Nachdem ich im Februar zum ersten Mal einen Pocket Escape Book ausprobiert hatte, hatte ich Feuer gefangen. Das Konzept gefiel mir so gut, auch wenn ich nicht sehr erfolgreich gewesen bin, dass ich unbedingt ein weiteres Buch aus der Reihe machen wollte.

In meiner Rezension zu
„Pocket Escape Book: Auf der Suche nach dem Tempel von WEN SÈ“ von Nicolas Trenti gehe ich darauf ein, ob diese Rätsel kniffelig waren und ob es mir dieses Mal schneller gelangen sie zu lösen.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Ullmann Medien erhalten
❧ Vielen Dank an Literaturtest für die Vermittlung
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

Pocket Escape Book: Auf der Suche nach dem Tempel von WEN SÈ
© Coveradaption: Beate Lennartz

Infos zum Buch
erschienen bei Ullmann Medien
Veröffentlicht 24. August 2020
Originaltitel Escape Game Poche – À la recherche du temple de Wen Sé
Übersetzt von Marta Waja
Empfohlenes Spielalter: ab 12 Jahre
ca. 128 Seiten
erhältlich als Taschenbuch
 

Klappentext

Sie sind erfolgreiche Archäologin und stehen kurz vor Ihrem größten Triumph: Der Erkundung des Urwaldtempels von Wen Se, in dessen Tiefen Sie einen Edelstein von unschätzbarem Wert vermuten. Doch die Erbauer des Heiligtums haben schon vor langer Zeit dafür gesorgt, dass der Tempel nicht ohne Weiteres wieder preisgibt, was er verbirgt – und dazu gehören auch seine Erforscher! Bei den neuen Titeln aus der Pocket Escape Book-Reihe kommen Freunde geheimnisvoller Bücher, uralter Schätze und vergessener Tempel auf ihre Kosten. Der Leser hat den Handlungsablauf selbst in der Hand und kann sich selbst immer wieder auf die Probe stellen, ob er es schafft, das Spielziel binnen 60 Minuten zu erreichen. Dieser Titel kann parallel mit Smartphone, Tablet oder PC gespielt werden.

© Klappentext: Ullmann Medien


Wie funktioniert das Escape Book?

Das jeweilige Buch ist der Dreh- und Angelpunkt eines Abenteuers, in der du die Hauptperson bist.

Einleitung:

Zu Beginn wird eine kurze einleitende Geschichte erzählt, in der geklärt wird, wer ihr seid und wie es euch in diesen eingeschlossenen Raum verschlagen hat. Anschließend beginnt der sechzigminütige Countdown, in dessen Zeitrahmen ihr euch aus dieser eingesperrten Situation befreien müsst.
Natürlich kann die Zeit auch problemlos überschritten werden. Zum einen spielt ihr für euch, zum anderen soll es ja Spaß machen.

Mit Smartphone oder lieber ohne?

Nun kann entschieden werden, ob mit oder ohne Smartphone, Tablet und Co. gespielt wird. Das Buch ist so konzipiert, dass die Rätsel auch nur mit dem Buch lösbar sind. Jedoch bietet die dazu passende Website die Möglichkeit, die Zeit besser zu nutzen, da die gebildeten Zahlen- oder Buchstabenkombinationen direkt in einen Decoder eingegeben werden können und ihr diesen weiterführenden Code nicht im Buch nachschlagen müsst. Der Decoder verrät gleich die passende Bedeutung.

Die Räume:

Es gibt in den Escape Books mehrere Räume, die ihr betreten könnt, wenn ihr im vorherigen Raum das entsprechende Rätsel gelöst habt. Auch hier gibt es immer eine kurze Geschichte dazu, in der auch einige Wegweiser genannt werden, um in der Geschichte weiterzukommen.

Codewords bilden:

Wie genau das funktioniert, wird in jedem Buch ausführlich erklärt. Kurz zusammengefasst:
Es ist möglich diverse Handlungen mit Gegenständen durchzuführen, indem Buchstabenkombinationen gebildet werden. Diese Kombinationen ergeben wiederum einen Code, der vielleicht weiterhilft. Es gibt aber auch Zahlencodes, mit deren Hilfe ihr zum Beispiel Schlösser knacken oder verborgene Räume betreten könntet.

Zusatzmaterial?

Theoretisch benötigt ihr außer dem Buch nichts weiter. Es muss nichts ausgeschnitten oder bemalt werden. Jedoch empfiehlt es sich, einen Zettel und einen Stift bereitzulegen. So kann ganz fix auch mal was notiert werden. Natürlich könnt ihr auch ins Buch schreiben, wenn ihr das möchtet.

Pocket Escape Book: Auf der Suche nach dem Tempel von WEN SÈ
© Foto: Monique Meier

Meine Meinung:

Archäologin wäre ich auch sehr gerne mal geworden. Daher war es perfekt, dass ich in diesem Buch einfach mal eine sein durfte. Auf der Suche nach einem Diamanten wurde ich in einem Tempel eingeschlossen.

