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Nachdem mich Grace C. Stone mit dem Start ihrer neusten Reihe „American Mafia FairyTales“ total begeistern konnte, war ich selbstverständlich superneugierig auf den zweiten Teil. Vorab gab es eine Abstimmung, welche Märchenadaption wir Leser zuerst lesen möchten, leider war mein Favorit nicht dabei. Dennoch war ich echt ganz hippelig, vorlauter Vorfreude.

In meiner Rezension zu
„American Mafia FairyTales: König Drosselbart“
von Grace C. Stone
erzähle ich ganz ungeschönt, ob auch dieser Band mich bezaubern konnte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Grace C. Stone erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

 

American Mafia FairyTales: König Drosselbart von Grace C. Stone
© Cover: Grace C. Stone

Infos zum Buch
Herausgeber epubli
Veröffentlicht 16. April 2021
Empfohlenes Lesealter: ab 18 Jahre
ca. 140 Seiten
Band 2 der Reihe American Mafia FairyTales
erhältlich als Taschenbuch und eBook
 

Klappentext

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mir diese geldgeilen, selbstverliebten Kerle zuwider waren, die Dad regelmäßig angeschleppt hatte. Mein Leben lang wollte er mir eintrichtern, dass eine Frau ohne einen Mann an ihrer Seite, der für sie sorgt, nicht überlebensfähig ist. Er hielt mich in einem goldenen Käfig, angeblich, um mich zu schützen, und nun kann er es kaum erwarten, die Bürde an meinen zukünftigen Ehemann abzugeben. Für mich bedeutete meine bevorstehende Hochzeit jedoch nur, dass ich von einem Gefängnis in ein anderes verlegt werde. Dabei wünsche ich mir doch nur ein normales Leben, weshalb ich jeden bisherigen Kandidaten vergrault habe. Würde mein Vater ahnen, dass er mir durch die erzwungene Heirat mit einem gewöhnlichen Mann meinen größten Wunsch erfüllt, er hätte es vermutlich niemals in Erwägung gezogen. Leider muss ich mit der Zeit jedoch feststellen, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Doch das Schlimmste ist die Erkenntnis, dass der Mann, dem ich vertraut habe, ein Lügner ist.

Euch erwartet ein märchenhafter Ausflug in die Welt der American Mafia. Düster, sexy und leidenschaftlich, mit garantiertem Happy End.

© Klappentext: Grace C. Stone

Das Cover war für mich wieder ein Blickfang, wobei ich mir beim Lesen Lucas ganz anders vorgestellt hatte. Dennoch passte dieses Titelbild optisch zum ersten Band und im Grunde ist das mit abgebildeten Personen auch immer Geschmacksache. Insgesamt mochte ich das Cover.

Ich kann nicht leugnen, dass ich nach „American Mafia FairyTales: Schneewittchen“ ziemlich hohe Erwartungen an diese Geschichte hatte. Zumal ich das Märchen vom König Drosselbart auch recht gernhabe und es doch so einiges an dramatisches Potenzial innehat. So war es auch wenig verwunderlich, dass ich entsprechend fiebrig vor Aufregung war, als ich von Lucas Plan erfuhr, wie er die schöne Amara für sich zu gewinnen wollte.

Grace C. Stone gelang es auf eine sehr charmante und leichte Art, die Märchenadaption in die Neuzeit zu holen. Sie passte die Berührungspunkte zum Original ihrem eigenen Handlungsbogen sinnvoll an.
So musste auch hier Amara einen ganz gewöhnlichen Job annehmen.
Dies gefiel mir recht gut, auch wenn ich persönlich etwas traurig war, weil eine Kernkomponente hier nicht vorhanden war. Meiner Meinung nach hätte sie noch zusätzlich für Stimmung sorgen können, wenn Amara nicht alles so leicht von der Hand gegangen wäre.

