Von Jan Beck habe ich schon die Thriller Serie um die Ermittler Inga Björk und Christian Brand gelesen. Da ich die Bücher spannend fand, war ich neugierig, was sich Herr Beck neues hat einfallen lassen.
In meiner Rezension zu „Dorn: Zimmer 103“ von Jan Beck ermitteln wir gemeinsam, ob sich der Serienauftakt lohnt.
Leseexemplar
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❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

© Cover: bürosüd GmbH
erschienen beim Penguin Verlag
Veröffentlicht 29. Januar 2025
ca. 384 Seiten
Band 1 der „Dorn – Simon Dorn und Leah Wagner ermitteln“ Reihe
erhältlich als Taschenbuch, Hörbuch und eBook
Klappentext
Kriminalpsychologe Simon Dorn beendet nach zahlreichen persönlichen Schicksalsschlägen seinen Polizeidienst und zieht sich in das leerstehende Hotel Dornwald in Bad Gastein zurück. Dort setzt er heimlich seine Arbeit fort. Zimmer für Zimmer verwandelt er das Dornwald in einen Schaukasten ungelöster Mordfälle. Einzige Verbindung zur Außenwelt: Karla Hofbauer vom Cold Case Management am Bundeskriminalamt Wien. Als Hofbauer in Hamburg ermordet wird, deutet alles auf einen Serientäter hin. Die junge Kriminalpolizistin Lea Wagner folgt Hofbauers Spuren nach Bad Gastein und kommt als ungebetener Gast. Doch bald schon ermitteln Dorn und Wagner gemeinsam und jagen einen Mörder, der keine Grenzen kennt. Entdecken Sie auch Jan Becks fesselnde Thriller-Reihe rund um die Ermittler Inga Björk und Christian Brand: »Das Spiel«, »Die Nacht«, »Die Spur«, »Das Ende«.
© Klappentext: Penguin Verlag
Der Prolog zieht mich direkt in die Geschichte und steigert sofort meine Neugierde. Das Böse hat sich gezeigt, doch wie? Meine Frage wird noch nicht beantwortet. Stattdessen schickt mich Jan Beck nach Hamburg. Dort begegne ich Karla Hofbauer vom Cold Case Management des Bundeskriminalamtes Wien auf ihrer Jagd nach einem Serienmörder. Das ist sehr spannungsvoll und mit Untermalung einer packenden Atmosphäre geschrieben.
Danach flacht die Spannung deutlich ab, da Jan Beck zahlreiche Charaktere in die Geschichte einführt. Mir bereitet das keine Probleme, da ich den fundierten Handlungsaufbau gut strukturiert finde. Dieser fördert zudem die Figurenentwicklung, dämpft jedoch die Spannung für eine ganze Weile. Erst als die Charaktere sich weiterentwickeln und in der Geschichte etabliert sind, steigt auch die Spannung kontinuierlich an.
Mit Dorn: Zimmer 103 wird der Grundstein für eine neue Thriller Serie aus der Feder von Jan Beck gelegt. Im Mittelpunkt steht der traumatisierte Kriminalpsychologe Simon Dorn, der sich aus persönlichen Gründen in das verfallene Hotel Dornwald zurückgezogen hat, welches ihm gehört. Seine bewegte Vergangenheit wird immer mal wieder kurz angesprochen, wodurch mir verständlich wird, weshalb er so einsiedlerisch lebt.
Lea Wagner rundet das neue Ermittlerteam der Literaturwelt ab. Sie ist eine junge, clevere, sympathische und engagierte Kriminalpolizistin. Ihre schnelle Auffassungsgabe sorgt für die richtigen Impulse bei der Ermittlung von Zusammenhängen, doch ihr übereifriger Umgang mit Dorn sorgt für Reibungen. Die Dynamik zwischen den beiden ist noch unausgewogen, und es ist spürbar, dass sie als Team erst zusammenwachsen müssen.
Die Nebencharaktere verleihen der Geschichte Tiefe. Mein heimlicher Star ist Buddy, der weiße Schäferhund. Er bringt eine reizende Note in die düstere Erzählung.
Die verschiedenen Erzählperspektiven von Ermittlern, Opfern und dem Täter machen die Geschichte komplexer und packender, während das Hotel Dornwald mit seinem Lost Place Charme besonders heraussticht. Die anderen Schauplätze sind eher schmückendes Beiwerk und verströmen keine besondere Aura.
Der Schreibstil ist flott und die kurzen Kapitel ermöglichen die zahlreichen Perspektivwechsel und überraschenden Plot Twists. Vieles wird auch sehr detailliert beschrieben, einen empfindlichen Magen sollten Lesende nicht haben.
