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Sehnsüchtig habe ich darauf gewartet, dass „FEUER – Mord auf den Färöern“ erscheint, da mich das Ende von „NACHT – Die Toten von Jütland“ elektrisiert auffahren lassen hat. Damit war auch meine Neugierde angestachelt: Würde sich meine offene Frage beantworten oder würde ich um Ungewissen bleiben?

In meiner Rezension „FEUER – Mord auf den Färöern“ von Thomas Bagger lest ihr von meinem Leseeindruck und was euch bei diesem Thriller erwartet.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Droemer Knaur erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

FEUER - Mord auf den Färöern von Thomas Bagger
© Covergestaltung: Kristin Pang

Infos zum Buch
erschienen bei Knaur
Veröffentlicht 29. Dezember 2023
Originaltitel Den nittende ø
Übersetzt von Maike Dörries
ca. 400 Seiten
Band 2 der Serie Ein Fall für die Task Force 14
erhältlich als Taschenbuch, Hörbuch und eBook
 

Klappentext

Vier tote Priester in einer Kirche: ritueller Selbstmord – oder etwas viel Grausameres?

In »FEUER – Mord auf den Färöern«, dem 2. Teil der düsteren dänischen Thriller-Reihe um die Sonderermittler der Task Force 14, wartet auf Rechtsmedizinerin Sidsel Jensen ein Alptraum, aus dem es kein Erwachen gibt.

Fluchtartig hat Rechtsmedizinerin Sidsel Jensen einst ihr Heimatdorf auf den Färöer Inseln verlassen – jetzt wird sie mit ihrem exzentrischen Kollegen Lucas Stage von der Task Force 14 genau in jene 100-Seelen-Gemeinde gerufen: In der Kirche des Dörfchens hat sich eine bizarre Bluttat ereignet. Auf den ersten Blick wirken die vier toten Priester, als hätten sie sich bei einem rituellen Selbstmord gegenseitig das Leben genommen. Doch es gibt Hinweise auf die Anwesenheit eines fünften Geistlichen. Lucas gerät schnell mit den misstrauischen Färöern aneinander, und der Fall scheint auf der Stelle zu treten. Bis Sidsel bereit ist, sich den Dämonen ihrer Vergangenheit zu stellen …

Ihren ersten ebenso brutalen wie menschlich berührenden Fall löst die Task Force 14 in Thomas Baggers Thriller »NACHT – Die Toten von Jütland«.

Die Thriller-Reihe aus Dänemark hat das Zeug zum Pageturner und bietet rasant-düsteren Nervenkitzel für Fans skandinavischer Thriller à la Stieg Larsson oder Faber / Pedersen.

© Klappentext: Knaur

„FEUER – Mord auf den Färöern“ beginnt sofort atmosphärisch und führt mich direkt auf die Färöer-Inseln. Im Fokus steht eine kleine bibeltreue Inselgemeinde, dessen scheinbar friedliches Leben von einer brutalen Tat überschattet wird. In einer Kirche werden die abgeschlachteten Körper vier toter Priester gefunden. Das Blutbad schockiert selbst hart gesottene Beamte und so wird der Fall an die Task Force 14 abgegeben.

Die Entwicklung von „FEUER – Mord auf den Färöern“ ist anders, als ich gedacht habe. Die Handlung ist fast vollständig losgelöst vom ersten Fall „NACHT – Die Toten von Jütland“. Und doch schlägt Thomas Bagger einen ganz kleinen, aber feinen Bogen und beantwortet mir damit eine brennende Frage, die seit dem Ende von „NACHT – Die Toten von Jütland“ in mir schwelt. Auch wird logisch erklärt, weshalb David Flugt nicht mit von der Partie ist. Ein bisschen bin ich traurig, mochte ich ihn doch gern. Doch „FEUER – Mord auf den Färöern“ funktioniert auch wunderbar ohne den lieb gewonnenen Ermittler. Beide Teile der Serie Ein Fall für die Task Force 14 sind völlig unabhängig voneinander lesbar. Ich empfehle aber dennoch, sie zusammenhängend zu lesen, weil ein klitzekleiner Handlungspunkt immer wieder aufflammt und diese Serie zur Suchtgefahr werden lässt.

„FEUER – Mord auf den Färöern“ ist ganz anders als sein Vorgänger und steht ihm doch in nichts nach. Thomas Bagger hat ein unglaublich interessantes Charakterensemble erschaffen, dass durch die unterschiedlichen gesellschaftlichen Strukturen besonders aufblüht. Auf der einen Seite stehen die Inselbewohner, die misstrauisch Fremden gegenüber sind und in diesem Landstrich sehr gläubig und fest in ihren Traditionen verankert sind. Auf der anderen Seite steht ihnen das Ermittlungsteam, bestehend aus Lucas Stage von der Task Force 14 und die Kriminaltechnikerin Sidsel Jensen gegenüber.
Mir gefällt bei der Charakterisierung sehr, dass es keine reinen guten oder schlechten Personen gibt. Er zeichnet realistische Figuren, die beide Seiten in sich tragen. Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint und garantiert nicht schwarz-weiß.