Dennoch war es gerade Amara, die ich fest ins Herz schloss. Ihr großes Freiheitsbedürfnis war für mich absolut nachvollziehbar. Trotz oder vielleicht gerade wegen ihres Lebens im goldenen Käfig war sie eine besonders bodenständige junge Frau und sehr sympathisch. Amara ließ sich nicht gerne unterjochen und war in ihrem ganzen Wesen einfach nur lebensbejahend und freundlich. Ihr merkte ich zu keiner Sekunde an, dass sie in Wahrheit eine Mafiaprinzessin war.
Lucas Gambini war ein sehr adretter und smarter Charakter. Er besaß einen wachen Verstand und war insgesamt ein toller Typ. Ein bisschen war er mir zu glatt geschmirgelt, sodass die eine oder andere Macke ihm sicherlich keinen Abbruch getan hätte. Ich mochte ihn und war sehr gespannt, wie er seine Lüge wohl am Ende aufdecken wollen würde.
Zwischenzeitlich überkam mich die Sorge, dass die Story eine zu schnelle Kehrtwende machen und alles zu schnell eitel Sonnenschein werden würde. Zum Glück passierte dies jedoch nicht und gerade dies sorgte für eine aufregende Unvorhersehbarkeit.
Für unerwartete Reaktionen sorgten auch die beiden Protagonisten, die im Wechsel der Kapitel aus ihrer Sicht die Ereignisse erzählten.

Der Schreibstil von Grace C. Stone war wie gewohnt einnehmend, herrlich flüssig und an den entsprechenden Stellen detailliert. Die erotischen Szenen waren überschaubar, dafür intensiv und mal was anderes. Mir gefiel das sehr gut.
Besonders angenehm war, dass es keinerlei Vorkenntnisse zum ersten Teil bedarf, um dieser Geschichte tadellos folgen zu können. Alles war herrlich schön autark, genauso wie ich es mag.

Insgesamt fand ich es schade, dass dieser Mafia Flair gar nicht zu Geltung kam. Es hätte auch eine Millionärsschmonzette sein können, ich merkte da keinen dramaturgischen Effekt. Einen kräftigen Hauch an Gefahr hätte ich sehr willkommen geheißen.
Dafür mochte ich es, wie am Ende die Scharade aufgelöst wurde. Es geschah sogar mit einem Anflug von Situationskomik und ich musste kräftig schmunzeln. Leider wurde das Finale für meinen Geschmack dann zu schnell abgehandelt. Vor allem hätte ich mir mehr Verletzlichkeit von einer Figur gewünscht. Auch die Dramatik ging dabei verloren und das märchenhafte Ende war in meinen Augen etwas lieblos.
Besonders ein Punkt empfand ich im Nachgang etwas unlogisch. Erst musste jemand nie die Konsequenzen für sein Handeln tragen und plötzlich war eine Bestrafung kein Problem. Das konnte ich leider nicht nachvollziehen.

American Mafia FairyTales: König Drosselbart von Grace C. Stone
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

„König Drosselbart“, der in Gestalt eines Mafiaprinzen versucht, eine Mafiaprinzessin durch die Freiheit in einem gewöhnlichen Leben für sich zu gewinnen.

Lesen:

Wenn ihr Kurzgeschichten in Märchenadaptionsgewand mögt.

Weglegen:

Wenn ihr eine knallharte Mafiaromanze erwartet, werdet ihr sie hier nicht finden.

Mal ehrlich:

Ganz leicht hatte es Grace C. Stone mit ihrer Märchenadaption „American Mafia FairyTales: König Drosselbart“ nicht mit mir. Durch den ersten Band der Reihe hatte ich extrem hohe Erwartungen und war vielleicht ein bisschen zu kritisch ans Lesen gegangen.
Der Handlungsbau war gut durchdacht, auch wenn er für meinen Geschmack am Ende etwas schwächelte. Hier hätten dem Ende ein paar Seiten mehr definitiv gutgetan.
Angenehm war jedoch, dass es im Grunde nur einen Haupthandlungsstrang gab, dessen Fokus auf Amara lag. Von Lucas erfuhr ich erstaunlich wenig und obwohl er mir aus seiner Perspektive die Ereignisse und seine Emotionen erzählte, war es doch Amara, die Blickpunkt von allem stand.
Beide Protagonisten waren mir sympathisch. Amaras bodenständige und freundliche Art war angenehm. Lucas hingegen war ein smarter Kerl, der eher den Charme eines Millionärs statt eines Mafiaangehörigen hatte. Außerdem wäre er mit Sicherheit Schwiegermutters Darling, denn er war selbst im Bett ein formvollendeter Gentleman.
Mir fehlte hier und da eine gefährliche Atmosphäre, aber im Großen und Ganzen fühlte ich mich spannend unterhalten.
Die Adaption zu „König Drosselbart“ war Grace C. Stone geglückt, die Anpassung an ihre eigene Story schlüssig.

Fazit:

„American Mafia FairyTales: König Drosselbart“ ist eine solide und gut unterhaltende Kurzgeschichte. Die Adaption zum Märchen war leicht abgewandelt, aber passend zur Story.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

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