein kann, um dennoch seine tiefsten Sehnsüchte ausleben zu können.
Dabei wurde es recht häufig sehr erotisch. Die Beschreibungen waren immer sehr bildlich, gleichzeitig aber niveauvoll und sehr anregend.
Generell war der Schreibstil von Annabel Rose sehr flüssig und mitreißend, sodass ich tief in die Geschichte eintauchen konnte.

Immer wieder wurde ich von den Wendungen überrascht und muss sagen, dass der Aufbau des Buches schlüssig und sinnvoll durchdacht gewesen war.
Die Kapiteltitel waren passend zu den nachfolgenden Handlungen und erhöhten die Spannung auf das Kommende.

A Delicious Submission von Annabel Rose
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Eine äußerst erotisch geschriebene Geschichte, die ganz klar aufzeigt, wie wichtig Vertrauen und respektvoller Umgang in einer BDSM-Beziehung ist und schonungslos darlegt, was passiert, wenn dem nicht so ist.

Lesen:

Ihr mögt erotische Bücher, die mit einer sinnigen Geschichte ausgestattet sind? Und euch schreckt nicht ab, dass es hier um BDSM geht? Perfekt, dann empfehle ich euch gern dieses Buch.

Weglegen:

Erotische Szenen in Büchern sind gar nichts für euch? Dann lieber zu einem anderen Buch greifen. Hier ist reichlich sinnliche Liebeskunst vorhanden.

Mal ehrlich:

Meine Neugier auf das Buch war extrem hoch. Oft werden in Büchern, die als Thema BDSM haben, nicht die Schattenseiten aufgezeigt beziehungsweise besprochen. Dies war hier aber der Fall und ich muss sagen, dass ich die Umsetzung wirklich toll gefunden habe.
Annabel Rose hatte authentisch aufgezeigt, wie schnell ein Mensch in eine Abhängigkeit rutschen kann, die er so niemals gewollt hatte. Dabei bediente sie sich nie an Klischees, sondern schilderte alles so eindrücklich, dass mir der eisige Hauch der Realität ins Gesicht blies.

Mich hatte die Geschichte um Julia sehr berührt und gleichzeitig war ich froh, dass ihre Jugendliebe Christopher mit von der Partie war.
So entstand eine fesselnde, hoch erotische und sehr glaubwürdige Geschichte. Die Charaktere wurden so angelegt, dass sie auch unsere Nachbarn sein könnten und das machte die Geschichte nicht nur lebendig, sondern auch authentisch.
Besonders gut gefallen hatte mir die Tatsache, dass Annabel Rose den Horror, den Julia erdulden musste, Stück für Stück erzählte. So wurden die finsteren Szenen von jeder Menge hellen und freundlichen Handlungen umschlossen, sodass mir das Grauen von Julia zwar nahe ging, aber mich gedanklich nicht zerstörte.

Besonders fasziniert hat mich der Balanceakt von Annabel Rose. Sie schaffte es eindrücklich aufzuzeigen, wie schmal der Grat einer lustvollen Unterwerfung sein kann. Dabei erhob sie nie den belehrenden Finger, sondern erläuterte an Hand von Julia wie schnell ein sehnsüchtiger Wunsch zur Hölle auf Erden werden kann. Nie ließ die Autorin ihre Protagonistin vollkommen abstürzen, sondern bot ihr immer einen Hoffnungsschimmer an.

Fazit:

Eine emotionsgeladene Geschichte, die auch die Schattenseiten von BDSM beleuchtet. Starke Charaktere und gefühlvolle Schilderungen runden das Buch zu einem Leseerlebnis ab.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf noch eine BDSM Geschichte mit viel Humor? Dann empfehle ich euch:
Shut up, Kätzchen! von Sara-Maria Lukas