„FEUER – Mord auf den Färöern“ lebt von der teilweise extremen Figurensprachen, die passend auf den jeweiligen Charakter zugeschnitten ist. Das muss der Lesende definitiv abkönnen, denn manches ist schon richtig derb und bisweilen obszön. Auch die sehr bildlichen Beschreibungen bedienen sich mitunter sehr deutlichen Worten. Für mich macht das den Reiz dieses Thrillers aus, denn es weckt unterschiedlichste Emotionen in mir.
Der Schreibstil ist unglaublich rasant, mitreißend und leicht verständlich. Besonders fällt dies bei Beschreibungen der Arbeit einer Kriminaltechnikerin auf. Sehr faszinierend finde ich die Infos zur Blutspurenanalyse.

Im Verlauf der Geschichte wird Lucas Stage immer interessanter für mich. Fand ich ihn im ersten Band noch unerträglich, erfahre ich in „FEUER – Mord auf den Färöern“ in Rückblenden von seiner Vergangenheit. Diese werden im Buch auch durch ein Fingerabdruckprofil kenntlich gemacht. Das gefällt mir sehr gut. Endlich verstehe ich Lucas besser und ich komme nicht umhin, sein analytisches und beinahe emotionsloses Vorgehen zu bewundern. Doch bei Lucas muss ich auf der Hut sein, denn bei ihm gilt es noch stärker als bei allen anderen: Bei ihm ist nichts so, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat.
Auch Sidsel Jensen ist ein spannender Charakter. Nicht nur ihre Arbeit fasziniert mich, sondern auch das Familiengeheimnis, welches sie umgibt. Denn ursprünglich hat sie genau in diesem Dorf einmal gelebt.

Der Kontrast zwischen der Dorfgemeinschaft und dem Ermittlerteam ist groß. Dies macht den Reiz der Story definitiv aus und so entwickelt sich ein rasanter Pageturner, den ich nicht mehr weglegen möchte.
Der Spannungsbogen bleibt konsequent hoch und wechselt sich mit packender Action und ruhigeren Sequenzen homogen ab. Oft laufen mir eisige Schauer über den Rücken, so sehr nimmt mich „FEUER – Mord auf den Färöern“ gefangen.
Manche Handlungsfäden sind bewusst so ausgelegt, dass ich auf die Entwicklung komme. Aber die Asse im Ärmel des Autors machen mich jedes Mal sprachlos.
Das Finale ist überraschend, lässt mich sprachlos zurück und beantwortet mir die meisten meiner drängenden Fragen. Und wieder warte ich sehnsüchtig auf den nächsten Band.

FEUER – Mord auf den Färöern von Thomas Bagger
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein brutaler Thriller, der sehr bildlich und leidenschaftlich das Grauen beschreibt, welches sich in einer bibeltreuen Gemeinde verborgen hat.

Lesen:

Wer keine Berührungsängste mit obszöner Sprache und grausigen Detailbeschreibungen hat, wird hier grandiose Unterhaltung finden.

Weglegen:

Der Thriller ist nichts für sanfte Gemüter. Er ist brutal sowie rasant erzählt und geizt nicht mit obszönen Details.

Mal ehrlich:

Eins vorweg: „FEUER – Mord auf den Färöern“ ist nichts für zarte Gemüter. Es geht hart, brutal und mitunter mit sehr obszöner Sprache zu. Wer das aushalten kann und möchte, wird mit einem ungewöhnlichen Thriller belohnt. Bei Thomas Bagger gibt es kein Schwarz-weiß. Hier ist alles grau schattiert und sehr scharfsinnig aufgebaut.
Die Färöer-Inseln bieten ein unglaublich eindrucksvolles Setting. Mitten in einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft werden vier Priester zu Opfern. Der Tatort ist blutig, bizarr und sieht nach einem wahren Massaker aus. Wie konnte es dazu kommen? Das soll Lucas Stage von der Task Force 14 und die Kriminaltechnikerin Sidsel Jensen herausfinden. Beide haben sie Geheimnisse, die Stück für Stück preisgegeben werden.
Im Mittelpunkt steht der exzentrische Lucas, den ich im Vorgängerband nicht sonderlich mochte. Durch Rückblenden erklärt sich sein Verhalten, und auch wenn er nie mein Lieblingscharakter sein wird, begeistert mich sein analytischer und sachlicher Verstand. Seine Figurensprache ist derb, aber passend zu seinem Charakter.
Durch den sehr bildlichen und einfachen Schreibstil ist der Thriller schnell lesbar. Die Themenvielfalt ist breit gefächert. Auf der einen Seite wird intensiv die stark gläubige Gemeinde beleuchtet, doch auch die Ermittlung erhält einen besonderen Fokus. Es gibt interessante Erklärungen zur Blutspurenanalyse und anderen Ermittlungsmethoden.
Der Spannungsbogen wird konsequent gehalten. „Feuer“ ist ein Pageturner, der mich mitreißt und besonders durch die starken Charaktere mit dem feingliedrigen Handlungsaufbau zu einem packenden Buch macht.

Fazit:

„Feuer“ ist ein spannender und wendungsreicher Pageturner, der durch seine harten Kontraste und Spitzfindigkeiten eisige Schauer über den Rücken treibt.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Spricht euch der Thriller an?
Dann empfehle ich euch mit Band 1 zu beginnen:
NACHT – Die Toten von Jütland von Thomas Bagger