Hand aufs Herz, wie oft flucht oder schimpft ihr im Alltag? Ich mache das erschreckend häufig, meistens beim Autofahren. Da schleicht sich so manches Mal der ein oder andere böse Spruch über meine Lippen. Als mir der Verlag Voland & Quist Der Kalender der Flüche vorgestellt hat, war ich sofort neugierig. Ein reiner Schimpfwort-Kalender ist für einen Buchblog zwar eher ungewöhnlich, aber die Idee fand ich richtig amüsant, dass ich vorab einen Blick in die Leseprobe geworfen habe. Schon da musste ich so sehr schmunzeln, dass für mich feststand, dieser Abreißkalender muss unbedingt bei mir einziehen.
Schluss mit kitschigen Kalendersprüchen und harmonischen Weisheiten!
Ich präsentiere euch „Der Kalender der Flüche“
Leseexemplar
❧ Ein großes Dankeschön an Maximilian Meier für den besonders freundlichen Kontakt
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

© Umschlaggestaltung: Guerillagrafik
Veröffentlicht 17. August 2026
Klappentext
© Klappentext: Voland & Quist
Vorab das Wichtigste einmal im Überblick:
| Typ | Immerwährender Tagesabreißkalender |
| Herausgeber | Kristine Listau und Jörg Sundermeier |
| Verlag | Voland & Quist |
| Veröffentlicht | 17. August 2026 |
| Optik | Sehr dick, stabiler Kalenderrücken |
| Inhalt | Internationale und nationale Beschimpfungen, Flüche und Beleidigungen |
| Besonderheit | Kein festes Kalenderjahr, Angabe von Herkunftsregionen |

© Foto: Monique Meier
Mal ehrlich:
Rein optisch und auch vom Fühlfaktor ist der Kalender ein kleines Schwergewicht. Er bietet mit seinem stabilen Pappdeckel auf 367 Seiten reichlich Platz für tägliche Verwünschungen. Der Kalender der Flüche lässt sich als Tischkalender aufstellen oder an einem Nagel an die Wand hängen. Ich würde letzteres empfehlen, denn sobald die Seiten über die Hälfte herausgetrennt sind, leidet die Stabilität. Das ist aber normal und lässt sich nicht vermeiden.
Die Gestaltung selbst ist minimalistisch gehalten. Die schwarze Schrift ist mit knalligen Mustern im orangefarbenen Textmarker-Stil kombiniert. Auf der Rückseite gibt es zudem ein vorgedrucktes Feld für Name und Empfänger. Dadurch eignen sich die einzelnen Seiten prima als augenzwinkerndes Geschenk für Lieblingskollegen und Lieblingsmenschen. Das Papier ist allerdings recht dünn, weshalb die Schrift der Vorderseite leicht durchschimmert.
Sowohl der vordere Deckel als auch die einzelnen Blätter haben perforierte Stellen, damit diese einfacher abzureißen sind. Das bedeutet jedoch, dass ein Umklappen der Seiten auf Dauer nicht funktioniert. Am Ende bleibt das tatsächliche Abtrennen der Blätter. Da hier nur das Datum wie beispielsweise der 4. April ohne Wochentag steht, ist der Kalender theoretisch zwar immerwährend, aber durch das Abreißen verliert er seine ursprüngliche Form. Wer die Seiten nicht an andere verschenkt, könnte die abgerissenen Zettel einfach in einer schönen Box sammeln. Wenn das Jahr vorbei ist, kann der Kalender von neuem zum Einsatz kommen.
Inhaltlich wird im Der Kalender der Flüche mit Leidenschaft ausgeteilt. Das Besondere ist, dass bei den Flüchen oft klein gedruckt die genaue Herkunft dabeisteht, und zwar sowohl international als auch national. Meinen ersten großen Lacher hatte ich direkt beim 7. Januar. Auf diesem Blatt steht oben mittig das Wort „Deine“, darunter folgt „Gehirnzelle“ in einem orangefarbenen Kreis, und darunter schließt der Satz mit „fühlt sich einsam!“ ab. Laut Angabe ist das eine albanische Beschimpfung. Dieses Blatt würde ich am liebsten dauerhaft mit mir herumtragen, weil es beim Zusammentreffen mit manchen Menschen einfach perfekt passt.
Spannend sind aber auch die Einblicke in die regionalen Unterschiede direkt vor unserer Haustür. So wird das Wort „Wessi“ als liebevoll spöttischer Begriff aus Ostdeutschland genauso aufgeführt, wie sein Gegenstück „Ossi“, welches aus dem Westen stammt. Auch berlinerische Klassiker wie die Aufforderung, an der Pupe zu schlabbern, haben es in die Sammlung geschafft. Neben solchen Fundstücken gibt es ebenso allseits bekannte Begriffe wie „Lackaffe“, „Jammerlappen“ oder „Eierkopf“.
Ich hatte anfangs überlegt, den Kalender mit ins Büro zu nehmen. Allerdings ist der Inhalt manchmal mit Vorsicht zu genießen. Um den Alltag aufzulockern, würde ich die geistigen Ergüsse zwar mit ein paar sehr guten Kolleginnen teilen, aber am Ende wird der Kalender eher ein Plätzchen bei mir zu Hause finden. Da bin ich zudem öfter, und es wäre schließlich schade um die vielen ungenutzten Tage.

