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Auf der Leipziger Buchmesse 2026 wurde mir der Titel präsentiert, und das Cover zog mich sofort auf magische Weise in seinen Bann. Da mich die Idee hinter dem Inhalt sofort fesselte, konnte ich nicht anders, als das Buch anzufragen.

In meiner Rezension „Mission Microraptor – Immer Ärger mit Arty“ von Philip Kavvadias zeige ich euch, ob das Buch meinen hohen Erwartungen standhalten konnte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Magellan erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst


Mission Microraptor - Immer Ärger mit Arty von Philip Kavvadias
© Umschlaggestaltung: Romy Schulz

Infos zum Buch
erschienen bei Magellan
Veröffentlicht 16. Juli 2026
Originaltitel Mission Microraptor 01 (A)
Übersetzt von Franca Fritz, Heinrich Koop
Illustriert von Falk Holzapfel
Empfohlenes Lesealter ab 10 Jahren
ca. 176 Seiten
Band 1 der Serie Mission Microraptor
erhältlich als Gebundenes Buch und EBook
 

Klappentext

Greg´s Tagebuch trifft auf Jurassic World – rasantes Dinobuch mit Geheimagenten und Microraptor!

Auf einer Klassenfahrt in den französischen Alpen finden Finn und Milo ein mysteriöses Ei im Gletschereis. Noch am selben Abend schlüpft daraus ein echter Dinosaurier, ein Microraptor! Aber sind die nicht ausgestorben!? Kurzerhand tauft Finn den kleinen Dino Arty. Doch Artys „Auferstehung“ ruft die Geheimorganisation SapientEx auf den Plan, die alles dafür tut, sich den Microraptor zu Forschungszwecken unter den Nagel zu reißen. Schnell müssen Finn und Milo mit dem Saurier fliehen. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn man seine größten Abenteuer bisher nur in Videospielen erlebt hat …

Packende Action und scharfer Humor – ein Dino-Buch ab zehn Jahren, für alle, die das Abenteuer suchen. Mit vielen Illustrationen von Falk „Zapf“ Holzapfel.

Weitere Bände der Reihe: Mission: Microraptor – Arty in Gefahr! (Band 2)

© Klappentext: Magellan

Das Cover stimmt mich auf ein actionreiches Buch ein und ich freue mich, dass ich direkt auf ein tolles Personenregister in Aktenoptik blicken kann. In Form von Mini-Steckbriefen werden mir die Hauptcharaktere kurz vorgestellt. Und weil ich neugierig bin, blättere ich als nächstes direkt ganz ans Ende des Buches und entdecke dort noch ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen und Erklärungen, die rund ums Militär verwendet werden. Jetzt fühle ich mich perfekt vorbereitet, um in Mission Microraptor – Immer Ärger mit Arty abzutauchen.

Bereits auf der ersten Seite wird mir klar, dass Finn der Natur absolut nichts abgewinnen kann. Er ist mit seiner Klasse auf Klassenfahrt in den französischen Alpen und einen Gletscher zu besteigen steht ganz weit unten auf seiner Liste. Wanderungen sind für ihn von seinen Lieblingsdingen so weit entfernt wie der Mond von der Erde. Denn er liebt nichts mehr als Essen, Videospiele und ein großes Sofa. Am liebsten würde er sich drücken. Doch auf Klassenfahrten tun sich alle immer schnell paarweise zusammen und wer übrig bleibt, wird von den Lehrern verbandelt. Genau das passiert Finn und Milo alias „Der Professor“. Die beiden sind die typischen Außenseiter und doch grundverschieden. Finn ist der gemütliche Typ, während Milo Wissen liebt und stundenlang über alles Mögliche referieren kann.

Finn erzählt selbst, wie aus einer harmlosen Klassenfahrt eine gefährliche Flucht wird. Alles beginnt durch den Zufallsfund eines Dinosaurier-Eis. Als Finn klar wird, dass da etwas schlüpft, muss er es natürlich filmen und es, so wie es sich für Jugendliche gehört, direkt in den sozialen Medien posten. Während undurchsichtige Organisationen auf das kleine Küken aufmerksam werden, ist Finn hin und weg. Er tauft das Tier „Artemis“, natürlich nach einer Göttin aus einem seiner Videospiele benannt. Milo teilt derweil ungefragt Wissen zu Dinosauriern und der Bindung zwischen dem Vogel und dem Ersten, den er sieht, mit. Und Finn wird klar, dass er für das kleine Wesen verantwortlich ist. Doch die beschauliche Stimmung währt nicht lang, denn plötzlich steht jemand Bedrohliches auf der Matte, um sich den Microraptor zu schnappen. Zum Glück taucht gerade rechtzeitig eine geheimnisvolle Agentin auf, die den Jungs die Gefährlichkeit der Lage bewusst macht. Lara Blake arbeitet für eine geheime Spezialabteilung des British Museum of Natural History und will die Jungs in Sicherheit und Arty ins Museum bringen. Und ab hier beginnt für mich der tempo- und actionreiche Spaß der Geschichte.

