Christine Brand hat mich mit den ersten beiden Fällen rund um Malou als Ermittlerin bereits voll und ganz überzeugt. Als ich dann erfuhr, dass ein weiterer Band erscheint, war für mich sofort klar, dass ich unbedingt erfahren möchte, wie ihr nächster Fall aussieht.
In meiner Rezension „Vermisst – Der Fall Lucas“ von Christine Brand erfahrt ihr, ob mich Malous neuer Fall überraschen konnte.
Leseexemplar
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❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

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erschienen bei Blanvalet Verlag
Veröffentlicht 29. April 2026
ca. 544 Seiten
Band 3 der Reihe Malou Löwenberg
Klappentext
Privatdetektivin Malou Löwenberg ahnt sofort, dass dieser Auftrag anders ist. Ihre Klientin Lana ist todkrank und hat nur noch einen Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der seit sechsundzwanzig Jahren als vermisst gilt. Doch der Auftrag hat einen Haken: Lucas will nicht gefunden werden – er verschwand, nachdem er zwei Mädchen ermordet hatte. Je länger Malou recherchiert, desto sicherer ist sie, dass Lucas noch weitere Frauen getötet hat. Eine Reise in eine zutiefst verstörende Vergangenheit beginnt – bis Malou plötzlich selbst zur Zielscheibe wird …
© Klappentext: Blanvalet Verlag
Der Prolog ist sofort spannend. Ich begleite Nora, die gemeinsam mit ihrer Freundin Jenny mithilfe eines Ouija‑Bretts mit einem Toten sprechen möchte. Noras Unbehagen überträgt sich dabei auf mich und ich verfolge sprachlos, wie plötzlich alles anders verläuft als gedacht.
Im ersten Kapitel treffe ich auf Malou, die mit ihrem Chamäleon Frederick beim Tierarzt sitzt, als sich der nächste Auftrag ankündigt.
Der neue Fall bewegt mich sofort emotional. Malous Klientin ist Lana Boban, die in einem Hospiz lebt und nur noch wenig Zeit hat. Ihr einziger Wunsch ist es, ihren vermissten Bruder Lucas ein letztes Mal zu sehen. Das berührt mich sehr und die Dringlichkeit, die von diesem Fall ausgeht, packt mich. Malou beginnt einen spannenden Wettlauf gegen die Zeit.
Malous Ermittlungsarbeit ist spannend und erscheint beinahe unmöglich. Offiziell gilt Lucas als tot, doch es gibt Hinweise, die das Gegenteil vermuten lassen. Malou muss an dem Tag ansetzen, an dem Lucas vermeintlich Selbstmord begangen hat, und herausfinden, was tatsächlich geschehen ist. Wie es danach weitergegangen sein könnte, bleibt vorerst eine große Unbekannte. Ihre Spurensuche ist aufregend, da sie unter enormem Zeitdruck steht und oft zwischen Pflicht- und Mitgefühl hin- und hergerissen ist.
Doch nicht nur der Fall um Lucas beschäftigt Malou. Auch Ludwig, der alte Friedhofsgärtner, benötigt dringend ihre Hilfe als Privatdetektivin. Ihm wurde eine Urne gestohlen, was für Ludwig ein großes Problem darstellt. Eigentlich hat Malou dafür kaum Zeit, doch Ludwig ist nicht nur ein alter Freund der Familie, sondern hat ihr auch bei ihrem letzten Fall geholfen.
Außerdem könnte sich die Frage nach Malous leiblichen Eltern endlich klären. Dieser Handlungsfaden begleitet mich seit dem ersten Band, und ich bin gespannt, ob sich das Rätsel in diesem Teil nun lösen wird.
Zudem gefällt mir, dass liebgewonnene Nebencharaktere, die Malou bereits seit ihrem ersten Fall begleiten, auch hier wieder eine Rolle spielen. So fühlt sich das Lesen dieses Krimis fast an wie nach Hause kommen.
Vermisst – Der Fall Lucas lebt von den Perspektivwechseln, die mir sehr gefallen. Hauptsächlich begleite ich Malou, aber auch eine unbekannte Person, bei der ich früh eine Vermutung habe. Als sich offenbart, wer es ist, liege ich richtig. Besonders berührt mich der kurze Ausflug in Lanas Perspektive. Ihre Gedanken, ihre Hoffnung und ihre Angst vor der Wahrheit treffen mich tief. Auch die Rückblenden in die Vergangenheit sind interessant, weil sie mir mehr verraten, als Malou weiß.
