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Nachdem das Buch „Die Hornisse“ mit einem kleinen gemeinen Cliffhanger geendet ist, konnte ich nicht widerstehen und wollte wissen, wie alles im finalen Band enden würde.

In meiner Rezension „Violas Versteck“ von Marc Raabe verrate ich euch, ob mich der Thriller abholen konnte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Ullstein Buchverlage GmbH erhalten
❧ Vielen Dank an Tina Lurz für die Vermittlung
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

Violas Versteck von Marc Raabe
© Umschlaggestaltung: zero-media.net

Infos zum Buch
erschienen bei Ullstein Buchverlage GmbH
Veröffentlicht 24. Februar 2022
ca. 624 Seiten
Band 4 der Tom Babylon-Serie
erhältlich als Taschenbuch und eBook
 

Klappentext

Es ist besser, du findest mich nie

LKA-Ermittler Tom Babylon ist wie elektrisiert. Seit vielen Jahren sucht er nach seiner kleinen Schwester Vi. Und plötzlich gibt es einen Hinweis: Ein Foto von Viola als erwachsene Frau, das er im Keller seines Elternhauses findet.

Wenig später kommt Toms Vater bei einem mysteriösen Überfall in der Berliner U-Bahn ums Leben. Tom fürchtet, auch der Täter ist auf der Suche nach Viola. Und er hat einen Verdacht, wer es sein könnte: sein früherer Mentor Dr. Walter Bruckmann, der geschworen hat, ihm das Leben zur Hölle zu machen.

Doch wie kann ein Mann, der seit seiner Verurteilung in einer psychiatrischen Anstalt in den Alpen einsitzt, in Berlin einen Mord verüben?

„Ohne Zweifel ist Marc Raabe einer der besten Thriller-Autoren Deutschlands. Die Tom-Babylon-Reihe hat längst Kultstatus erreicht. Wer den Autor noch nicht kennt, sollte dies schnell ändern. „Violas Versteck“ ist ein mitreißender, intensiver Thriller, der den krönenden Abschluss der packenden Reihe um Tom Babylon und Sita Johanns darstellt.“ KRIMIcouch.de

Marc Raabe enführt Sie in diesem Thriller in ein packendes Kopfkino.

Band 4 der Tom Babylon-Serie. Verpassen Sie nicht Band 1 bis 3!

© Klappentext: Ullstein Buchverlage GmbH

Das Cover von „Violas Versteck“ war passend zu den ersten drei Bänden gestaltet worden und das gefiel mir richtig gut. An sich sind die Bücher unabhängig lesbar, allerdings empfehle ich dennoch mit „Schlüssel 17“ zu beginnen, der den Auftakt der Tom-Babylon-Serie bildete. Ich kenne weder den ersten noch den zweiten Teil, was besonders in „Violas Versteck“ auffiel. Natürlich konnte ich der Handlung problemlos folgen, doch da es immer wieder kleine Bezüge zu den vorherigen Ereignissen gab, war ich am Ende nicht komplett im Bilde. Und das raubte leider diesem Buch ein wenig die Spitzfindigkeit und Überraschung. Denn alles baute irgendwie ineinander auf und es wurden teilweise Erzählstränge in diesem Buch erst richtig beendet.

Trotz der etwas ungünstigen Bedingungen für mich sorgte der packende Einstieg gleich zu Beginn dafür, dass ich sofort mitten in den Ereignissen war und genauso im Dunkeln tappte wie Tom Babylon nach seinem Gedächtnisverlust.
Dank der kurzen Kapitel und dem sehr einnehmenden und detaillierten Schreibstil war ein hohes Lesetempo mit reichlich spannungsvollen Momenten möglich. Zusätzlich sorgten die wechselnden Perspektiven für reichliches Rätsel raten bei mir. Das wiederum heizte meine Neugierde extrem an und ich ertappte mich oft dabei, wie sich beim Lesen mein Puls beschleunigte. Allerdings war auch volle Konzentration gefragt, denn Marc Raabe spann unzählige Handlungsfäden, die teilweise in der jüngeren Vergangenheit lagen und sich dynamisch bis zu den aktuellen Ereignissen vorarbeiteten, aber auch im aktuellen Zeitgeschehen spielten. Einmal gab es auch einen kurzen Ausflug in eine Vergangenheit vor rund 30 Jahren, die an einer Szene anknüpfte, die ich in „Die Hornisse“ gelesen hatte. Hier zeigte sich sehr schön, wie komplex eigentlich „Violas Versteck“ war und das ich mich selbst dieses Wow-Effektes beraubt habe, da ich die ersten zwei Bände nicht kenne.

