Auf der Leipziger Buchmesse 2026 hat mir Virginie Ehlert vom Magellan Verlag das Buch vorgestellt. Ich fand die Idee so witzig, dass ein Kater ein Tagebuch führt, dass ich sehr gespannt auf die Umsetzung war.
In meiner Rezension „Cats Tagebuch – Lass die Ratte aus dem Sack!“ von Franziska Höllbacher erfahrt ihr, ob der Kater mein Herz erobern konnte.
Leseexemplar
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

© Umschlaggestaltung: Carolin Glaser
erschienen bei Magellan
Veröffentlicht 16. Juli 2026
Illustriert von Franziska Höllbacher
Empfohlenes Lesealter Ab 9 Jahren
ca. 160 Seiten
erhältlich als Gebundenes Buch
Klappentext
Kater Knutberts herrliches Katzenleben wird mächtig gestört, als eines Tages von einem Biest berichtet wird, das die Nachbarschaft in Angst und Schrecken versetzt. Als Knutbert verdächtigt wird, bleibt ihm keine andere Wahl: Er wird die Bestie finden, seinen guten Ruf wiederherstellen und als Superheld zurückkehren!
© Klappentext: Magellan
Der Einstieg ist witzig und startet direkt mit einem Zitat von Knutbert „Nicht jeder Held ist eine Katze, aber alle Katzen sind Helden. (Besonders ich)“. Das zeigt mir bereits Knutberts ganz eigenen, selbstbewusst-arroganten Charme. Bevor die eigentliche Geschichte losgeht, stellt sich der Inhaber des Tagebuchs im Stil eines Steckbriefs vor, inklusive Alter, Größe, Gewicht, Rasse, Vorlieben, Abneigungen und Lebensmotto. Knutberts Tagebucheinträge sind nummeriert und mit eigenen Kapiteltiteln versehen. Dank des Inhaltsverzeichnisses bekomme ich ein Gefühl dafür, was mich erwarten könnte. Knutbert nennt seine eigenen Einträge „Katerstrophenbericht“, was ich sehr witzig finde.
Der Plotaufbau nimmt sich anfangs Zeit, sodass mir beim Lesen zunächst gar nicht genau klar ist, wohin sich die Geschichte entwickeln wird. Die ersten Berichte zeigen mir Knutberts gemütlichen Katzenalltag und seine Routinen. Passend zu einem Tagebuch erzählt Knutbert konsequent aus seiner Sicht, was seine Erzählungen natürlich sehr subjektiv macht. Manchmal neigt er ein bisschen zur Übertreibung, aber das ist zum Glück gut zu erkennen. Besonders amüsant sind seine Begegnungen mit den anderen Tieren in seinem Revier, die in Knutberts Augen natürlich alle weit unter ihm stehen. Hier fehlt mir allerdings ein kleines Figurenregister, da zu Beginn der Überblick zwischen Knutberts Menschen, Nachbarin Ingrid mit ihrer Schildkröte, dem Rotkehlchen Ralf, Revierkonkurrent Hektor und der Schlange Paula leicht verloren geht.
Die Geschichte entwickelt sich chronologisch und die einzelnen „Katerstrophenberichte“ bauen logisch aufeinander auf. Richtig aufregend wird es, als mysteriöser Lärm die Nachbarschaft aufschreckt und ausgerechnet Knutbert als Übeltäter beschuldigt wird. Da ihm plötzlich mit dem Tierheim gedroht wird, muss er handeln und beginnt auf seine ganz eigene, eigenwillige Weise zu ermitteln. Weil Knutbert eben ein echter Kater ist, geht es mit den Ermittlungen nicht schnurstracks voran, doch genau das macht den Verlauf der Story für mich immer interessanter und zunehmend spannender.
Knutbert ist mir am Anfang wenig sympathisch. Er ist unhöflich, faul und völlig von sich selbst überzeugt. Seine Gedanken über uns Menschen und weitere Lebewesen teilt er in kleinen, cleveren Infozetteln mit dem Titel „Kratzer am Rande“ mit. Diese spiegeln perfekt die typischen Klischees wider, die Katzenbesitzer ihren Tieren nachsagen, zum Beispiel, dass Katzen kein Herrchen, sondern Personal besitzen. Nach und nach wird jedoch deutlich, dass hinter Knutberts rauer Fassade ein lieber Kerl mit echtem Mitgefühl schlummert. Obwohl er immer gern den Coolen mimt, lässt er mich im Verlauf seine freundliche und besorgte Seite sehen.
Die menschlichen Nebenfiguren bleiben in der Erzählung recht blass, dafür werden die Tiere mehr in den Fokus gestellt. Allen voran das Rotkehlchen Ralf, das für Knutbert den nervigsten Vogel aller Zeiten darstellt und dem er am liebsten in guter alter Katzenmanier den Garaus machen würde. Ihr Geplänkel erinnert mich ein wenig an den Zwist zwischen „Tom und Jerry“. Als plötzlich ein weiteres Tier auftaucht, verschiebt sich Knutberts Fokus. Die Dynamik zwischen Kater und dem Neuling ist großartig und verleiht der Story nicht nur mehr Tiefe, sondern gibt Knutbert auch die perfekte Gelegenheit, sich spürbar weiterzuentwickeln.
