Das Buch hatte mich auf Grund seines Covers neugierig gemacht und ich hatte das Glück, es im Rahmen einer Leserunde kennenlernen sowie lesen zu dürfen.

In meiner Rezension „Der Fluch von Cöln“ von Henning Isenberg verrate ich euch, wie mir dieser historische Roman gefallen hat.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar vom Emons Verlag erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 


© Cover: 2019 Emons Verlag GmbH

Infos zum Buch
erschienen beim Emons Verlag
Veröffentlicht 17. Oktober 2019
ca. 464 Seiten
Band 2 der Reihe „Die Isenberg-Trilogie“
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Klappentext

Glänzend recherchiert, mitreißend geschrieben – ein packender Roman über einen historischen Machtkampf zwischen Rhein und Ruhr.

Cöln 1228: Theos Eltern sind tot, sein Vater wurde gerichtet, nachdem er sich an der Spitze eines Adelsbündnisses gegen den Erzbischof der Stadt erhoben hatte. Sein Land ist verloren, geraubt von seinem machtbesessenen Onkel. Theo schwört Rache, und noch bevor er seine Ausbildung zum Krieger beendet hat, muss er sich seinem Schicksal stellen und seinen übermächtigen Widersachern gegenübertreten. Ein schier aussichtsloser Kampf entbrennt …

© Klappentext: 2019 Emons Verlag GmbH

An einen historischen Roman habe ich den Anspruch, dass ich auch einen wahren Kern präsentiert bekomme. In diesem Buch war das schon auf den ersten Seiten deutlich spürbar und damit war der Einstieg in das Buch alles andere als leicht. Besonders am Anfang musste ich volle Konzentration aufbringen, um dem Geschehen und den wahnsinnig vielen Details folgen zu können. Unheimlich viel historisch belegtes Wissen prasselte auf mich ein und ich fühlte mich fast davon erschlagen. Vor allem der rasche Szenenwechsel, der mir ständig neue Personen präsentierte, überforderte mich anfangs leicht.
Aber nachdem Henning Isenberg den historischen Rahmen abgesteckt hatte und die Fiktion mehr an Gewicht zugelegt hatte, gelang es mir, in die mittelalterliche Szenerie des dreizehnten Jahrhunderts abzutauchen.

Die Szenenbilder, die der Autor mit seinem unheimlich flüssigen und fesselnden Schreibstil erschuf, fühlten sich lebendig und wie ein Fenster in die Vergangenheit an.
Fasziniert lernte ich die Welt um Theo kennen, der schon in jungen Jahren Rache schwört. Aber um diese zu bekommen ist es ein weiter, steiniger und sehr leidvoller Weg. Doch es gibt auch einige Lichtblicke, darunter die schöne und kluge Adelheyd. Aber sie steht auf der Seite des Feindes.

Wer glaubt, hier eine historische Liebesschnulze zu lesen bekommen, wird bitter enttäuscht werden. Eingebettet in einen ausgiebig recherchierten historischen Kontext erfuhr ich viel über Bündnisse, Intrigen, Ausbildungen und medizinischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. Hier war ein Leben nicht viel wert, was auch Theo schmerzvoll lernen musste.

Der Autor ließ mich mit Hilfe der Multiperspektive über viele Schultern unterschiedlichster Charaktere gucken. Vom Protagonisten bis zum Antagonisten war alles dabei. Mit der Zeit war die Vielzahl der Personen kein Problem mehr für mich und ich konnte die Geschehnisse auf mich wirken lassen. Auch die Szenenwechsel brachten nun eine intervallartige Spannung mit sich, sodass die Entwicklungen weitestgehend unvorhersehbar und aufregend blieben.
Besonders beeindruckend fand ich die Szenenbilder der Schlachten und die Arbeit der Heiler. Mit viel Detailliebe lieferte Henning Isenberg einen umfassenden und sehr sauber recherchierten Blick in die Vergangenheit.

Ein kleiner Wermutstropfen war für mich das Fehlen eines Nachwortes. Zwar gibt es ein umfassendes Personenverzeichnis und ein Glossar am Ende, doch das ersetzt meiner Meinung nach nicht das Wort des Autors zum Punkt Fiktion und Wahrheit. Das lese ich nach einem gelungenen historischen Roman unheimlich gern.

Der Fluch von Cöln von Henning Isenberg
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein historischer Roman, der auf einen wahren geschichtlichen Hintergrund beruht. Hier geht es darum, dass ein junger Mann das unrechtmäßig genommene Land seines Vaters zurückhaben möchte.

Lesen:

Für historisch authentische Romanliebhaber ist dieses Buch ein Genuss.

Weglegen:

Dieses Buch gewährt keine seichte Unterhaltung. Wer Zerstreuung sucht, wird sie hier leider nicht finden.

Mal ehrlich:

Diese Geschichte hat mich durchaus in ihren Bann geschlagen. Jedoch muss ich sagen, dass ich vor allem zu Beginn das Buch nur mit allerhöchster Konzentration lesen konnte. Der historische Kontext ist unfassbar hoch und ich hatte oft das Gefühl, dass es sich genauso zu getragen haben könnte. So fiel es mir bisweilen schwer, mir bewusst zu machen, dass der Rahmen der Geschichte zwar historisch korrekt, die Feinheiten aber fiktional waren. Was ja aber in jedem Fall für das Buch selbst spricht.
Der Schreibstil war sehr anschaulich und flüssig. Henning Isenberg verstand es vortrefflich die vergangene Zeit aus einem nebligen Schleier zu heben und in meine Welt zubringen. Ganz nebenbei habe ich auch gleich noch meine geschichtlichen Kenntnisse aufgefrischt und erweitert.

Fazit:

Dieses Buch ist das Fenster zu einer Zeit, als ein Leben nicht viel wert war. In einem eindrucksvollen historischen Rahmen eingebettet, wurde eine sehr intensive und spannende Geschichte erzählt. Ein echter Tipp für Freunde des historischen Romans.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf einen weiteren historischen Roman? Dann empfehle ich euch:
Teufelsfarbe: Ein historischer Roman von Ivonne Hübner