[ Werbung ]

Hand aufs Herz, wie oft flucht oder schimpft ihr im Alltag? Ich mache das erschreckend häufig, meistens beim Autofahren. Da schleicht sich so manches Mal der ein oder andere böse Spruch über meine Lippen. Als mir der Verlag Voland & Quist Der Kalender der Flüche vorgestellt hat, war ich sofort neugierig. Ein reiner Schimpfwort-Kalender ist für einen Buchblog zwar eher ungewöhnlich, aber die Idee fand ich richtig amüsant, dass ich vorab einen Blick in die Leseprobe geworfen habe. Schon da musste ich so sehr schmunzeln, dass für mich feststand, dieser Abreißkalender muss unbedingt bei mir einziehen.

Schluss mit kitschigen Kalendersprüchen und harmonischen Weisheiten!
Ich präsentiere euch „Der Kalender der Flüche“

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Voland & Quist erhalten
❧ Ein großes Dankeschön an Maximilian Meier für den besonders freundlichen Kontakt
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst


Der Kalender der Flüche von Jörg Sundermeier und Kristine Listau
© Umschlaggestaltung: Guerillagrafik

Infos zum Buch
Veröffentlicht 17. August 2026
 

Klappentext

„Laus! Du! Lauch! Du, du, du … Tunichtgut!“ „Dein Bier soll immer schal sein!“ „Du bist doch aus einem Furz entstanden!“ „Facebooktroll!“ „Arschmonarch!“ „Was bist du nur für eine alte Knüppeltülle!“ Hier wird mit Leidenschaft ausgeteilt. An Häme, Wut und Schärfe wird nicht gespart. Denn in diesen Zeiten brauchen wir ein Ventil, um ein wenig oder auch mal richtig viel Dampf abzulassen, um nicht vollends zu explodieren oder verrückt zu werden. Und was ist besser dazu geeignet als Schimpfen? Kristine Listau und Jörg Sundermeier sind große Fans der sprachlichen Ausbrüche und sammeln seit jeher Beschimpfungen und Beleidigungen aus aller Welt. Nun präsentieren sie die Schönsten in diesem immerwährenden Abreißkalender, der die Leser*innen Tag für Tag herrlich anschnauzt wie inspiriert: „Mit dir ist auch kein Blumentopf zu gewinnen.“ Ideal zum Verschenken an Feind*innen und Freund*innen, du Knalltüte!

© Klappentext: Voland & Quist

Vorab das Wichtigste einmal im Überblick:

Typ Immerwährender Tagesabreißkalender
Herausgeber Kristine Listau und Jörg Sundermeier
Verlag Voland & Quist
Veröffentlicht 17. August 2026
Optik Sehr dick, stabiler Kalenderrücken
Inhalt Internationale und nationale Beschimpfungen, Flüche und Beleidigungen
Besonderheit Kein festes Kalenderjahr, Angabe von Herkunftsregionen


Der Kalender der Flüche von Jörg Sundermeier und Kristine Listau
© Foto: Monique Meier

Mal ehrlich:

Rein optisch und auch vom Fühlfaktor ist der Kalender ein kleines Schwergewicht. Er bietet mit seinem stabilen Pappdeckel auf 367 Seiten reichlich Platz für tägliche Verwünschungen. Der Kalender der Flüche lässt sich als Tischkalender aufstellen oder an einem Nagel an die Wand hängen. Ich würde letzteres empfehlen, denn sobald die Seiten über die Hälfte herausgetrennt sind, leidet die Stabilität. Das ist aber normal und lässt sich nicht vermeiden.

Die Gestaltung selbst ist minimalistisch gehalten. Die schwarze Schrift ist mit knalligen Mustern im orangefarbenen Textmarker-Stil kombiniert. Auf der Rückseite gibt es zudem ein vorgedrucktes Feld für Name und Empfänger. Dadurch eignen sich die einzelnen Seiten prima als augenzwinkerndes Geschenk für Lieblingskollegen und Lieblingsmenschen. Das Papier ist allerdings recht dünn, weshalb die Schrift der Vorderseite leicht durchschimmert.

Sowohl der vordere Deckel als auch die einzelnen Blätter haben perforierte Stellen, damit diese einfacher abzureißen sind. Das bedeutet jedoch, dass ein Umklappen der Seiten auf Dauer nicht funktioniert. Am Ende bleibt das tatsächliche Abtrennen der Blätter. Da hier nur das Datum wie beispielsweise der 4. April ohne Wochentag steht, ist der Kalender theoretisch zwar immerwährend, aber durch das Abreißen verliert er seine ursprüngliche Form. Wer die Seiten nicht an andere verschenkt, könnte die abgerissenen Zettel einfach in einer schönen Box sammeln. Wenn das Jahr vorbei ist, kann der Kalender von neuem zum Einsatz kommen.

Inhaltlich wird im Der Kalender der Flüche mit Leidenschaft ausgeteilt. Das Besondere ist, dass bei den Flüchen oft klein gedruckt die genaue Herkunft dabeisteht, und zwar sowohl international als auch national. Meinen ersten großen Lacher hatte ich direkt beim 7. Januar. Auf diesem Blatt steht oben mittig das Wort „Deine“, darunter folgt „Gehirnzelle“ in einem orangefarbenen Kreis, und darunter schließt der Satz mit „fühlt sich einsam!“ ab. Laut Angabe ist das eine albanische Beschimpfung. Dieses Blatt würde ich am liebsten dauerhaft mit mir herumtragen, weil es beim Zusammentreffen mit manchen Menschen einfach perfekt passt.

Spannend sind aber auch die Einblicke in die regionalen Unterschiede direkt vor unserer Haustür. So wird das Wort „Wessi“ als liebevoll spöttischer Begriff aus Ostdeutschland genauso aufgeführt, wie sein Gegenstück „Ossi“, welches aus dem Westen stammt. Auch berlinerische Klassiker wie die Aufforderung, an der Pupe zu schlabbern, haben es in die Sammlung geschafft. Neben solchen Fundstücken gibt es ebenso allseits bekannte Begriffe wie „Lackaffe“, „Jammerlappen“ oder „Eierkopf“.

Ich hatte anfangs überlegt, den Kalender mit ins Büro zu nehmen. Allerdings ist der Inhalt manchmal mit Vorsicht zu genießen. Um den Alltag aufzulockern, würde ich die geistigen Ergüsse zwar mit ein paar sehr guten Kolleginnen teilen, aber am Ende wird der Kalender eher ein Plätzchen bei mir zu Hause finden. Da bin ich zudem öfter, und es wäre schließlich schade um die vielen ungenutzten Tage.


Der Kalender der Flüche von Jörg Sundermeier und Kristine Listau
© Foto: Monique Meier

Fazit:

Für Der Kalender der Flüche braucht es definitiv eine gehörige Portion dunklen Humors. Es sind auch sehr derbe Sprüche dabei, die unter anderem die Verwandtschaft oder Beerdigungen betreffen, weshalb der Inhalt sicherlich nicht für jeden Geschmack etwas ist. Wer aber über skurrile und schräge Beleidigungen lachen kann, findet hier eine wunderbare Abwechslung und eine neue Art, um dem Alltagsstress mit einem fiesen Spruch zu begegnen.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*