Kurzgeschichten sind immer super, um kurzzeitig aus dem Alltag zu entfliehen und sie schnell auszulesen. Daher war ich ganz begeistert, als ich die Gruselsnack-Reihe aus dem Dark Empire Verlag auf der BuchBerlin entdeckt hatte.

In meiner Kurzrezension „Judy“ von Ela Bloom könnt ihr nachlesen, wie gruselig ich das Ganze empfand.


Judy von Ela Bloom
© Umschlaggestaltung: Guisy Lo Coco, magicalcover.de

Infos zum Buch
erschienen bei Dark-Empire-Verlag
Veröffentlicht 20. Dezember 2023
72 Seiten
Band 1 der Reihe Gruselsnack
erhältlich als Taschenbuch und EBook
 

Klappentext

Lenox und Skylar haben sich nach fünf Jahren Beziehung wohl auseinandergelebt, denn Skylar wirkt immer distanzierter, weicht Gesprächen aus und fällt in sich zusammen. Judy spendet Lenox Trost, als ihn auch noch Albträume über einen Flugzeugabsturz heimsuchen. Obendrein nervt ihn ein Buchfink, dessen Lied ihn überall hin begleitet. Selbst auf der Parkbank am Friedhof findet er keine Ruhe.

Der erste Gruselsnack aus unserer neuen Reihe – jeder Snack ist unabhängig voneinander lesbar! Gratis mit Kindle Unlimited!

© Klappentext: Dark-Empire-Verlag

Judy beginnt richtig schön und ich lerne direkt die Protagonisten Lenox und Skylar kennen. Die beiden scheinen sich sehr zu lieben und es macht mir Freude, sie ein Stück in ihrer Glückseligkeit begleiten zu können.
Wer Judy ist, wird schnell aufgeklärt und ich finde die Idee dazu niedlich. Danach kippt die Atmosphäre und es wird trauriger, düster und bedrückender.

Ich begleite Lenox mithilfe des personalen Erzählers. Dadurch ist die Erzählung von seinen Wahrnehmungen, Gedanken und Emotionen bestimmt. Das erzeugt Nähe. Ich mag Lenox und ich finde es interessant, wie die Geschichte in zwei Zeitebenen untergliedert wird. In der Gegenwart erlebe ich, wie die Beziehung zwischen Lenox und Skylar anfängt zu zerbrechen, während ich in der Vergangenheit dabei bin, wie sich die beiden kennenlernen.
Zwischendurch mischen sich noch düstere Träume in die Szenerien, sodass eine komplexe Erzähltiefe erreicht wird.
Der Schreibstil ist stark auf die Atmosphäre abgestimmt. Bleibt dabei aber immer präzise beschreibend und spielt gern mit Gegensätzen. Das verstärkt die Stimmung gekonnt.

Judy vermischt Alltagsrealismus mit Unheimlichem, was bei mir zwar keine Gruselmomente erzeugt, mich aber durch die Tragik, die sich dahinter verbirgt, berührt. Manches ist für mich nicht ganz stimmig, aber ich mag, dass Ela Bloom lange verhüllen kann, wie die Geschichte sich auflösen wird.

Erst mit dem Zuschlagen des Gruselsnacks wird mir die Tragweite so richtig bewusst und das Gelesene wirkt noch eine Weile nach. Insgesamt hat mich Judy gut unterhalten.

Fazit:

Ein Lesesnack, der atmosphärisch dicht erzählt ist und eindeutig von seinen Zwischentönen und einer faszinierenden psychologischen Tiefe lebt.

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