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Bei meinem Besuch auf der Leipziger Buchmesse 2026 ist mir am Stand vom Magellan Verlag die Leseprobe zu Soulmates and Other Ways to Die ins Auge gesprungen. Mit wachsender Begeisterung habe ich sie gelesen und da war mir klar, dieses Buch muss ich auf jeden Fall ganz lesen.

In meiner Rezension „Soulmates and Other Ways to Die“ von Melissa Welliver nehme ich euch mit in diese dystopische Welt und beleuchte, wie mir die Geschichte insgesamt gefallen hat.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Magellan erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst


Soulmates and Other Ways to Die von Melissa Welliver
© Umschlaggestaltung: Anja Trentepohl

Infos zum Buch
erschienen bei Magellan
Veröffentlicht 18. September 2025
Originaltitel ‎Soulmates and Other Ways to Die
Übersetzt von Maria Schmidt
Illustriert von Micaela Alcaino
Empfohlenes Lesealter Ab 14 Jahren
ca. 320 Seiten
erhältlich als Paperback
 

Klappentext

Noch nie war die Apokalypse so witzig!

Die gute Nachricht: Jeder von uns hat einen Seelenverwandten. Die schlechte Nachricht: Wenn er stirbt, stirbst auch du.

Zoe ist ein echter Kontrollfreak, durch und durch organisiert und sie will vor allem eins: unbedingt am Leben bleiben! Gar nicht so einfach in einer Welt, in der das Überleben von einem per Gencode vorgegebenen Seelenverwandten abhängt. Und erst recht nicht, wenn der eigene Soulmate scheinbar von Gefahr angezogen wird und ein absoluter Adrenalinjunkie ist. Als Zoe herausfindet, dass es ausgerechnet Milo Spencer ist, mit dem sie ihr Leben verbringen soll, ist ihr klar: Sie müssen unbedingt eine Heilung für diese ganze Seelenverwandten-Scheiße finden. Denn NIE IM LEBEN wird sie mit Milo mehr Zeit verbringen als unbedingt notwendig!

RomCom meets Dystopie: Ein Must-Read für alle Fans von They both die at the end . Melissa Welliver gelingt ein humorvoller Genre-MashUp der Tropes opposites attract, enemies to lovers, romantic suspense und speculative romance. Geschrieben aus zwei Perspektiven.

© Klappentext: Magellan

Die Einführung in das dystopische England gefällt mir sehr gut, da ich durch die Protagonistin Zoe direkt in den von der KinTwin-Mutation geprägten Alltag der Menschen eintauche. Ich brauche zwar ein bisschen, bis ich begreife, dass diese Mutation dafür sorgt, dass jede Person biologisch an den eigenen Seelenverwandten gebunden ist. Doch die Tragweite dieser Verbindung fasziniert mich schnell. Sie ist unfreiwillig, unvermeidbar und lebensbestimmend. Als Seelenverwandte spüren die Betroffenen nicht nur den gleichen Schmerz, sondern sterben auch wenn der andere Mensch zu Tode kommt. Das birgt unkalkulierbare Risiken, besonders solange die betroffene Person den eigenen KinTwin noch nicht kennt. Zudem greift der Staat durch die DearlyDeparted-App massiv in das Privatleben der Menschen ein, damit diese unter anderem darüber ihr Match erfahren können und über Todesfälle informiert werden, die oft ganze Kettenreaktionen auslösen. Denn der Tod ist in dieser Welt immer mit unterwegs. Passend zu diesem Setting führt Melissa Welliver eigene Fachwörter ein. Zu Beginn wünsche ich mir hierzu zwar eine Übersicht oder ein Glossar, um mich in dieser neuen Welt schneller zurechtzufinden, doch das schmälert die kreative Grundidee nicht.

Die Ereignisse werden durch die abwechselnden Ich-Perspektiven von Zoe und Milo geschildert. Das ermöglicht mir, den beiden sehr nah zu kommen, wodurch ihre Gedanken, Emotionen und Handlungen greifbar sind. Obwohl der Weltenaufbau durch ihre subjektive Wahrnehmung geprägt ist, finde ich das erfrischend, denn Zoe und Milo sind grundverschieden. Zoe ist intelligent, kontrolliert und sehr sicherheitsorientiert. Die Ängste ihrer Mutter übertragen sich auf sie, was ihren Mut bremst, das Leben zu genießen. Besonders mag ich an ihr ihren trockenen Humor und ihr analytisches Vorgehen. Milo hingegen ist sportlich aktiv, beliebt und impulsiv. Er sucht den Kick und unterschätzt Gefahren, ohne sich Gedanken über die Risiken für seinen KinTwin zu machen. Dennoch besticht er durch selbstironische Überlegungen und viel Empathie. Milo treibt die Handlung durch seinen Mut rasch voran, was seine Entwicklung noch deutlicher macht.

Ich liebe die Charakterentwicklung, die beide durchlaufen. Zoe lernt, mehr Mut zu haben, während Milo versteht, dass sein Handeln Konsequenzen für andere hat. Zudem wirft Soulmates and Other Ways to Die interessante philosophische Fragen über Liebe und Schicksal auf, die mir beim Lesen bewusst machen, dass eine Seelenverwandtschaft nicht automatisch romantisch oder glücklich sein muss. Diese Gedanken sind angenehm und flüssig aufbereitet, ohne die Geschichte zu beschweren. Ganz sanft entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern mit zur Entwicklung der beiden Charaktere gehört.

