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Beim Stöbern bin ich auf diesen Thriller aufmerksam geworden. Das Cover ist ein echter Blickfang, und ich habe mich gefragt, ob es das Setting der Geschichte widerspiegelt. Der Klappentext hat meine Neugier zusätzlich geweckt, und mir war sofort klar, dass ich das unbedingt lesen muss.

In meiner Rezension „Die Gejagte – Sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon.“ von René Anour erfahrt ihr, warum mich dieser Survival‑Thriller komplett gepackt hat.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar vom Bloggerportal erhalten
❧ Vielen Dank an Ute Bierwisch für die Freigabe im Bloggerportal
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst


Die Gejagte - Sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon. von René Anour
© Umschlaggestaltung: zero-media.net, München

Infos zum Buch
erschienen bei Heyne Verlag
Veröffentlicht 1. August 2026
ca. 400 Seiten
erhältlich als Paperback und EBook
 

Klappentext

Eine Frau ohne Erinnerungen, ihr Verfolger und eine gnadenlose Hetzjagd – ein Survival Thriller ohnegleichen!

Ohne jede Erinnerung wacht Jess mitten im Dschungel auf – verletzt und in Handschellen. Ein schwerverletzter Mann, dem sie zur Hilfe eilt, hat sichtlich Angst vor ihr. Als endlich Hilfe eintrifft, tötet der vermeintliche Retter plötzlich den Verletzten und eröffnet die Jagd auf Jess. Hals über Kopf flüchtet sie tiefer in den dunklen Regenwald – weg vom Verfolger, weg vom Fundort. Allein im Dschungel muss Jess nicht nur um ihr Leben kämpfen, sondern auch um ihre Erinnerungen. Wie ist sie hierhergekommen? Wo genau ist sie überhaupt? Und wer jagt sie? Ihre Vergangenheit als Biologin in Berlin könnte der Schlüssel für ihre Situation sein. Und ihre einzige Chance die raue Natur zu überleben. Aber ihr Verfolger scheint ihr immer einen Schritt voraus.

© Klappentext: Heyne Verlag

Den Einstieg in Die Gejagte hat René Anour unglaublich geschickt konstruiert. Die mir noch unbekannte Umgebung nehme ich genauso erstaunt und überrascht wahr wie die namenlose Ich-Erzählerin. Sie ist verwirrt, orientierungslos und offenbar ohne Gedächtnis an die letzten Stunden. Das erzeugt sofort eine intime Nähe. Ihre Emotionen schwappen auf mich über und die Verwirrung steigt, als wir auf einen schwer verletzten Mann treffen, der die Protagonistin offenbar kennt. Bereits hier entwickele ich erste Theorien und freue mich ähnlich wie die Unbekannte über jedes Bröckchen Information und Wissen, das wir erhaschen können. Schnell wird gewiss, dass ein dichter, unberührter Dschungel der Ort ist, an dem wir uns befinden. Doch wo genau und warum? Diese Frage begleitet mich lange durch das Buch. Der schwer verletzte Mann verrät ihr noch den Namen Jess, bevor kurz darauf die Hölle ausbricht. Obwohl ich es dank des Klappentextes schon ahne, bin ich überrascht, wie skrupellos und gefühlskalt der Jäger agiert. Er zögert keine Sekunde und mir stockt genauso wie Jess der Atem. Ich fiebere direkt mit, hoffe auf eine erfolgreiche Flucht und gerate durch die ungeklärte Frage, weshalb jemand ihr Lebenslicht ausblasen möchte, in einen ganz besonderen Sog.

Schnell wird mir klar, dass Jess eine intelligente Frau und eine Expertin für die Flora und Fauna des Dschungels sein muss. Obwohl sie im ersten Moment völlig hilflos ist, übernimmt ihr Überlebensinstinkt. Sie kann die Gefahren auf der Flucht meist sehr gut einschätzen. Das gesamte Setting strahlt diese Bedrohung aus. Hinter jedem Busch kann ein Jaguar, eine giftige Schlange oder etwas völlig Ungefährliches lauern. Überall droht Gefahr, sowohl an Land als auch auf und im Wasser. Hinzukommt, dass die Gegend unbekannt ist und ich absolut nie einschätzen kann, was als nächstes auf uns zukommt. Das feuchte Klima wird genauso eindrücklich beschrieben wie die Geräusche des Dschungels und worauf Jess achten muss. Da sie barfuß ist, muss sie genau hinschauen, was vor ihr am Boden passiert. René Anour beschreibt die Tier- und Pflanzenwelt so spannend und realistisch, dass ich neues dazu lerne und mir alles bildlich vorstellen kann. Er macht den Dschungel absolut lebendig, was für eine bedrückende und beängstigende Atmosphäre sorgt. Jess schwebt in Lebensgefahr und wir beide empfinden das Ganze als extrem bedrohlich.

