Dunkle Romanzen lese ich wirklich gerne und das Vorwort zu Beginn des Buches war ein richtiger Anreiz für mich. Jetzt wollte ich die Geschichte von Everly und Rosco um jeden Preis lesen.

In meiner Rezension „Der Wolf in meinem Herzen“ von Catalina Cudd erfahrt ihr, ob mich das Buch zum Jaulen oder vor Freude zum Heulen brachte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde erhalten
❧ Vielen Dank an Catalina Cudd für das Leseexemplar
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

Der Wolf in meinem Herzen von Catalina Cudd
© Cover: Catalina Cudd

Infos zum Buch
erschienen im Kayenne Verlag (Nova MD)
Veröffentlicht 17. Januar 2020
ca. 636 Seiten
Band 1 der Reihe „The Pack“
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Klappentext

Man nennt sie die Wölfe.

Sie sind jung, skrupellos und sie herrschen über die Unterwelt. Doch sie wollen mehr als nur Macht. Sie wollen Rache.

Meine Flucht aus dem goldenen Käfig hatte ich seit Jahren geplant.

An meinem achtzehnten Geburtstag, dem Tag meiner Verlobung, rannte ich davon und versteckte mich dort, wo mich niemand je suchen würde: im Territorium der Wölfe. Seit Jahren führten sie einen blutigen Krieg gegen meinen Vater.

Das war mein erster Fehler.

Mein zweiter Fehler hieß Rosco. Er war der Killer der Wölfe und er hatte meine Fährte aufgenommen.

Rosco spielte nicht. Niemals.

Er brachte Dinge zu Ende.

© Klappentext: Catalina Cudd

Bücher, in denen Grenzen verschwimmen, faszinieren mich immer. Unsere Welt besteht ja in den seltensten Fällen aus Schwarz und Weiß. Oft ist das, was wir sehen, nicht immer unbedingt das, was wahr ist. Und genau mit diesen Ansätzen spielte Catalina Cudd perfekt.

Im Prolog lernte ich die junge Everly kennen, zu einem Zeitpunkt, als ihr Vater noch ein gefürchteter Pate gewesen ist. Und ich traf zum ersten Mal auf die blutjungen Anführer, einer kriminellen Vereinigung, die sich selbst die Wölfe nennen. Diesen Aufbau fand ich sehr klug von der Autorin gewählt, weil sie mir einen Einblick auf den Ursprung des nun drohenden Unheils gewährt hatte.

Nach dieser sehr interessanten Sequenz setzen die Handlungen sechs Jahre nach dem denkwürdigen Ereignis ein. Die vorherrschende Atmosphäre des Buches war düster und unheilvoll. Besonders stark spürbar war dies immer dann, wenn Rosco aus seiner Sicht die Ereignisse und seine Gefühlswelt erzählte. Diese Finsternis schien aus ihm selbst zu kommen. Was auch Rosco selbst zu glauben schien, denn fließendes Blut, vor allem sein eigenes, erfüllte ihn mit Ruhe. Unterstrichen wurde seine düstere Aura von seiner Vorliebe für Messer. Sie sind Roscos liebste Waffe und er ist ein sehr versierter Kämpfer damit.
Da war es nur wenig verwunderlich, dass die Unschuldige und liebe Everly neben einem sehr selbstbewussten und großgewachsenen Typen wie ein blutjunges und naives Ding wirkte. Hier würde wirklich gut der Vergleich mit dem Wolf und dem Schaf passen. Wenn Everly nicht eine Person wäre, die ein Widerspruch in sich wäre.
Ihr Drang ihre neu gewonnene Freiheit, mit allen Mitteln, festzukrallen, machte sie blind für gefährliche Situationen. Gepaart mit ihrem losen und frechen Mundwerk katapultierte sie sich regelmäßig in brenzlige und teilweise aussichtslose Lagen. Everly war mir sehr sympathisch, auch wenn mir manchmal ihre Gutgläubigkeit ein kräftiges Kopfschütteln entlockte.

Generell tat nie eine der Hauptfiguren in dieser Geschichte das, was ich erwartet hätte. So blieb es durchweg spannend und undurchschaubar. Nie wusste ich, wie es wirklich ausgehen würde. Zudem verstand es Catalina Cudd perfekt mich regelmäßig, am Ende eines Kapitels, in eine Art Schockstarre zu versetzen, weil sie gerade dann abblendete, wenn die Handlungen beinahe vor Dramatik explodierten.
Unterstützt wurde dieses Leseerlebnis durch einen sehr flüssigen und bildlichen Schreibstil. Die beschriebenen Szenenbilder wirkten stets lebendig, sodass ich mir Steenport mit seinen finsteren Ecken wunderbar vorstellen konnte. Generell war die Atmosphäre in diesem Buch sehr greifbar.
Manche Szenen waren mit brutalen Elementen getränkt. Egal ob Folterszenen, schmutzige Erotik oder explosive Schusswechsel. Hier war oftmals ein starker Magen gefragt. Zimperlich sollte ein Leser hier wirklich nicht sein, denn die Beschreibungen waren sehr detailliert und eindrücklich. Aber sie passten zur Rahmenhandlung und verliehen dem Buch Glaubwürdigkeit. Denn, sind wir mal ehrlich, in unserer realen Welt wären diese Szenen um einiges brutaler als es hier in dieser Geschichte dargestellt wurde.
Trotz abgemilderter Schauplätze versuchte Catalina Cudd nie die Verhaltensweisen herunterzuspielen oder gar zu beschönigen.
Alle Emotionen wurden perfekt an mich weiter transportiert. Am meisten berührte und überraschte mich Rosco mit seinen eigenen Gefühlen.

