Im Rahmen des Lesewochenendes zu Pfingsten auf Lovelybooks habe ich das Buch gewonnen und war gespannt auf die Liebesgeschichte. Denn das Cover lud mich schon zum Träumen ein, so ein Strandurlaub wäre es doch jetzt wirklich was Schönes.

In meiner Rezension zu „Strandkorbliebe“ von Lotte Römer verrate ich euch, ob es hier wirklich eine traumhafte Liebesgeschichte zu lesen gab.

 

Strandkorbliebe von Lotte Römer
© Cover: buerosued.de

Infos zum Buch
erschienen bei Montlake Romance
Veröffentlicht 04. Juni 2019
ca. 252 Seiten
erhältlich als Taschenbuch, Hörbuch und eBook

Klappentext

Eine traumhafte Liebesgeschichte zwischen Norderney und den Alpen von #1 Kindle-Bestsellerautorin Lotte Römer. Die erste Liebe bleibt unvergesslich. So geht es auch Antje, die sich nie von diesen Wunden erholt hat. Schon als sie den Nachnamen ihrer großen Liebe in den Buchungen ihrer Pension auf Norderney liest, verkrampft sie innerlich. Als Michael dann tatsächlich wieder in ihrem Leben auftaucht, versucht Antje alles, um ihm aus dem Weg zu gehen. Warum müssen Michaels Eltern ausgerechnet auf Norderney ihren Hochzeitstag feiern? Michael ist gar nicht begeistert, dorthin zurückzureisen und all die mühsam verdrängten Erinnerungen zu wecken. Doch als er Antje begegnet, treffen ihn seine Emotionen wie ein Blitz. Warum ist ihre Beziehung damals gescheitert? Können sie nun, Jahre später, einen Weg in ein Miteinander finden? Tatsächlich sieht es zunächst so aus, als würde ihre Liebe gewinnen, doch dann überschlagen sich die Ereignisse …

© Klappentext: dtv Verlagsgesellschaft

Schon auf der ersten Seite hatte ich das Gefühl im Urlaub auf Norderney zu ein. Lotte Römer hatte ein wirklich tolles Gespür für die Schauplätze. Sehr eindrucksvoll, detailliert und bildreich beschrieb sie Norderney und Chiemgau. Ich konnte mir das alles wunderbar vorstellen und es war, als wäre ich selbst vor Ort.

Auch der lockere Schreibstil gefiel mir gut, denn er sorgte dafür, dass ich leicht durch die Geschichte kam. Allerdings empfand ich die Dialoge manches Mal ziemlich hölzern und einige Handlungen sehr konstruiert. Ein bisschen wettgemacht hatte das aber der Witz, der manchmal zwischen den Zeilen hervorlugte und mir gute Laune bescherte. Auch die Liebesszenen waren angenehm zu lesen. Sie verrieten nie zu viele Details, sondern blendeten immer recht früh sanft ab und verdeutlichten hier dennoch die Gefühle der Protagonisten zueinander.
Was mich aber massiv im Verlauf zu stören begann, waren die ewigen Wortwiederholungen. Diese waren zur Verdeutlichung der Emotionen der Figuren einfach nicht notwendig.

Die Liebesgeschichte selber hatte mich aber leider nicht wirklich vom Hocker gerissen. Sie war mir viel zu oberflächlich und leider auch voller Klischees. Das Verhalten der beiden Protagonisten passte für mich einfach nicht zu Menschen, die die dreißig Jahre schon überschritten hatten.

Auf der einen Seite war da Antje, die gern andere für ihr Leben und das vermeintliche Unglück verantwortlich machte. Manchmal habe ich mich wirklich gefragt, wie sie so bisher durchs Leben kam. Null Eigeninitiative und ständig am Jammern. Einzig ihre tiefe Freundschaft zu Nina beeindruckte mich und gewährte mir ein Blick auf eine losgelöste Antje.
Sehr zu meiner Freude machte sie die größte Entwicklung von allen Figuren durch und am Ende konnte ich sie ernst nehmen und sie war mir dann auch sympathisch geworden.

