Entdeckt habe ich das Buch zufällig auf der Leipziger Buchmesse 2026. Dabei fiel mir der Titel Wir sind BAF ins Auge und hat mich direkt neugierig gemacht. Wer das wohl sein mag? Schon auf der Messe fing ich anzulesen und wollte am liebsten nicht mehr aufhören. Also musste das Buch mit.
In meiner Kurzrezension „Wir sind BAF“ von Christina Seidel lernt ihr die Kinderermittler kennen und was euch bei der Geschichte erwartet.
Leseexemplar
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

© Umschlagabbildung: Felix Hufeland
erschienen bei Mitteldeutscher Verlag
Veröffentlicht 11. August 2025
Illustrator Felix Hufeland
Empfohlenes Lesealter Ab 6 Jahren
ca. 88 Seiten
erhältlich als Taschenbuch
Klappentext
© Klappentext: Mitteldeutscher Verlag
Das Inhaltsverzeichnis gewährt einen Überblick über die betitelten Kapitel. Dabei fällt mir auch gleich auf, dass die einzelnen Abschnitte maximal sieben Seiten haben. Also perfekt für junge Lesende.
Der Einstieg in Wir sind BAF ist schlicht, aber interessant. Eine mir noch unbekannte Ich-erzählende Person berichtet mir, wie der Tag begann, bevor Anton einen verlassenen Rollator entdeckt. Auf einmal kommt etwas Rätselhaftes in die alltägliche Szene und ich bin gespannt, wohin sich die Geschichte entwickelt.
Relativ schnell zeigt sich, wie Anton, Bella und Fatima als Freundesgruppe funktionieren. Bella ist die Ich-Erzählerin und ihre Unsicherheiten machen sie zu einer nahbaren Figur für Kinder. Ich kann mich gut in ihre Überlegungen hineinversetzen.
Besonders gelungen finde ich den Schreibstil von Christina Seidel. Sie bleibt nah an kindlichen Dialogen und Erzählweisen dran und durch die Leichtigkeit bleibt der Text zugänglich und sehr gut verständlich.
Die Dynamik zwischen den drei Hauptfiguren ist gelungen. Anton ist ein schlauer Detektiv, aber auch ein bisschen stur und der heimliche Klassenclown. Seine Witze lockern immer wieder die Handlung auf.
Bella ist der emotionale Wirbelwind der Gruppe und Fatima gleicht die beiden mit ihrer ruhigen und vernünftigen Handlungsweise gekonnt aus.
Der verlassene Rollator bewegt die Kinder dazu zu ermitteln, was passiert ist. Und als waschechte Detektive braucht es einen Namen. Schnell ist klar, dass sie sich BAF nennen. Das ist ein Akronym ihrer Namen. Und dann kann es losgehen mit dem Ermitteln. Ich erfahre immer nur so viel, wie Bella preisgibt. Das motiviert zum Miträtseln.
Überraschend tiefgründig gestaltet sich die Geschichte. Die „Drei tollen Detektive“ rücken ein reales und ernstes Thema in den Mittelpunkt: Betrug und Vertrauen, speziell den Enkeltrick. Dabei gelingt es, dieses sensible Problem kindgerecht zu vermitteln, ohne es zu verharmlosen.
Ein bisschen schade finde ich, dass die Polizei zu Beginn etwas unrealistisch inkompetent wirkt und Zufälle eine größere Rolle spielen. Das nimmt dem Ganzen minimal die Glaubwürdigkeit, auch wenn es den Kindern natürlich mehr Raum für Eigeninitiative gibt.
Der Fall ist recht einfach gehalten, aber für Kinder ab 6 Jahren genau richtig. Es macht Spaß, BAF zu begleiten, und bis zum Schluss erwarten mich einige spannende Wendungen. Besonders die Szene auf dem Friedhof bleibt hängen, weil sie schaurig und gleichzeitig witzig umgesetzt ist.
Abgerundet wird der Kinderkrimi durch kleine Illustrationen von Felix Hufeland. Sie kommen zwar nur sporadisch vor, lockern das Gelesene aber angenehm auf.
Richtig gut finde ich am Ende den Anhang. Dort werden die einzelnen Schauplätze noch mal einzeln vorgestellt, denn die Umgebung, in der die Geschichte spielt, existiert wirklich. Wer also in Halle an der Saale wohnt, kann direkt vor Ort ermitteln.

© Foto: Monique Meier
Fazit:
Ein spannender Kinderkrimi mit überraschend ernster Thematik und einem sympathischen Detektiv-Trio. Leicht zu lesen, mit realen Ortsbezügen und einem ungewöhnlichen Fall.
*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*
Lesetipp:
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