Dieses Mal fühlte ich mich besser vorbereitet auf dieses Abenteuer und auch hier verwendete ich als zusätzliche Hilfe mein Smartphone. Der Decoder auf der Website war wirklich um einiges schneller, als wenn ich es mühselig selber im Buch nachschlagen müsste. Die Zeitersparnis war daher enorm.
Ein weiterer Vorteil war, dass ich nach dem Decodieren auch gleich die passende Bedeutung dazu erhielt. Auch diese musste ich somit nicht mühselig im Buch nachschlagen. Außerdem kam mir dabei zugute, dass ich mich nicht versehentlich durch die anderen Entschlüsselungen spoilern konnte. Denn ich neige immer dazu, alles andere auch gleich lesen zu wollen. So kam ich gar nicht erst in Versuchung. Einzig bei bestimmten Illustrationen griff ich auf das Buch zurück, weil es da größer abgebildet war und ich auch immer wieder zum Anschauen ohne große Umwege dorthin hinblättern konnte. So musste ich mir nicht noch den entsprechenden Code merken, um es auf meinem Smartphone aufrufen zu können.

Durch die Rätsel kam ich dieses Mal wirklich gut durch. Es fiel mir dieses Mal auch viel leichter, die entsprechenden Kombinationen zu bilden, um anschließend den Hinweistext zu erhalten. Jedoch muss ich Faires halber sagen, dass ich das Buch nicht an einem Stück durch gespielt habe, sondern ich tatsächlich zwischenzeitlich eine Pause machen musste. Dies war aber mithilfe der Website gar kein Problem. Die Zeit konnte ich problemlos stoppen und auch am nächsten Tag ganz entspannt weiterspielen.

Tatsächlich gelang es mir fast alle Rätsel, die teilweise ziemlich knifflig gewesen sind, selbstständig zu lösen. Einzig das Rätsel mit den Steinfliesen konnte ich beim besten Willen nicht enträtseln. Obwohl ich das Buch ganz alleine schaffen wollte, bat ich sowohl meinen Mann als auch meinen Vater um Mithilfe. Keiner von ihnen konnte das Rätsel anhand der Beschreibung lösen. So blieb mir leider nichts anderes übrig, als in die Lösungen zu gucken. Aber auch der korrekte Weg aus dem Lösungsteil half mir nicht das Rätsel wirklich zu verstehen. Entweder wurde da etwas nicht richtig erklärt oder ich war schlicht und ergreifend zu dämlich dafür. Egal, was es gewesen ist, an diesem Rätsel bin ich jedenfalls grandios gescheitert.

Die unterschiedlichen Schweregrade der Rätsel waren toll. Bei manchen bekam ich sogar glänzende Augen, weil sie so raffiniert waren. Ein anderes Rätsel war tatsächlich so kniffelig, dass ich mir die entsprechenden Sachen nachzeichnen und ausschneiden musste, weil ich nicht in der Lage war, mir das im Kopf richtig vorzustellen. Das kostete mich zwar viel Zeit, machte mir aber unheimlich viel Spaß. Lustiger weise gesellte sich auch meine Familie dazu, die auch versuchte, das Rätsel entsprechend zu lösen.

Was mich ein bisschen gestört hatte, war die Inventarliste auf der Website. Dort war es mir nicht möglich, erledigte Gegenstände wieder davon zu entfernen. Das war nicht so schön. Dafür gab es im Buch bei jedem neuen Raum eine Übersicht der Objekte, die noch aktuell sind. Dies entschädigte mich sozusagen dafür, dass ich es nicht direkt auf der Website ändern konnte. Dies könnte vielleicht noch nachjustiert werden.

Den Aufbau der Geschichte fand ich sehr gelungen und mithilfe der Zeichnungen der jeweiligen Räume kam ich auf supergut mit den Beschreibungen der Umgebung klar. Sie dienten mir optisch als Anlaufpunkt und ich konnte beim Betrachten daraus manchmal sogar neue Ideen gewinnen.

Trotz meiner Euphorie war es mir nicht gelungen, alle Rätsel innerhalb von 60 Minuten zu knacken und mich zu befreien. Stattdessen habe ich fast zwei Stunden benötigt. Aber ich habe es trotzdem bis zum Ende geschafft, auch wenn ich den Lösungsteil einmal bemühen musste. Daher war mein Endergebnis auch nur glorreiche zweieinhalb Sterne wert.

Fazit:

Dieses Escape Book hatte mich sehr begeistert. Die Rätsel waren unterschiedlich schwer und toll ausgedacht. Bis auf das eine, was sich aus irgendwelchen Gründen nicht vernünftig lösen ließ. Trotz anschließender Lösungshilfe blieb mir die Enträtselung schleierhaft. Egal. Spaß hat es trotzdem gemacht. Mein nächstes Ziel ist es, ein Escape Book unter anderthalb Stunden zu schaffen.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Pocket Escape Book by Ullmann Medien
© Foto: Monique Meier


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