An dieser Stelle muss ich ja gestehen, dass die Figur, welche mich am meisten fasziniert hatte, nicht die Hauptrolle innehatte. Jules, der zweite Anführer der Wölfe und bester Freund von Rosco, war ein waschechter Psychopath. Aber gleichzeitig auch ein kluger Stratege. Er war mysteriös und irgendwie auch geheimnisvoll. Immer wenn ich Jules in eine Schublade stecken wollte, überraschte er mich mit einer neuen Eigenschaft, die ich ihm so nie zu getraut hätte. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass ich Jules sympathisch fand, denn dieses Adjektiv passt irgendwie nicht zu ihm. Aber er hatte definitiv mein Interesse geweckt und ich bin deshalb schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe.

DER WOLF IN MEINEM HERZEN: Dark Romance (The Pack 1) von Catalina Cudd
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Im goldenen Käfig will Everly nicht mehr leben und schon gar nicht den schmierigen Bogdan heiraten. Also ersinnt sie einen Fluchtplan, so riskant wie auch mutig. Niemand soll sich ihrer Freiheit in den Weg stellen, sie vielleicht sogar zurückbringen. Also ist das beste Versteck inmitten der Feinde. Und der größte Feind ihres Vaters ist eine kriminelle Vereinigung, die sich „Die Wölfe“ nennt.
Aber Everlys Wissen von und über die echte Welt, die vor den Toren ihres Elternhauses beginnt, ist stark begrenzt. Und so steht sie bald vor sehr großen Problemen und hat gleichzeitig noch den Killer der Wölfe im Genick.

Lesen:

Ihr mögt spannungsgeladene Geschichten, die auch dunkel, gefährlich und mit der schmutzigeren Art Erotik gewürzt sind? In denen die Figuren in einer rauen Welt leben und täglich den Tod vor Augen haben? Dann ist das Buch genau das richtige für euch.

Weglegen:

Hier fließt reichlich Blut. Gewalt in den unterschiedlichsten Formen werden hier ebenfalls gnadenlos thematisiert. Wenn ihr so was nicht lesen mögt, dann lasst die Finger von dem Buch. Hier platzen definitiv kleine Mädchenträume.

Mal ehrlich:

Das Genre Dark Romance ist mit diesem Buch wirklich gut getroffen worden. Obwohl es sich in dieser Geschichte nur ums kriminelle Milieu dreht, kann nicht alles in Schwarz und Weiß betrachtet werden. Denn der Unterschied zwischen dem ehemaligen Paten und den jungen Herrschern über die Unterwelt von Steenport könnte größer nicht sein. Nie haben die Wölfe versucht ihre wahre Natur zu verschleiern. Im Gegensatz zu Feirbach, der seinen Hass und seine Abscheu hinter teuren Anzügen und einem neutralen Lächeln versteckte.
Mitten in dieser Fehde um blutige Rache stand Feirbachs Tochter Everly. Sie kannte nur die Welt, die ihr Vater ihr erlaubte zu sehen. Und das war bei weitem nicht viel.
Dieses Kontrastspiel zwischen unschuldig rein und gefährlich wie ein wilder Wolf war Catalina Cudd bestens geglückt.
Ja, manchmal kostete mich Everly Nerven, einfach, weil sie nie nach ihrem Verstand handelte, sondern sich von ihren Gefühlen leiten ließ. Ohne auf die Konsequenzen zu achten. Und die waren oft echt hart. Aber, wenn es darauf ankam, hatte Everly immer Rückgrat gezeigt und dies machte sie mir sehr sympathisch.

Rosco und sein Pack fand ich sehr interessant, allerdings kam mir stellenweise das Rudel zu kurz. Es hätte für meinen Geschmack noch ein bisschen mehr in den Fokus rücken können. Immerhin ist er einer der Anführer und da hätte ich mir noch ein paar mehr Details dazu gewünscht.

Alles in allem war die Story aber sehr dynamisch und unheimlich packend. Es floss reichlich Blut und es gab Szenen, die wirklich nichts für schwache Nerven gewesen sind. Mir hatte das Zusammenspiel aus dunklen und
helleren Elementen ausgezeichnet gefallen.

Fazit:

Für Liebhaber des Dark Romance Genre ein Muss. Die Geschichte war von Spannung vollständig durchzogen und nie waren die Wendungen vorhersehbar. Hier war nichts so, wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf mehr Dark Romance, aber ohne körperliche Gewalt? Dann empfehle ich:
Leckerbissen von Kitty Thomas