Die atemlose Flucht ist beeindruckend. Spannend finde ich, wie René Anour die Auslöser einbaut, die zu plötzlichen Erinnerungsfragmenten führen. Diese gewähren einen Blick auf jüngere Ereignisse in Jess’ Vergangenheit. Parallel zum Überlebenskampf in der Gegenwart nähere ich mich durch diese Erinnerungsblitze langsam der Wahrheit und dem Grund für ihre Lage. Gleichzeitig gewähren mir die Rückblicke und die packenden biologischen Wissenshäppchen eine Atempause in dieser temporeichen Geschichte. Ich spekuliere wild drauflos und habe auch zügig jemanden in Verdacht, wer der Jäger sein könnte. Diese wilde Mischung lässt mich das Buch nicht aus der Hand legen. René Anours Schreibstil ist unglaublich toll. Er schreibt so packend und bildhaft, dass vor meinem inneren Auge ein Film abläuft und ich das Gefühl habe, mittendrin zu sein.

Ich habe sofort eine Verbindung zu Jess und sie ist mir megasympathisch. Ich bewundere sie dafür, dass sie nicht einfach aufgibt, sondern auf ihren Instinkt hört und weiterkämpft, auch wenn es sehr aussichtslos wirkt. Jeden kleinen Sieg, den sie erringt, feiere ich mit ihr. Ihre Entwicklung ist beeindruckend und sehr glaubwürdig. Es liegt in ihrem Charakter, nicht aufzugeben und das Bestmögliche herauszuholen. Sie versucht das Unvermeidbare zu ihren Bedingungen geschehen zu lassen und ich feuere sie im Stillen bei ihrem Überlebenskampf an. Tauschen möchte ich mit ihr aber nicht, sie muss eine Menge erdulden.
Die Nebenfiguren sind ebenfalls unglaublich klasse gesetzt. Sie alle haben eine spannende Charaktertiefe und sorgen dafür, dass das psychologische Verwirrspiel gnadenlos gut greifen kann, weil ich nie sicher bin, welche Rolle sie wirklich spielen. Dabei arbeitet René Anour geschickt mit Sympathie und Antipathie, sodass ich mich schnell hinreißen lasse, so manche Nebenfigur als unangenehm zu empfinden. Da mir nur Jess’ subjektive Sicht zur Verfügung steht, sehe ich die Figuren durch ihre emotionale Brille und lasse mich ganz natürlich davon verleiten, ihre Annahmen zu teilen.

Durch die geschickt gesetzten offenen Kapitelenden bleibt die Spannung durchgehend auf dem Maximum. Ich werde dazu verführt, nur noch ein kurzes Kapitel zu lesen, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Die unvorhersehbaren Wendungen, von denen es reichlich gibt, sabotieren immer wieder meine Theorien. Ich bin fasziniert davon, wie Details so geschickt ausgelegt werden, dass sie in einem anderen Licht betrachtet einen ganz neuen Sinn ergeben. Dadurch bleibt der Spannungsbogen straff gespannt und ich rase mit Vollgas auf das Finale zu. Die Bedrohung durch den Verfolger ist so beklemmend und nervenaufreibend, weil er bis zuletzt schwer einschätzbar bleibt und der psychologische Nervenkitzel ins Unermessliche gesteigert wird, besonders da ich nie weiß, wann wir dem Jäger wieder gegenüberstehen. Diese dauerhafte Atmosphäre der Todesangst vor giftigen Tieren, manchmal sogar der Pflanzen oder dem Verfolger treibt mich unaufhaltsam voran, bis sich alles in einem fast explosiven Finale entlädt. Endlich fallen alle Puzzleteile an den richtigen Platz und ich bin völlig überrascht, weil alles logisch ist und ich trotzdem nicht komplett selbst darauf gekommen bin. Alles fügt sich zum Schluss so nahtlos zusammen, dass ich das Buch voller Faszination zuschlage. Mit Die Gejagte habe ich ein echtes Lesehighlight entdeckt.


