[ Werbung ]

Die Thriller von Freida McFadden lese ich gerne und ich habe bislang auch alle Bücher von ihr in meinem Regal stehen. Die Ehefrau fehlte mir noch und ich war gespannt, was ich dieses Mal erleben würde.

In meiner Rezension „Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?“ von Freida McFadden erfahrt ihr, ob das vielleicht ein Buch für euch ist.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Heyne Verlag erhalten
❧ Vielen Dank an Vielen Dank an Daniela Neuper für die Freigabe im Bloggerportal für die Vermittlung
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst


Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen? von Freida McFadden
© Umschlaggestaltung: zero-media.net, München

Infos zum Buch
erschienen bei Heyne Verlag
Veröffentlicht 25. März 2026
Originaltitel The Wife Upstairs
Übersetzt von Frank Dabrock
ca. 416 Seiten
erhältlich als Taschenbuch, Hörbuch und EBook
 

Klappentext

Sie hatte einen Unfall. Sie kann kaum sprechen. Sie ist die Ehefrau eines Mannes, der alles für sie tut. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit …

Sylvia Robinson wird im Haus der Barnetts als private Pflegekraft eingestellt. Nach einem Unfall benötigt Victoria Barnett rund um die Uhr Betreuung. Sie kann weder gehen noch sprechen und ist an ihr Bett im obersten Stockwerk des Hauses gefesselt. Daher hat ihr Mann Sylvia als Unterstützung hinzugeholt. Doch schon bald hat Sylvia das Gefühl, dass Victoria nicht so hilflos ist, wie sie scheint. Dann entdeckt sie Victorias Tagebuch versteckt in einer Kommode. Und was sie darin liest, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg.

© Klappentext: Heyne Verlag

Die Ehefrau beginnt beinahe unauffällig und doch ist durch das Unbehagen der Ich‑Erzählerin Sylvia spürbar, dass das spontane Jobangebot von Adam Barnett vielleicht nicht der Glücksgriff ist, nachdem es klingt. Noch ist alles diffus und so bin ich gespannt, was Sylvias Job als Gesellschaftsdame für Adams pflegebedürftige Frau Victoria bereithält. Bereits hier ist mir klar, dass Sylvia jemand ist, der instinktiv handelt und helfen will, was den Kontrast zu ihrer späteren Leichtgläubigkeit verstärken wird.

Die Spannung ist am Anfang nur leicht in die Handlung eingewebt und obwohl die Geschichte zarte romantische Züge trägt, ist die Atmosphäre dezent angespannt. Ich lerne Sylvia besser kennen und auch das Haus, in dem die Familie Barnett lebt, sowie die Haushälterin und die Pflegekraft für Victoria. Über alldem schwebt die Frage, was für eine Frau Victoria wohl vor ihrem Unfall gewesen sein mag.

Recht zügig wird eine weitere Erzählperspektive eingeführt, und zwar in Form von Victorias Tagebuch. Auf Victorias Wunsch soll Sylvia das Buch lesen und der Blick in die Vergangenheit spiegelt den Spannungsaufbau in der Gegenwart. Am Anfang ist alles rosarot, doch Stück für Stück füttert mich die Autorin mit Details, sodass sich langsam ein anderes Bild zu ergeben scheint. Beide Perspektiven sind subjektiv gefärbt und lassen mich nur erahnen, was tatsächlich passiert, was hier und da für interessante Momente sorgt.

Doch was nun wie ein richtig guter Thrillerauftakt klingt, kann mich stellenweise nicht mitreißen. Viel zu offensichtliche Wendungen erzeugen nicht die Spannung, die ich mir wünsche. Hinzu kommt, dass ich es erschreckend finde, wie naiv Sylvia und Victoria teilweise charakterisiert werden. Manche Entscheidungen der Frauen kann ich einfach nicht nachvollziehen. Sylvia verdrängt lange Zeit die Wahrheit und verhält sich besonders zu Beginn extrem leichtgläubig. Dafür hat sie sich eine angenehme Herzenswärme und Menschlichkeit bewahrt, sodass sie mir sympathisch ist.
Zu Victoria hingegen fällt es mir schwer, eine Verbindung aufzubauen. Auch sie wirkt unbedarft und verschließt die Augen lange vor der Wahrheit, sodass ich mich frage, wie sie so blind in die Gefahr laufen kann. Ich schwanke zwischen Mitleid und Unglauben, weil beide sich stellenweise verhalten wie Figuren, die im Horrorfilm in den dunklen Keller gehen und „Hallo“ rufen.

