Und der Wald flüstert ihren Namen
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  • erschienen als Books on Demand
  • Veröffentlicht im 30. August 2017
  • ca. 312 Seiten
  • erhältlich als eBook und Taschenbuch
  • Einzelband

Kelly Whitmore erwacht nackt und gefesselt an
einem Baum. Jegliche Erinnerung, wie sie in diese Situation geraten ist,
entzieht sich ihrem Verstand. Trotz widriger Umstände schafft es Kelly sich zu
befreien und rennt völlig orientierungslos immer tiefer in die Wälder von Maine.
Auf der Suche nach Rettung und der Hoffnung, dem oder den Entführern entkommen
zu können. Dabei muss sich Kelly nicht nur dem eigenen Ich stellen, sondern
auch der wilden und rauen Natur, die mit tödlichen Fallen ausgestattet ist.
Von Kelly Whitmores
Verhalten stark gekränkt wollen sich drei Jungs einen Streich mit ihr erlauben.
Doch dieser läuft gründlich schief. Auf der Suche nach Kelly geraten die
Freunde immer wieder aneinander und die Situation droht zu eskalieren.
 
Erzählt wird dieser Thrilller
ausnahmslos vom personalen Erzähler. Teilweise bis zu vier parallele
Handlungsstränge kann der Leser in dem Buch verfolgen. Diese werden klar durch
die einzelnen Kapitel abgegrenzt, sodass stets klar ist, welchen Figuren der
Leser gerade zur Seite stehen darf. Die überwiegenden Szenen spielen in den endlosen
Wäldern des Baxter National Parks statt. Nach und nach
lüftet Michael Barth die vorangegangenen Geschehnisse, die erst zu dieser Situation
geführt haben. Allerdings verbirgt er geschickt das ganze Ausmaß, sorgt für
spannende und unerwartete Wendungen. Nichts ist, wie es scheint und jeder
scheint zum Teil Täter und Opfer zu sein. Nichts ist wirklich vorhersehbar und immer
wieder wurde ich vom Verlauf der Geschichte verblüfft.

Der Erzählstil ist flüssig
und anders als sonst bei Michael Barth. Er hat sich meiner Meinung nach weiter
entwickelt, ist formvollendeter und zielgenauer geworden. Auch verbindet
Michael Barth in dieser Geschichte mehrere Formen von Thrill. Am Anfang kommt
das Buch ohne großen Blutverlust aus, spielt eher auf der psychischen Ebene.
Dann wandelt es sich, wird brutaler und offenbart die Düsternis der
menschlichen Seele. Das macht dieses Buch zu etwas sehr interessantem und spannendem. 

Die Handlungen sind
logisch und konsequent aufgebaut. Jeder Figur wurde mit viel Genauigkeit und Authentizität erschaffen. Mal hatte ich Verständnis für das Handeln der einzelnen Personen, mal war ich tief betroffen von ihrem Verhalten. Michael Barth schafft es uns Lesern einen Spiegel vorzuhalten, denn manche der beschriebenen Szenen kennt ein Jeder von uns. Sei es, weil er es selbst einmal erlebt oder aber zumindest schon einmal gehört hat.

Fazit: Ein lesenswerter Thriller, der mit den Abgründen und der Sehnsucht der menschlichen Seele spielt.

Gesamteindruck 📖 📖 📖 📖 📖 
Schreibstil ✐✐✐✐✐✐

Logik 💡💡💡💡💡💡
Spannung 💥💥💥💥
Gewalt ✊✊✊✊✊
Mord 🍴🍴🍴🍴
Kaufempfehlung ✔

Vielen Dank an den Kerstin und Michael Barth für das Rezensionsexemplar. Davon ist meine Rezension jedoch nicht beeinflusst worden.