Die Gejagte - Sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon. von René Anour
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Eine gnadenlose und temporeiche Hetzjagd durch die grüne Hölle, bei der das Überleben am seidenen Faden hängt, die aber mit einer beeindruckenden Flora und Fauna auch zu faszinieren vermag.

Lesen:

Wenn ihr Lust auf einen atemlosen Survival-Thriller mit hohem Suchtfaktor habt, der euch mit fiesen Kapitelenden den Schlaf raubt, dann wird euch Die Gejagte bestens unterhalten.

Weglegen:

Wenn ihr eine ruhige Geschichte sucht oder mit einer beklemmenden, bedrohlichen Dschungel-Atmosphäre nichts anfangen könnt, solltet ihr dieses Buch lieber zur Seite legen.

Mal ehrlich:

Es ist schon sehr lange her, dass ich ein Buch so weggesuchtet habe wie Die Gejagte. Ich bekomme regelrecht schlechte Laune, wenn ich es zur Seite legen muss, weil ich so gebannt von dieser gnadenlosen Hetzjagd quer durch einen dunklen und gefährlichen Dschungel bin.

Bereits vom ersten Moment an werde ich tief in diese Geschichte gesogen und an die Seite der Ich-Erzählerin gestellt. Sie wacht mitten im Dickicht auf, orientierungs- und erinnerungslos. Sie weiß weder, wer sie ist, noch wo sie ist und wie sie überhaupt an diesen Ort gelangen konnte. Schon hier befällt mich die beängstigende und bedrohliche Atmosphäre. Ich weiß nur so viel wie sie, und gemeinsam begeben wir uns nicht nur auf die Suche nach ihrem Namen, sondern auch nach der Wahrheit. Und das unter ständiger Lebensgefahr. Denn recht schnell wird klar, dass sie Jess heißt und jemand gnadenlose Jagd auf sie macht.

Eine wilde Flucht beginnt und es ist von Vorteil, dass Jess offensichtlich wissenschaftlich arbeitet. Ihr Faktenwissen liefert wichtige Überlebensinformationen und wird so flüssig in die Handlung eingewoben, dass ich völlig fasziniert davon bin. Gleichzeitig kann ich mir die beschriebenen Tiere, Pflanzen und die Umgebung sofort lebhaft vor dem inneren Auge vorstellen. Ich habe das Gefühl, selbst mitten im Urwald zu stehen.

Dank der kurzen Kapitel und der Gemeinheit, sie immer in einem spannenden Augenblick enden zu lassen, stürzt mich das Buch in einen „Nur-noch-ein-Kapitel“-Rausch. Erleichterung und eine kleine Atempause vom Überlebenskampf bringen mir die Erinnerungsfetzen, die mir helfen, die jetzigen Geschehnisse in einen schlüssigen Kontext zu setzen. Langsam taste ich mich mit Jess an die Wahrheit heran, warum sie hier mitten in der Hölle um ihr Leben bangen muss. Das Tempo ist durchgängig hoch und René Anour überlässt nichts dem Zufall. Er schafft es, eine so packende Atmosphäre aufzubauen, dass ich ununterbrochen mitfiebere und mitleide.

Und natürlich rätsele ich fleißig mit, wer der ominöse Jäger ist und was sein Motiv sein könnte, zumal er während der gesamten Flucht unberechenbar und eiskalt wirkt. Ich habe wilde Theorien, und obwohl ich die Lösung eigentlich hätte kommen sehen müssen, überrascht sie mich vollends, weil sie gleichzeitig schlüssig und völlig unerwartet ist. Das Finale ist so packend und erhellend zugleich, dass ich nach dem Zuschlagen der letzten Seite genau weiß: Dies ist ein echtes Highlight für mich.

Fazit:

Die Gejagte ist ein genial konstruierter Survival-Thriller voller unvorhersehbarer Ereignisse, psychologischem Tiefgang, faszinierender Einblicke in die Natur und einer Kulisse, die Gänsehaut garantiert. Für mich ein absolutes Meisterwerk an Spannung, das mich bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

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