Dann gab es noch Michael, der bayrische Bauer, der irgendwie gefühlt immer nur eine einzige romantische Idee im Petto hatte. Wer das Cover sieht und den Klappentext, kann sich jetzt denken, welcher Gegenstand in seiner Umsetzung so seine Rolle spielte. Ich jedenfalls fand ihn im Verlauf der Geschichte schrecklich einfallslos. Generell hatte ich das Gefühl, dass er eher ein Weichei, denn ein harter Kerl war. Eigeninitiative zum rechten Zeitpunkt lag ihm völlig fern, was ich seltsam fand. Auf einem Bauernhof müssen doch ständig individuelle Lösungen gefunden werden und auch manchmal zackiges handeln. Ihn fand ich neben Antjes Eltern am blassesten vom Charakter her. Das war bei seinen Eltern anders, da konnte ich mir zwei typisch urige bayrische Traditionalisten richtig gut vorstellen. Ich will nicht sagen, dass ich sie sehr mochte, aber Herr und Frau Huber waren mir mit Abstand die authentischsten Figuren.

Insgesamt würde ich sagen, dass sich diese Geschichte prima für den Strandurlaub eignet. Hier musste ich wirklich kaum nachdenken und konnte mich einfach von der Umgebung der Geschichte verzaubern lassen. Der Rest plätscherte leider an mir vorbei und wird mich auch im Nachhinein nicht weiter beschäftigen.

Strandkorbliebe von Lotte Römer
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Die erste große Liebe vergisst man nie. Daher braucht sie auch eine zweite Chance vor der Kulisse Norderneys und den Alpen.

Lesen:

Wenn ihr Urlaub habt und einfach mal ganz locker entspannen wollt. Dafür ist das Buch ideal.

Weglegen:

Wenn ihr auf der Suche nach einer Liebesgeschichte mit Tiefgang seid, dann ist das Buch nicht die richtige Wahl.

Mal ehrlich:

Es fällt mir schon schwer das Buch zu bewerten. Auf der einen Seite habe ich Lotte Römers unglaubliches Geschick für lebendig erzählte Schauplätze total genossen. Ich konnte mir Norderney und auch den Chiemgau so gut vorstellen, als wäre ich selber vor Ort.
Aber auf der anderen Seite gab es da die Liebesgeschichte. Sie strotze nur so vor Klischees und irgendwie sind die Protagonisten ihrem Teenager Alter emotional gar nicht entwachsen. Bei jedem kleinen Missverständnis schmollen sie, jeder in seiner Ecke, statt den Stier bei den Hörnern zu packen und mal ganz klare Worte zu finden. Sie wollen sich beide lieben, aber verhalten sich wie zwei Kinder im Sandkasten, die sich um die Schaufel streiten.
Auch die Wortwiederholungen gingen mir im Laufe der Zeit auf den Geist. Sie waren zur Verdeutlichung der Gefühle gar nicht notwendig und zogen das Buch manchmal wirklich nur in die Länge.
Am schlimmsten waren für mich die romantischen Szenen. Beim ersten Mal fand ich die gefühlsselige Überraschung total niedlich, originell und süß. Doch dann wiederholte sie sich noch ganze zweimal und ich fragte mich ernsthaft, ob Michael einfach nur schrecklich einfallslos oder einfach nur zu faul war, sich was Neues auszudenken. Zwar bewies er mit einer anderen Aktion noch, dass er tatsächlich auch noch etwas anderes im Repertoire hatte, aber für einen Liebesroman war es mir echt zu dünn.
Auch die Gründe, warum ihre Beziehung scheiterte, fand ich haarsträubend. Okay, als sie Teenager waren, konnte ich das ja irgendwie noch nachvollziehen, aber später? Da konnte ich gar nicht verstehen, dass die beiden schon über dreißig Jahre alt sein sollten.
Aber ich muss dennoch eine Lanze für das Buch brechen. Besonders am Ende, als es gefühlsduselig wurde, holte mich Lotte Römer wieder ab und ich mochte das Schnulzige. Insgesamt war es zwar eine Geschichte ohne viel Tiefgründigkeit, aber sie hat mir entspannte Lesestunden beschert und das wiederum mag ich.

Fazit:

Eine lockere, einfache und leichte Urlaubslektüre für den Strand.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf eine Liebesgeschichte in der Toskana? Dann empfehle ich euch:
Das Lied der Toskana von Julia K. Rodeit