Ein absolutes Highlight sind für mich die eingestreuten Illustrationen, die von Franziska Höllbacher selbst gezeichnet sind. Sie sind unglaublich witzig und perfekt auf den jeweiligen Tagebucheintrag abgestimmt. Besonders Knutberts treffende Mimik bringt mich immer wieder zum Lachen. Insgesamt ist das gesamte Innenlayout hervorragend gestaltet. Die wechselnden Schriftgrößen sowie die zwischendurch fett markierten Wörter und Sätze heben wunderbar hervor, was dem Kater gerade besonders wichtig ist. Das sorgt für ein lebendiges Leseerlebnis.
Der Schreibstil selbst ist herrlich katzentypisch, flüssig und mit einer großen Leichtigkeit geschrieben, sodass es immer leicht verständlich bleibt. Im Verlauf der Ermittlungen gibt es zwar ein paar Szenen, die ein bisschen übertrieben und wenig realistisch wirken, aber genau diese humorvollen Übertreibungen machen letztendlich den besonderen Reiz und den Spaß dieser Geschichte aus.
Als Hundefreund habe ich zu Beginn vielleicht nicht ganz so viele Schmunzler, wie ich es mir erhoffe. Allerdings muss ich sagen, dass mich die Geschichte im Verlauf immer mehr packt und von Kapitel zu Kapitel besser wird. Am Ende erwartet mich eine so spannende Wendung, dass ich nun sehr neugierig auf den zweiten Band bin.

© Foto: Monique Meier
Kurz gesagt:
Was dich erwartet:
Ein humorvoller Comic-Roman in Tagebuchform, der den eigenwilligen Alltag eines Katers mit einer überraschenden Detektivgeschichte verbindet.
Lesen:
Wenn ihr humorvolle Geschichten mögt, die katzentypischen Charme, grandiose Illustrationen, ein lebendiges Layout und einen leichten Spannungsaufbau bieten, dann greift zu.
Weglegen:
Wenn ihr eine tiefgründige, rein realistische Handlung oder ein Buch komplett ohne übertriebene Szenen erwartet, dann solltet ihr es lieber liegen lassen.
Mal ehrlich:
Zu Beginn begegne ich dem selbstherrlichen Kater Knutbert mit einer Mischung aus Skepsis und leiser Belustigung. Sein Auftreten ist laut, selbstzufrieden und voller kleiner Spitzen, die mich als Hundefreundin nicht sofort abholen. Trotzdem macht mich seine Art neugierig, weil er unverblümt zeigt, wie er sich selbst sieht. Seine Tagebucheinträge strotzen nur so vor Selbstverliebtheit und doch lässt er mich in sein Leben abtauchen. Dabei lerne ich allerlei Tiere und Menschen kennen, deren Begegnungen mit ihm oft zu kleinen Reibereien führen und seinen Alltag prägen. Anfangs wirkt das auf mich etwas anstrengend, weil sich die Vielzahl der Figuren wie ein großes Durcheinander anfühlt. Aber auf leisen Samtpfoten zieht mich Knutbert tiefer in seine Gedankenwelt und die Ereignisse, die immer unangenehmer werden. Denn ein seltsamer Lärm bringt die Nachbarschaft in Aufruhr und plötzlich steht Knutbert als Schuldiger da. Und dann wird ihm auch noch mit Tierheim gedroht. Das kann Knutbert natürlich so nicht stehen lassen und so wird aus seinen überheblichen Tagebucheinträgen eine Art Ermittlungsreise, die nicht immer geradlinig und vor allem planmäßig verläuft. Ich folge ihm durch Zweifel, Übertreibungen und kleineren Umwegen zu seinem Ziel. Und langsam verschiebt sich mein Blick auf ihn. Hinter seiner rauen Art zeigt sich nun ein Kater, der sich sorgt, der Verantwortung übernimmt und der mehr Herz hat, als er zugeben würde.
Die tierischen Begegnungen tragen viel zur Atmosphäre bei. Besonders das ewige Hin und Her mit Ralf, dem Rotkehlchen, bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Später kommt ein weiteres Tier dazu, und ab da verändert sich die Dynamik deutlich. Die Geschichte gewinnt an Tiefe und sorgt für eine Weiterentwicklung in Knutberts Verhalten.
Ein echtes Highlight sind die kleinen Illustrationen. Sie sind so witzig und liebevoll gestaltet, dass ich immer wieder lachen muss. Besonders die Szenen mit Knutbert haben mich mehrfach zum Schmunzeln gebracht. Auch die typografischen Spielereien unterstützen den Tagebuchcharakter und machen das Lesen lebendig.
Die Mischung aus Humor, kleinen Übertreibungen und dem leichten Spannungsaufbau holt mich ab. Und der fiese kleine Plot Twist am Ende macht mich sehr neugierig auf Band 2.
Fazit:
Katzenfans werden Cats Tagebuch – Lass die Ratte aus dem Sack! lieben. Aber für mich ist die eigentliche Überraschung, dass die Geschichte witzig erzählt, mit tollen Illustrationen aufgewertet und am Ende so spannend ist, dass sie selbst mich als Hundemensch komplett abgeholt hat.
*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*
Ich dachte erst, das wäre eine Fortsetzung von Greg’s Tagebuch! Aber Knutberts Abenteuer klingen ja auch sehr interessant! Erst recht, wenn er ein bisschen selbstbewusst-arrogant rüberkommt! Ich glaube, das kann sehr unterhaltsam werden! Danke für den Tipp!
Liebe Grüße
Jana
Liebe Jana,
die Assoziation ist bewusst so gewählt ;). Es ist auf jeden Fall ein lustiges Buch und ist prima für nebenbei.
Liebe Grüße
Mo