© Foto: Monique Meier
Fazit:
Für Der Kalender der Flüche braucht es definitiv eine gehörige Portion dunklen Humors. Es sind auch sehr derbe Sprüche dabei, die unter anderem die Verwandtschaft oder Beerdigungen betreffen, weshalb der Inhalt sicherlich nicht für jeden Geschmack etwas ist. Wer aber über skurrile und schräge Beleidigungen lachen kann, findet hier eine wunderbare Abwechslung und eine neue Art, um dem Alltagsstress mit einem fiesen Spruch zu begegnen.
*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*
Also, lustig ist das auf jeden Fall und ich wüsste schon jemanden, dem ich den schenken würde… 🙂 und wie du geschrieben hast, ein guter Kontrast zu all den Kalendersprüchen und sicher herrlich entfrustend!
Hey,
das freut mich, dass du schon jemanden weißt, dem du diesen ungewöhnlichen Kalender schenken könntest. Ich finde auch, dass das lustig ist, aber Humor ist wie Bücher, nicht jedem gefällt alles.
Liebe Grüße
Mo
Ja, wie oft fluche ich denn am Tag? Hm, das kommt eindeutig auf die Situation an. 🙂
Aber mal ehrlich: Ich fände den Kalender aus sprachwissenschaftlicher Sicht wirklich interessant! Denn ich glaube, dass ich auf keinen Fall alle 365 Flüche kennen würde. Nur „Ossi“ müsste ich darin nicht unbedingt lesen, weil mir diese Bezeichnung auf politischen Facebook-Seiten zurzeit schon viel zu oft als pauschale Beleidigung begegnet!
Ansonsten eine interessante Idee, zu der ich mir auf den Rückseiten gern die Erklärungen gewünscht hätte!
Liebe Grüße
Jana
Liebe Jana,
ich weiß, was du meinst. Aber es ist ja „nur“ eine Beschimpfung, die du nicht mehr lesen magst. Ich mochte sie übrigens noch nie, weil es einfach zeigt, dass die Mauer in den Köpfen mancher Menschen einfach immer noch existent ist.
Liebe Grüße
Mo
Hallo liebe Mo,
du hattest mich ja sofort mit dieser Rezension. Wie genial ist denn ein Fluchkalender bitte? Ich fluche ja auch gerne mal hingebungsvoll. Und so ein Kalender nimmt einem da ja einiges ab ;o))))) Den ersten Fluch (siehe Bild) fand ich etwas zu krass. Ich bin nicht so der Typ, der andere verwünscht. Dafür glaube ich ja doch ein wenig zu sehr ans Charma und auch daran, dass es ja vielleicht doch wahr werden könnte ;o) Aber so ein wenig Fluchmaterial in Form von Ausdrücken … och, das kann man doch immer mal gebrauchen XD
Ganz liebe Grüße
Tanja :o)
Liebe Tanja,
das freut mich sehr, dass du ihn gut gebrauchen kannst. Ich mag ihn auch sehr und ich stöbere schon jetzt nach Flüchen und sarkastisch-bösartigen Bemerkungen ;)-
Liebe Grüße
Mo