Der humorvolle Schreibstil ist lebendig und die kurzen Kapitel laden mich dazu ein, immer weiterzulesen. Die Sprache ist kindgerecht und leicht verständlich gehalten, sodass ich mir alle Szenen bildlich vorstellen kann. Zudem kommentiert Finn seine misslichen Lagen, in die er ständig hineingerät, extrem lustig und seine Flüche, die immer eine Anspielung auf Essen beinhalten, amüsieren mich. Auch sonst finden sich keine derben Ausrufe, wenn es welche gibt, werden sie als *Kraftausdruck!* im Text gekennzeichnet. Das finde ich unglaublich witzig gemacht.

Der Versuch, dem Bösewicht zu entkommen, führt den kleinen Trupp quer durch Europa, sodass es allerhand interessante Fakten zu Orten wie den französischen Alpen, Basel oder dem Schwarzwald gibt. Der Antagonist ist sowohl optisch als auch charakterlich stereotyp und als klassischer Bösewicht dargestellt, was für mich hier genau richtig ist. Zudem sind Gut und Böse dennoch nicht immer sofort klar erkennbar, was zusätzlich die Spannung steigert.
Am meisten liebe ich jedoch die Dynamik zwischen Finn und Milo. Während Finn gern darüber philosophiert, dass nur das Leben in der Zivilisation schön ist, kommt Milo mit seinem Wissen ums Eck. Die beiden ergänzen sich super, denn sie haben ein gemeinsames Ziel, das Beste für die kleine Arty herauszuholen. Ich mag, wie Philip Kavvadias auch das Thema Freundschaft beleuchtet und umsetzt. Als völlig normale Kinder treffen sie reichlich unkluge Entscheidungen und sind damit für die junge Leserschaft Identifikationsfiguren. Finn und Milo wissen nicht, wie sie in der Wildnis überleben können, und geben durch ihre Erlebnisse und neu erworbenen Erfahrungen auch gleich Wissen weiter. Ihre eigenen Stärken gleichen die Schwächen des anderen harmonisch aus, ohne dass die zwei wie klassische Actionhelden wirken.
Arty selbst finde ich superdrollig. Obwohl der kleine Microraptor gar keine so große Rolle hat, ist er immer präsent. Ganz besonders mag ich die Entwicklung des Drachenkindes und die seines „Papas“ Finn. Endlich begreift Finn, was es heißt, Eltern zu sein, und versteht seine Eigenen gleich viel besser. Seine wachsende Fürsorge für Arty macht ihn spürbar reifer. Gleichzeitig lockert Arty das Geschehen auf und sorgt für eine gute Dynamik.

Abgerundet wird Mission Microraptor – Immer Ärger mit Arty durch die markanten Illustrationen von Falk Holzapfel. Diese sind in Schwarz- und Grautönen gehalten, wobei mir die knallig orangefarbenen Akzente richtig gut gefallen. Sie setzen vor allem die Actionmomente wie die Flucht in den Bergen oder einen herannahenden Helikopter perfekt in Szene. Da die Bilder keinem starren Muster folgen, bleibt es schön abwechslungsreich. Figuren und Gegenstände, selbst Kleinigkeiten wie ein Satellitentelefon oder ein Rucksack sind klar gezeichnet und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Die Bilder unterstützen die Handlung und lockern längere Textpassagen auf. Interessanterweise wurden für den deutschen Buchmarkt neue Illustrationen angefertigt, denn im Original stammen die Zeichnungen von Euan Cook. Obwohl Cook Finn als Charakter für mein Kopfkino besser getroffen hat, mag ich insgesamt die deutsche Version mehr, da ich sie eindrucksvoller umgesetzt finde.

