Als ich das Buch Ende 2019 gewonnen hatte, habe ich mich sehr gefreut. Das Cover war für mich ein Hingucker und in der Kombination mit dem Klappentext konnte ich dem Buch nicht widerstehen.

In meiner Rezension „Das Fundstück“ von Frank Kodiak verrate ich euch, ob meine Freude gerechtfertigt war oder ich am Ende bitterlich enttäuscht worden bin.

Das Fundstück von Frank Kodiak
© Cover: ZERO Werbeagentur, München

Infos zum Buch
erschienen bei Droemer TB
Veröffentlicht 4. November 2019
ca. 368 Seiten
erhältlich als Taschenbuch, Hörbuch und eBook

Klappentext

Er tötet aus Wut. Er überlässt dem Zufall die Wahl seiner Opfer. Er könnte jeder sein – auch dein Sitznachbar im Bus …

Der Garant für Mega-Spannung – der neue Thriller von Bestsellerautor Andreas Winkelmann alias Frank Kodiak!

Kommissar Olav Thorn ahnt nichts Gutes, als er zu einem bizarren Fund an den Bremer Busbahnhof gerufen wird: Im Gepäckraum eines Reisebusses aus Dortmund ist ein Koffer zurückgeblieben – mit grauenvollem Inhalt, sowie einem Zettel mit der Botschaft: »Ich packe meinen Koffer, und auf die Reise geht …?«

Noch bevor die Ermittlungen in Bremen richtig in Gang kommen, erreicht den Kommissar eine Nachricht aus Berlin: Auch am dortigen Busbahnhof ist ein Koffer mit Leichenteilen aufgetaucht. Wieder ist dieselbe Botschaft beigelegt.

Thorn und seine Berliner Kollegin Leonie Grün tragen fieberhaft Puzzlestück für Puzzlestück zusammen, doch der Killer ist ihnen immer einen Schritt voraus. Und er ist noch lange nicht am Ende seiner Reise angelangt.

Ein harter Serienkiller-Thriller um einen Psychopathen, der sich seine Opfer auf Reisen mit dem Fernbus sucht – perfekter Nervenkitzel für Fans der Thriller von Sebastian Fitzek oder Andreas Winkelmann: »Frank Kodiak« ist das Pseudonym des Bestseller-Autors Andreas Winkelmann.

Unter dem Pseudonym »Frank Kodiak« sind außerdem die Thriller »Nummer 25« und „Stirb zuerst“ erschienen.

© Klappentext: Droemer TB

Schon der Anfang des Buches vermochte mich zu fesseln und bereits nach den ersten Sätzen stieg mein Adrenalinspiegel rasant an. Noch nie waren für mich die ersten fünf Seiten eines Buches so packend und unerwartet. Angst, dass Herr Kodiak hier bereits sein ganzes Pulver verschossen hat, braucht dabei niemand zu haben. Denn es ging zackig und unglaublich spannend weiter.

Die Szenenwechsel kamen in rascher Reihenfolge und obwohl recht viele Personen vom personalen Erzähler begleitet wurden, kam ich nie auch nur ein einziges Mal durcheinander. Alles war so stimmig aufgebaut worden, dass ich der Geschichte, atemlos zwar, aber mit Leichtigkeit folgen konnte.
Plötzlich tauchte ein zweiter Handlungsstrang auf und mir schien es, als verfolgte ich unterschiedliche Verbrechen aus anderen Motiven. Dabei konnte ich mich gar nicht entscheiden, welcher Spur ich lieber weiter folgen würde, weil sie beide immens unterhaltend und auf ihre eigene Art und Weise mitreißend waren.

Die Figuren waren unterschiedlich angelegt, jeder hatte seine eigenen Charaktereigenschaften und sind realitätsnah dargestellt worden. Meine liebste Person in diesem Buch war Kommissar Olav Thorn. Ich mochte seine Art und die Einstellung zum Leben sehr gern. Auch wenn alle Figuren etwas oberflächlich angelegt waren, reichte mir das für diesen Thriller absolut aus. Was interessieren mich die privaten Abgründe und bewegte Vergangenheiten, wenn doch diese ungewöhnlichen Morde im Fokus stehen sollen? Und genau dies hat Frank Kodiak perfekt umgesetzt.
Mir hat die Jagd nach dem Mörder gefallen, aber auch der Blick auf die unterschiedlichen Opfer und ja, auch dem Täter einfach mal näher rücken zu können, als es die Ermittler konnten.

Das Handlungsgerüst war meiner Meinung nach spannend konzipiert worden und ich empfand diesen Thriller überhaupt nicht langweilig. Alles wurde auf den Punkt gebracht und die Atmosphäre des Buches war glaubwürdig und mitreißend. Wer hier auf reichlich Action und spannungstreibende Momente hin gefiebert, wird eventuell enttäuscht werden. Dieser Thriller glänzt nicht mit besonders auffälligen und knalligen Spannungsbögen, sondern durch kontinuierlich aufgebaute und schlüssige Handlungen.


© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein Koffer bleibt scheinbar verwaist am Busbahnhof stehen. Doch sein grausiger Inhalt macht klar, dass hier ein Mörder am Packen war. Noch während die Bremer Polizei fieberhaft versucht den Fall zu lösen, taucht ein weiterer Koffer auf. Doch dieses Mal in Berlin und wieder scheint der Täter mit dem Bus gereist zu sein. Niemand ist mehr sicher.

Lesen:

Ihr mögt Thriller, die überraschende Wendungen und viel Spannung bereithalten? Dann ist dieses Buch perfekt für euch. Es bietet alles, was ein guter Thriller ausmacht.

Weglegen:

Weglegen solltet ihr das Buch nur, wenn ihr keine Thriller lest.

Mal ehrlich:

Ich liebe ja verwinkelte Geschichten, die auf den ersten Blick nicht preisgeben, was sie erzählen. Schon zu Beginn wurde ich eiskalt auf eine falsche Fährte gelockt, die mich sofort zu einer Annahme verleitet hatte. Doch am Ende, als alles sich in ein stimmiges Gesamtbild auflöste, da offenbarte sich erst das wahre Ereignis. Grandios. Ich liebe solche geschickt gelegten Spuren, erhöhen sie doch den Lesegenuss.
Die Idee zum Handlungsgerüst hatte mir extrem gut gefallen und die Umsetzung war dem Autor definitiv gelungen. Die Nähe zur Realität hat mich begeistert, genauso könnte es passieren. Erschreckend der Gedanke, faszinierend die Umsetzung.
Gut, hier gibt es keine bombastischen Spannungsbögen, die vor Action nur so strotzen. Aber das brauchte es für mich auch gar nicht, damit ich atemlos und voller Erwartung dem Geschehen folgen konnte. Durch die kurzen und bündigen Kapitel kam ich super in der Geschichte voran. Die packenden Szenenwechsel erhöhten die Dynamik innerhalb der Handlungen und ich konnte, vor allen mit den Opfern, extrem mitfiebern.

Fazit:

Ein rasanter Thriller, in dem der Autor mit den Mutmaßungen des Lesers spielt. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf einen weiteren sehr spannenden Thriller? Dann empfehle ich euch:
The Fourth Monkey – Geboren, um zu töten von J.D. Barker