Es wird in zwei Zeitebenen erzählt und mit Rückblenden gearbeitet. Hauptsächlich befinde ich mich in der Gegenwart, wo die Handlungen chronologisch erzählt werden. Die Rückblenden sind hilfreich, um die Verhaltensweisen der Charaktere in der Gegenwart besser verstehen zu können. Die Vergangenheitsebene enthüllt später Häppchen für Häppchen, was hinter der Motivation der Morde stecken könnte.
Der Fall der grausamen Serienmorde ist durchweg interessant und ein bisschen ärgere ich mich, dass ich meiner ersten Eingebung nicht gefolgt bin. Dann hätte ich das Ganze schon weit vor dem Schluss durchschaut. So werde ich aber vom Finale und der anschließenden Auflösung überrascht. Dorns riskante Idee, den Täter zu stellen, ist sowohl faszinierend als auch herausfordernd. Die gelungene Auflösung weicht die Grenzen zwischen Gut und Böse auf und lässt mich mit einem nachdenklichen Gefühl zurück.

© Foto: Monique Meier
Kurz gesagt:
Was dich erwartet:
Eine spannende und originelle Geschichte über einen Serienkiller und die Ermittlungen in einem geheimnisvollen Hotel.
Lesen:
Wenn ihr Lust auf einen wendungsreichen und sich langsam entwickelnden Thriller habt.
Weglegen:
Wenn ihr eine durchgehend hohe Spannung haben möchtet und das Buch vor Action strotzen muss.
Mal ehrlich:
Der Anfang ist stark und ich gelange schnell in die Geschichte um einen Serienmörder, der seinen Opfern Kronen in die Stirn ritzt. Die fesselnde Atmosphäre zu Beginn fesselt mich, doch als Beck zahlreiche Charaktere einführt, flacht die Spannung deutlich ab. Damit wird Dorn: Zimmer 103 zu einem regelrechten Slow Burn Thriller. Die verschiedenen Handlungsstränge entfalten nur allmählich durch detaillierte Charakterentwicklungen, subtile Hinweise und langsame Enthüllungen ihre Faszination. Mir fehlt die sofortige Action jedoch nicht, weil ich in Ruhe die Hauptcharaktere Simon Dorn und Lea Wagner kennenlernen kann. Besonders fasziniert bin ich vom Hotel Dornwald mit seinem Lost Place Charakter. Es passt ideal zum brummigen Kriminalpsychologen Simon Dorn, der sich dorthin zurückgezogen hat. Seine bewegte Vergangenheit wird geschickt angedeutet und erklärt seine Isolation schlüssig.
Die verschiedenen Erzählperspektiven von Ermittlern, Opfern und dem Täter machen die Geschichte packend und wendungsreich. Die Geschichte entfaltet sich in zwei Zeitebenen, wobei Rückblenden hilfreich sind, um die Charaktere besser zu verstehen. Der Fall der grausamen Serienmorde bleibt durchweg fesselnd und ich liebe die unterschiedlichen Herangehensweisen der einzelnen Ermittelnden. Ab etwa der Hälfte des Buches zieht die Spannung dann auch ordentlich an. Der flotte Schreibstil und die kurzen Kapitel runden das Ganze angenehm ab.
Der Showdown ist dramatisch und bietet noch einige faszinierende Überraschungen für mich.
Fazit:
Dorn: Zimmer 103 ist ein vielversprechender Start in eine neue Thriller-Serie, die mich sowohl durch interessante Charaktere als auch durch eine fesselnde Handlung überzeugen kann.
*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*
Lesetipp:
Lust auf einen eine nervenaufreibenden Thriller?
Dann empfehle ich euch:
The Killer Profile von Helen Fields
Oh oh ein Hotel mit einem Zimmer, in dem Böses passiert ist! Da muss ich doch glatt an diesen einen Film mit John Cusack denken! Aber die Story scheint hier in eine ganz andere Richtung zu gehen! Trotzdem spannend, trotzdem originell! Klingt nach einem Thriller für mich! Danke für den Lesetipp!
Liebe Grüße
Jana
Liebe Jana,
das freut mich. Da wünsche ich dir spannende Unterhaltung, wenn du das Buch mal lesen solltest.
Liebe Grüße
Mo
Ich habe seit Ewigkeiten keinen Krimi mehr gelesen – kann mich schon an gar keinen mehr erinnern. Hört sich aber nach einen interessanten Buch an – falls es mich mal wieder nach einem Krimi gelüstet, habe ich jetzt eine Idee, was ich lesen könnte. 🙂
LG,
Vici
Liebe Vici,
es ist eher ein Thriller, aber durch seine ruhiger Art durchaus mit einem Krimi vergleichbar. Dann wünsche ich dir fesselnde Lesestunden, wenn du das Buch mal lesen solltest.
Liebe Grüße
Mo