Das Thema des Buches, Geschwisterliebe, reizte mich sehr und ich war neugierig auf die Umsetzung. Immerhin sollte es hier über die normale Zuneigung zwischen Geschwistern hinausgehen.

In meiner Rezension zu dem Buch
„ICH.DARF.NICHT.: Drama in 3 Akten“ von Natascha Fürstl verrate ich euch, ob mich die Tragödie um die verbotene Liebe packen konnte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Natascha Fürstl erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

ICH.DARF.NICHT. von Natascha Fürstl
© Cover: Burcu Dogan, Unsplash Grafiken Canva

Infos zum Buch
erschienen bei neobooks
Veröffentlicht 21. Mai 2020
ca. 191 Seiten
Band 1 der Olivia und Robert Dilogie
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Klappentext

»Ich liebe meinen Bruder mehr als alles andere auf dieser Welt. Ich liebe ihn mehr, als ich darf.«

Olivias Bruder kehrt nach vier Jahren Exil in einem Schweizer Nobelinternat in den Schoß der Familie zurück. Der schwelende Konflikt zwischen den Geschwistern scheint unüberbrückbar. Was ist in jenem letzten, gemeinsamen Sommer, an den sich das Mädchen nur lückenhaft erinnert, zwischen ihr und Robert wirklich geschehen? Warum verschwand er danach ohne ein einziges Wort für lange Zeit aus ihrem Leben? Je näher Olivia der Wahrheit kommt, dass nicht Hass, sondern Liebe sie einander entfremdet hat, desto mehr geraten die beiden in einen Sog aus Schuld, Sühne und verzehrender Leidenschaft.

Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse. (Friedrich Nietzsche)

Warnung: Dieser Roman enthält erotische Szenen.

Neuformatierte Auflage ohne Änderung des Inalts.

© Klappentext: Natascha Fürstl

Optisch war das Buch sehr ansprechend gestaltet worden. Vor allem wurde auch auf das Innenlayout wert gelegt. Schöne Ornamente lockerten das Buch auf. Die Unterteilung des Buches war sehr interessant, denn die Geschichte wurde in drei Akten erzählt, welche noch mal einzelne betitelte Kapitel enthielten.

Da die Geschichte in Österreich spielte, gab es auch oft Begrifflichkeiten, die dort alltäglich im Wortschatz gebraucht werden. Dies verlieh der ganzen Geschichte Authentizität. Sehr mochte ich, dass es am Ende ein Glossar dazu gab, was die unterschiedlichen Bezeichnungen bedeuteten. So konnte ich immer mal wieder nachschlagen, wenn ich das ein oder andere nicht kannte.

Das Thema, um die verbotene Geschwisterliebe, war interessant aufbereitet worden. Ich erfuhr nur die Sicht von Olivia, die ihre Geschichte und ihre Emotionen selbst erzählte. So war ich recht nah am Geschehen dran.
Bisweilen empfand ich sie unreif. Es passte aber zu ihrem Alter. Später wandelte sich ihr Verhalten. Sie machte eine interessante Entwicklung im Laufe des Buches durch. Ihren inneren Zwist bezüglich dieser verbotenen Liebe war intensiv dargestellt worden. Dennoch schaffte ich es nicht, eine engere Beziehung zu Olivia aufzubauen. Mich berührten ihre Sehnsüchte und ihre Verzweiflung nicht in dem Ausmaß, wie ich es mir gewünscht hätte.

Die Familienverhältnisse waren ein bisschen verrückt. Das machte die Verwandtschaft aber auch wieder sympathisch. Ich hatte es hier keinesfalls mit einer perfekten Familie zu tun und jeder hatte so seine Eigenheiten und kleine Geheimnisse. Das war in dieser Geschichte sehr reizvoll und wirkte nie übertrieben.

Das Drama, welches die Geschwisterliebe innerhalb der Familie mit sich zog, war eindringlich umgesetzt. Aber auch hier holten mich die Beschreibungen emotional nicht so sehr ab, als dass ich richtig intensiv mit der Protagonistin und einzelnen Familienmitgliedern hätte mitleiden können.
Der Schreibstil hingegen war schön flüssig und angenehm zu lesen. Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, dem Geschehen zu folgen.

Die erotischen Szenen waren minimal und auch nicht so ausführlich beschrieben, dass es einen anstößigen Touch bekam. Wer so was gar nicht lesen mag, könnte diese Stellen auch problemlos überblättern. Sie unterstrichen die aktuelle Situation nur eindringlicher.

Das Ende fand ich ein wenig verwirrend. Ich bin nicht wirklich daran lang gestiegen. Happy End, oder nicht? Diese Frage ließ sich für mich nicht klar beantworten. Vielleicht war das auch so gewollt, weil es einen zweiten Teil geben wird. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Klarheit gewünscht, so bin ich mit einem unfertigen Gefühl aus dem Buch hinausgegangen.

ICH.DARF.NICHT. von Natascha Fürstl
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Zwei Geschwister, die sich intensiv lieben, aber wissen, dass sie dies nicht dürfen. Eine zerstörerische Suche nach der Lösung für dieses „Problem“ beginnt.

Lesen:

Wenn ihr gerne Geschichten liest, in deren Mittelpunkt Themen außerhalb der üblichen Norm behandelt werden. Der Blick über den Tellerrand ist für euch kein Problem, dann wird dieses Buch euch unterhalten können.

Weglegen:

Das Thema Geschwisterliebe ist für euch ein Reizthema und ihr mögt keine Dramen? Dann solltet ihr das Buch besser nicht lesen.

Mal ehrlich:

Die Geschichte war interessant zu lesen und auch das Thema war an sich schon eine kleine Provokation. Allerdings hätte ich mir die Umsetzung ein bisschen intensiver gewünscht. Mir gelang es nicht große Bindungen zur Protagonistin, welche gleichzeitig die Icherzählerin war, aufzubauen. Mich berührten ihre emotionalen Dramen nicht umfassend. Die Familienverhältnisse waren spannend ausgearbeitet worden und zeigten, dass in dieser Familie viele Leichen im Keller lagen. Dies machte sie aber auf der anderen Seite sehr sympathisch und es wurde auch nie übertrieben dargestellt.
Die größte Entwicklung hatte hier eindeutig die Protagonistin. Das Thema Geschwisterliebe und die Konsequenzen daraus waren spannend umgesetzt worden. Mir gefiel, dass die Handlungen nicht nur in Österreich spielten, sondern auch mit Hilfe von örtlichen Begrifflichkeiten der österreichische Charme transportiert worden ist.
Das Ende hat mich fragend zurückgelassen. Um ehrlich zu sein, habe ich dies nicht ganz verstanden und entließ mich mit einem fragenden Gefühl. Hier hätte ich mir ein klareres Ende gewünscht.

Fazit:

Die Geschichte wusste mich zu unterhalten, konnte mich aber stellenweise emotional nicht abholen. Dennoch fand ich sie lesenswert und an den richtigen Stellen dramatisch spannend.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf noch mehr Drama? Dann empfehle ich euch:
Hate me, Kiss me, Love me von Vinya Moore und Tracy Kae