Auch die klar gezeichneten Nebencharaktere erfüllen wichtige Funktionen.
Anhand von Zoes Mutter wird die düstere soziale Realität der Mutation deutlich, während Milos Freundinnen Aisha und Bri als queeres KinTwin-Paar einen wunderbaren partnerschaftlichen Kontrast bieten.
Der sorgfältig gestaltete Aufbau des Antagonisten bringt zudem eine weltpolitische Ebene ein, die Soulmates and Other Ways to Die mehr Tiefe verleiht. Dabei sind Machtstrukturen und persönliche Motive eng miteinander verknüpft.
Gleichzeitig ist die Legende über die geheimnisvolle Madame Scissor nicht nur ein Symbol der Hoffnung für Zoe und Milo, um die Mutation überwinden zu können, sondern auch der Impulsgeber für eine temporeiche und packende Suche nach ihr.

Melissa Welliver setzt auf schnelle Szenenwechsel und arbeitet gekonnt mit Kontrasten. Ihr flotter, zugänglicher Schreibstil erzeugt klare Bilder und reichlich Action. Besonders überzeugend sind die verschiedenen Spannungsebenen: Kleinere Gefahrenmomente sorgen für Tempo, während eine unterschwellige Spannung durch die ständige Möglichkeit, plötzlich mit dem eigenen KinTwin zu sterben, die gesamte Handlung durchzieht.
Im Verlauf der Geschichte wird es immer actionreicher und brenzliger. Manche Situationen wirken zwar etwas überdreht und unrealistisch, da die Action stellenweise sehr intensiv ist, doch für einen dystopischen Roman passt das für mich gut.

Insgesamt überzeugt mich Soulmates and Other Ways to Die als spannende Young Adult-Dystopie. Der Plot ist toll ausgeklügelt und mit einer angenehmen emotionalen Tiefe sowie gesellschaftlicher Relevanz versehen. Manchmal sind die Wendungen zwar etwas vorhersehbar und auch das Finale ist für meinen Geschmack ein bisschen zu rasch und actionlastig erzählt, wodurch manche Entwicklungen ein wenig gehetzt wirken. Dennoch bin ich absolut fasziniert und finde das Ende rundum gelungen.


Soulmates and Other Ways to Die von Melissa Welliver
© Foto: Monique Meier, Handyelement erstellt mit ChatGPT

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Eine kreative und rasante Young-adult-Dystopie, in der Seelenverwandtschaft lebensgefährlich ist. Die humorvolle Gegensätzlichkeit der Protagonisten wirft Fragen über Schicksal und Liebe auf, ohne auf ein hohes, actionreiches Erzähltempo zu verzichten.

Lesen:

Wenn ihr Dystopien mögt, die originelle Gesellschaftskritik mit einer sanften, tiefgründigen Liebesgeschichte verknüpfen und euch mit einem erfrischend sarkastischen Humor viel Action bieten.

Weglegen:

Wenn ihr teilweise überdrehten Actionszenen nicht mögt, werdet ihr vermutlich mit dieser Dystopie nicht glücklich.

Mal ehrlich:

Das Leben im dystopischen England ist fest im Würgegriff der weltweit auftretenden KinTwin-Mutation. Sie verbindet zwei Seelenverwandte biologisch so eng miteinander, dass sie sich Schmerz, Bewusstlosigkeit und sogar den Tod teilen. Der Staat überwacht die Menschen über eine App, um passende Matches zu finden, sie zu kontrollieren und die steigende Todesrate zu managen. In dieser faszinierenden und gleichzeitig beklemmenden Welt versuchen Zoe und Milo ihren Platz zu finden. Sie könnten dabei in ihrem Streben nicht unterschiedlicher sein, denn Milo sehnt sich danach, seinen KinTwin kennenzulernen, während Zoe am liebsten darauf verzichten möchte.
Die wechselnden Ich-Perspektiven funktionieren hervorragend. Es macht mir Spaß, die beiden zu begleiten. Zoe denkt logisch und strategisch, um immer auf das schlimmstmögliche Szenario vorbereitet zu sein. Milo hingegen sucht das Risiko und liebt das Leben mit all seinen Facetten. Und plötzlich sind sie beide KinTwins. Zum Glück gibt es die Legende von Madame Scissor, die wohl in der Lage ist, solche Verbindungen wieder zu trennen. Nur muss sie erst einmal gefunden werden.
Der Schreibstil ist schnell, bildhaft und passt sich perfekt den Charakteren an. Die Szenen werden im Verlauf immer actionreicher, was sie manchmal überdreht wirken lässt. Ich mag das hier aber sehr gern, weil es die ernsten und tieferen philosophischen Fragen von Liebe und Schicksal auflockert. Gleichzeitig mag ich den trockenen und teilweise sarkastischen Humor, der sich fröhlich durch die spannende Geschichte schlängelt.
Die Nebenfiguren tragen viel zur Atmosphäre bei. Durch Zoes Mutter werden die Schattenseiten und durch Aisha und Bri als queeres Paar die schönen Seiten der KinTwin-Mutation deutlich. Aber auch der Antagonist bringt Spannung ins Buch, genauso wie die packende Suche nach Madame Scissor.
Das Tempo in der Geschichte ist hoch und ich mag es sehr, wie sich im Verlauf Zoe und Milo weiterentwickeln. Ab und zu schießt die Handlung ein bisschen übers Ziel hinaus, aber bei einer Young Adult-Dystopie kann ich damit super leben. Und so rase ich auf das Finale zu, das mir zwar ein bisschen zu überdreht ist, aber am Schluss stimmig abschließt.

Fazit:

Soulmates and Other Ways to Die überzeugt mich mit einer faszinierenden Kernidee und einer emotional tiefgründigen Charakterentwicklung. Trotz kleinerer vorhersehbarer Wendungen bietet mir der flüssige Schreibstil ein actionreiches Leseerlebnis und regt mich zum Nachdenken an.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

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