Die Geschichte wird mit jeder Seite packender und ich verfolge atemlos, wie sich alles entwickelt. Für mich als erwachsene Person ist manches natürlich ein wenig vorhersehbar, aber Kinder werden definitiv von tollen Wendungen überrascht. Auch mich erwischt es an manchen Stellen eiskalt und ich frage mich, wie Finn seinen Plan umsetzen will, damit Arty bei ihm bleiben darf. Doch das erlebe ich in diesem Band leider nicht mehr, denn die Geschichte endet abrupt mit einem fiesen Cliffhanger. Ich muss nun dringend die Fortsetzung lesen.


Mission Microraptor - Immer Ärger mit Arty von Philip Kavvadias
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein Buch, das rasant erzählte Agentenaction mit Situationskomik, chaotischen Entscheidungen und einer Reise quer durch Europa verbindet.

Lesen:

Wenn ihr Action-Abenteuer mögt, die kurze Kapitel haben, euch mit rasanten Verfolgungsjagden fesseln und ihr Lust auf eine drollige Freundschaftsgeschichte zwischen Außenseitern und einem Urzeitvogelküken habt.

Weglegen:

Wenn ihr eine tiefgründige Charakterentwicklung oder hochkomplexe, völlig unvorhersehbare Agentenmissionen erwartet, dann solltet ihr dieses turbulente Abenteuer eher meiden.

Mal ehrlich:

Ab und zu darf es bei mir ein Actionbuch sein und mich hat die Idee sofort angesprochen, dass aus einem gefundenen Ei ein kleiner Microraptor schlüpft. Dazu ein Junge, der unbedingt verhindern möchte, dass seine neue kleine Freundin in die falschen Hände gerät, und schon ist mir klar, dass mich ein chaotisches und actionreiches Abenteuer erwarten könnte.

Mission Microraptor – Immer Ärger mit Arty holt mich direkt ab der ersten Seite ab und ich lerne den Ich-Erzähler Finn kennen. Für mich ist er Shaggy aus Scooby‑Doo, nur mit einer noch ausgeprägteren Leidenschaft für Essen in allen Lieferdienstvarianten, gemütliche Sofastunden und endlosem Zocken. Blöd nur, wenn die Klassenfahrt plötzlich aus dem Ruder läuft und eine emotionale Bindung zu einem Urzeitvogelküken aufgebaut wird. Dann bleibt keine Zeit mehr für Gemütlichkeit, sondern nur die Flucht, um den kleinen Schatz vor fiesen Organisationen zu beschützen.

Zum Glück ist Finn nicht allein auf dieser gewagten Mission. Sein Mitschüler Milo, der personifizierte Schlaubi Schlumpf, der andere furchtbar gern mit seinem Enzyklopädie-Wissen belehrt, ist mit von der Partie. Was kann bei diesem Dream-Team aus impulsivem Chaos und nerdigem Verstand schon schiefgehen? Richtig, so ziemlich alles.

Zusammen mit der geheimnisvollen Special Agentin Lara Blake geht es quer durch Europa auf eine Reise, die von Seite zu Seite rasanter wird. Manche Actionspektakel kenne ich als Erwachsene schon aus Filmen, aber die Story überrascht mich trotzdem immer wieder. Die Bösewichte sind zwar optisch und charakterlich ein wenig klischeehaft geraten, aber für die Zielgruppe ab zehn Jahren finde ich das dennoch perfekt.

Der kindgerechte Schreibstil fliegt dank der kurzen Kapitel nur so dahin und sorgt für einen fantastischen Lesefluss. Besonders gelungen finde ich, wie locker echtes Wissen rund um Flora und Fauna, Überlebensstrategien und militärische Operationen in diese humorvolle Geschichte einfließen. Da lerne sogar ich noch was dazu.

Visuell wird das Ganze durch die markanten, schwarz-grauen Illustrationen von Falk Holzapfel abgerundet, bei denen mir die knallig orangefarbenen Akzente extrem gut gefallen. Die Bilder bilden die Dynamik des Augenblicks perfekt ab und lockern den Text angenehm auf. So vergesse ich beim Lesen völlig die Zeit, sodass ich am Ende des Buches eiskalt von einem fies grinsenden Cliffhanger erwischt werde. Ich brauche jetzt dringend Band zwei.

Fazit:

Mission Microraptor – Immer Ärger mit Arty ist ein moderner und actionreicher Lesespaß, der mich bestens unterhalten hat und zudem mit seinem Humor und den coolen Zeichnungen punkten konnte.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*