Mir gefiel sehr gut, dass die unterschiedlichen Erzähl- und Zeitstränge klar abgegrenzt wurden, sodass ich sehr gut allem folgen konnte. Außerdem erhöhte es beständig die Spannung und es war spürbar, wie sich alles auf einen explosiven Showdown hinarbeitete. Besonders interessant fand ich die kurzen Auszüge aus dem Justizvollzugsgesetzbuch – Strafvollzug. Es passte nicht nur zur Geschichte, sondern erweiterte nebenbei auch gleich mein Wissen.

Die Charaktere waren vielschichtig und es war spürbar, dass auch sie sich weiterentwickelt hatten. Für mich persönlich blieb es schwer, empathisch mit den Hauptcharakteren zu sein. Das mochte aber vor allem daran liegen, dass ich die Figuren noch immer nicht intensiv genug kannte und deshalb auch ihre Handlungsweisen nicht immer zu hundert Prozent nachvollziehen konnte. Dennoch mochte ich die Lebendigkeit, mit denen die einzelnen Figuren glänzten. Auch faszinierte mich, dass die Ereignisse in der Gegenwart durchaus auch einen realistischen Bezug hatten, denn zum Beispiel hatte Corona die Menschen fest im Griff. Dennoch spielte das kleine Virus eher eine kleine Gastrolle, denn es ging hauptsächlich um die Maßnahmen, die wir diesem Virus zu verdanken haben.
Das Ende von „Violas Versteck“ war stimmig und ich konnte mir durchaus vorstellen, dass dies auch im wahren Leben solche gefährliche Verstrickung geben könnte.

Violas Versteck von Marc Raabe
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Eine rasante Geschichte, die endlich die letzten dunklen Geheimnisse der Tom-Babylon-Reihe enthüllen möchte.

Lesen:

Wenn ihr auf der Suche nach einem temporeichen Thriller seid und im Idealfall schon die ersten drei Bände kennt.

Weglegen:

Wenn ihr familiär gestaltete Thriller nicht mögt und lieber Polizisten bei der Ermittlungsarbeit über die Schultern schauen wollt.

Mal ehrlich:

„Violas Versteck“ war ein rasant erzählter Thriller, der die Ereignisse rasch vorantrieb und dank verschiedener Perspektivwechsel mit viel Dynamik Spannung innerhalb der Geschichte aufwarten konnte. Mir gefiel die Verknüpfung zwischen neuerer Vergangenheit und Gegenwart und es war sehr aufregend mit zu erleben, wie die verschiedensten Handlungsstränge sich am Ende zu einem großen Gesamtbild zusammenfügten.
Ein bisschen traurig war ich, dass ich mich des großen Wow-Effektes selber beraubt hatte, da ich die ersten zwei Bücher der Tom-Babylon-Serie nicht kannte. Die Kenntnisse waren zwar nicht notwendig, um das große Ganze zu verstehen, sehr wohl aber, um die kleinen Feinheiten richtig bewusst wahrnehmen zu können. Außerdem wäre dann auch das Mitraten viel intensiver möglich gewesen.
Auch litt ein wenig die Beziehung zwischen mir und den Protagonisten darunter. Zwar hatte ich dieses Mal einen besseren und intensiveren Draht zu ihnen und konnte auch ihre Weiterentwicklung erkennen, aber die Nähe war nicht so stark, dass ich mit ihnen groß mitgelitten und mitgefiebert hätte.
Die Auflösung des Ganzen war beeindruckend und spektakulär. Ich habe mich auf Rund 630 Seiten nicht eine Sekunde gelangweilt und mochte den finalen Schluss.

Fazit:

„Violas Versteck“ bringt alles mit, was ein unterhaltsamer Thriller benötigt. Sollte aber wenn möglich in der richtigen Serienreihenfolge gelesen werden, um maximalen Lese Spaß zu haben.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

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Dann empfehle ich euch:
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