Freida McFadden verwebt in Die Ehefrau toxische Beziehungsmuster wie GaslightingGaslighting bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine Person so lange an der Wahrnehmung der anderen rüttelt, bis diese an sich selbst zweifelt., Isolation und Kontrolle. Hinzu kommen Elemente von Täuschung und die Spiegelung von Vergangenheit und Gegenwart. Das alles sind super Zutaten für einen psychologisch perfiden Thriller, doch Die Ehefrau liest sich wie eine x‑beliebige Geschichte. Die Vorhersehbarkeit ist ermüdend. Zugutehalten möchte ich den durchgängig flüssigen und anschaulichen Schreibstil, der mir eine schnelle Lesezeit ermöglicht. Die kurzen Kapitel sorgen zusätzlich dafür, dass sich Die Ehefrau dynamisch lesen lässt.

Erst im letzten Drittel möchte ich die Geschichte verschlingen. Kurz vorm Finale überschlagen sich die Plottwists und ich weiß nicht mehr, was ich noch glauben soll. Eine Spannungsspitze jagt die nächste und endlich habe ich das Gefühl, angekommen zu sein. Bis zur letzten Seite kann mich Die Ehefrau in Atem halten, während sich Stück für Stück die ganze Tragweite dieser Tragödie offenbart. Vielleicht wirkt dieser starke Umschwung auch deshalb so intensiv, weil der Mittelteil durch die hohe Vorhersehbarkeit und das unglaubwürdige Handeln der Figuren für mich eher schwach war.


Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen? von Freida McFadden
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein leichtgängiger Thriller, der langsam ein Netz aus toxischen Beziehungsmustern webt und durch die Mischung aus Gegenwart und Tagebucheinträgen mit zwei subjektiven Blickwinkeln spielt.

Lesen:

Wenn ihr Lust auf leichte Thrillerkost habt und keine großen Erwartungen mitbringt oder ihr Einsteiger im Thriller‑Genre seid.

Weglegen:

Für Thrillerfans könnte das Buch enttäuschend sein. Meine Buddy-Read-Partnerin meinte, dass Verity von Colleen Hoover fast genauso erzählt wird wie „Die Ehefrau“. Wenn ihr Verity kennt, könnte euch Die Ehefrau deshalb wenig überraschen.

Mal ehrlich:

Freida McFadden ist für mich ein Garant für flott geschriebene und spannende Thriller, die mit unerwarteten Plottwists überzeugen. Bei Die Ehefrau habe ich die überraschenden Wendungen und die gezielt gesetzten Spannungsspitzen lange vermisst.
Stattdessen finde ich es erschreckend, wie naiv Freida McFadden die beiden Protagonistinnen teilweise gezeichnet hat.
Ich lerne Sylvia kennen, als sie gerade zu einer stillen Heldin in einem Diner wird, und plötzlich ist alles anders. Sie bekommt einen völlig anderen Job als geplant, nämlich als Gesellschafterin für Adams pflegebedürftige Frau Victoria. Von da an dominiert als Hauptschauplatz das Haus der Familie Barnett.
Sylvias Job scheint ziemlich einfach zu sein, bis ihr Victoria ein Tagebuch anvertraut.
Die Ehefrau wird in zwei Zeitebenen erzählt, beide aus der Ich‑Perspektive. Dadurch bekomme ich nur einen begrenzten Blick auf die Ereignisse, der von den Emotionen der Protagonistinnen durchzogen ist. Das sorgt hier und da für spannende Augenblicke.
Obwohl der lockere Schreibstil mich angenehm durch die knackigen Kapitel trägt, verliert mich die Autorin immer wieder. Klar, das Thriller‑Rad kann nicht neu erfunden werden, aber ein bisschen mehr Pepp hätte mir gut gefallen.
Ganz langsam strickt Freida McFadden ein Netz aus toxischen Beziehungselementen wie Gaslighting, Schuldumkehr und subtilen Drohungen, sodass ich zwischen Mitleid und Unglauben schwanke. Doch wie verlässlich sind die Schilderungen überhaupt?
Erst im letzten Drittel kommen die vermissten Plottwists, die meine Vermutungen durcheinanderwirbeln und mich zweifeln lassen, was ich noch glauben kann.
Die Ereignisse überschlagen sich und das Ende rast förmlich auf mich zu. Als ich das Buch zuschlage, sind die meisten Fragen schlüssig und zufriedenstellend beantwortet.

Fazit:

Ein eher lockerer Thriller, der super für Einsteiger in das Genre geeignet ist. Für erfahrene Thrillerlesende ist es nicht mehr als ein literarischer Snack.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf Spannende Unterhaltung mit starken Charakteren?
Dann empfehle ich euch:
Verhängnisvolle Nähe von Sandra Brown