Die Atmosphäre in Vermisst – Der Fall Lucas ist eine Mischung aus Hoffnung, Anspannung und der ständigen Angst, dass Malou ihren Auftrag zu spät oder gar nicht erfüllen kann. Mich fasziniert, welche Möglichkeiten eine Detektivin hat, die Wahrheit aufzuspüren. Ich mag auch sehr, dass die Ermittlung immer wieder durch das Leben unterbrochen wird. Alltägliche Situationen bekommen Raum, sodass sich mein Fokus ständig ein wenig verschiebt. Und ich kann fleißig mit spekulieren.
Die Auflösung des Falles überrascht mich. Meine lang gehegte Vermutung bestätigt sich zwar, aber bei der finalen Aufklärung liege ich völlig daneben. Diese Entwicklung habe ich überhaupt nicht in Betracht gezogen und bin davon begeistert.
Sehr schön finde ich, dass Christine Brand ein ganz besonderes Ende schreibt. Es berührt mich sehr und schließt diesen Fall rund sowie stimmig ab.

© Foto: Hintergrund erstellt mit Microsoft Copilot, weiterbearbeitet von Monique Meier
Kurz gesagt:
Was dich erwartet:
Ein Kriminalroman, der Hoffnung mit einem Wettlauf gegen die Zeit und der Suche nach der Wahrheit verbindet.
Lesen:
Wenn ihr Kriminalromane mögt, die Ermittlungsarbeit mit emotionaler Dringlichkeit verbinden, sodass sich Spannung aufbaut und ihr miträtseln könnt, dann ist dieses Buch eine echte Empfehlung.
Weglegen:
Wenn ihr bei Kriminalromanen erwartet, dass Fälle geradlinig verlaufen und ihr euch einen eher ruhigen Ablauf wünscht, solltet ihr das Buch vielleicht nicht zur Hand nehmen.
Mal ehrlich:
Malous neuester Fall geht mir sofort unter die Haut. Lana Boban lebt im Hospiz und hat nur noch einen letzten Wunsch: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen. Offiziell gilt Lucas als tot, doch Hinweise sprechen dagegen. Malou muss an einem Tag ansetzen, der von einer schrecklichen Tat geprägt ist und an dem vieles im Dunkeln liegt. Während sie versucht, die Wahrheit herauszufinden, gerät sie immer wieder in einen inneren Konflikt zwischen Pflicht- und Mitgefühl. Genau das macht den Fall für mich so intensiv. Der Wettlauf gegen die Zeit erzeugt eine unglaublich spannende Grundspannung.
Abgerundet wird das Ganze durch eine faszinierende Recherche, die Perspektivwechsel und Rückblenden in jene Zeit einbindet, als das Unheil seinen Lauf nahm. Dabei eröffnen kleine, alltägliche Momente Raum zur Entfaltung der Geschichte. Selbstverständlich ist auch wieder Ludwig, der alte Freund von Malous Vater, mit dabei. Er taucht mit einem ganz eigenen kleinen Problem auf und benötigt ebenfalls dringend Malous Hilfe.
Generell gefällt mir, dass liebgewonnene Nebencharaktere auch in diesem Band wieder dabei sind. Sie verleihen der Geschichte eine hervorragende Tiefe.
Die Atmosphäre besticht durch eine Mischung aus Sehnsucht, Anspannung und der Angst, dass am Ende die Wahrheit eher Schmerz als Erlösung bringt. Malous Hartnäckigkeit beeindruckt mich, gleichzeitig möchte ich sie schütteln, wenn sie sich in Szenarien verrennt, die ich ausschließe. Am Ende liegen wir beide daneben, und das zeigt, wie herrlich vielschichtig dieser Fall ist.
Fazit:
Vermisst – Der Fall Lucas ist ein packender Kriminalroman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite ausgesprochen gut unterhält.
*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*
Lesetipp:
Auch wenn jeder Fall unabhängig lesbar ist, empfehle ich euch bei Band 1 zu starten:
Dann empfehle ich euch:
Vermisst – Der Fall Anna von Christine Brand
Eine wirklich gelungene und ausführliche Rezension! Mir gefällt besonders, dass du nicht nur die spannende Handlung beschreibst, sondern auch die emotionale Seite der Geschichte hervorhebst. Dadurch bekommt man einen sehr guten Eindruck davon, was einen in diesem Krimi erwartet, ohne dass zu viel verraten wird. Deine Begeisterung für die Ermittlerin Malou und ihre Entwicklung innerhalb der Reihe ist deutlich spürbar und macht neugierig auf die Bücher. Nach deiner Rezension ist mein Interesse an „Vermisst – Der Fall Lucas“ auf jeden Fall noch einmal gewachsen. Vielen Dank für diesen informativen und mit viel Herz geschriebenen Beitrag! 😊
Lieber Benjamin,
vielen herzlichen Dank für deinen wertschätzenden Kommentar. Ich kann die Reihe wirklich wärmstens empfehlen. Falls du sie lesen solltest, wünsche ich dir eine spannende Unterhaltung.
Liebe Grüße
Mo