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Ich liebe es, wenn ich durch kleine Zufälle auf Bücher stoße, die sofort meine Neugier wecken. Bei Ravioli mal anders war es die sommerliche Atmosphäre rund um den Campingplatz, die mich interessiert hat, obwohl Camping so gar nicht mein Ding ist. Der Kontrast zwischen Urlaubsidylle und einem rätselhaften Todesfall klang spannend, und nach dem Klappentext wollte ich wissen, wie dieser zweite Fall von Brandt und Nolting sich entwickelt.

In meiner Rezension „Ravioli mal anders“ von Tamy Büsching erzähle ich euch, wie ich diesen neuen Fall erlebt habe

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Edition Falkenberg erhalten
❧ Vielen Dank an Linda Falkenberg für die Vermittlung
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst


Ravioli mal anders von Tamy Büsching
© Cover: Adobe Stock 1313941014 von YarikL

Infos zum Buch
erschienen bei Edition Falkenberg
Veröffentlicht 19. Mai 2026
ca. 196 Seiten
Band 2 der Reihe Brandt und Nolting ermitteln
erhältlich als Taschenbuch
 

Klappentext

Am südlichen See des Campingplatzes Großer Weserbogen in Porta Westfalica stirbt an einem schönen Sommertag ein junger Mann. Plötzlich, unerwartet und unter rätselhaften Umständen. Ein tragischer Zufall? Oder hat jemand nachgeholfen? Während die Dauercamper noch über Heckenhöhen und die besten Vorzelte diskutieren, ermitteln Brandt und Nolting bereits in ihrem zweiten Fall, der sie schon bald tiefer in ein Geflecht aus Lügen, alten Konflikten und verborgenen Motiven führt, als ihnen lieb ist. Denn zwischen Wohnwagen, Seeblick und Urlaubsidylle ist längst nicht alles so friedlich, wie es scheint. Auch Lokalreporterin und Spürnase Lottie ist wieder zur Stelle. Mit Charme, Hartnäckigkeit und beneidenswert wenig Respekt vor den polizeilichen Ermittlungen mischt sie abermals kräftig mit. Doch der Fall endet nicht am Campingplatzzaun. Die Spur führt bis nach Rinteln und plötzlich gerät auch Lottie selbst ins Zentrum der Ereignisse. Zufall? Wohl kaum. Ein atmosphärischer Krimi mit Humor, Spannung, regionalem Charme und einem Fall, der bis zur letzten Seite Rätsel aufgibt.

© Klappentext: Edition Falkenberg

Ravioli mal anders beginnt für mich überraschend und angenehm idyllisch. Ich treffe Anna und Florian wieder, die ich bereits aus Das Schweigen des Kaiserhofs kenne. Ihre Beziehung hat sich in den drei Jahren seit den dortigen Ereignissen verändert, was mich sehr freut. Obwohl die Geschichte an den Vorgänger anknüpft, lässt sich das Buch völlig unabhängig lesen, da der Fall in sich abgeschlossen ist. Was in der Zwischenzeit passiert ist, wird in ein paar kurzen Details beschrieben. Ich mag es sehr bekannten Gesichtern wie Anna, Florian Nolting, Hauptkommissar Wilhelm Brandt und der Journalistin Lottie erneut zu begegnen. Neue Charaktere kommen dazu und wirbeln die vertraute Runde ordentlich auf, besonders die Camper, die als Verdächtige auftreten.

Der rätselhafte Todesfall eines jungen Mannes geschieht recht früh. Ich mag die anfängliche Ungewissheit, ob es sich um Mord oder ein tragisches Unglück handelt. Schnell führt die Ermittlung Hauptkommissar Brandt und Florian zu einem Campingplatz. Tamy Büsching schafft sofort ein anschauliches Bild dieses Dauercamper-Milieus. Ich kann mir die Gemeinschaft direkt vorstellen und liebe es, wie diese ganz eigene Welt dargestellt wird. Die Autorin arbeitet nicht mit platten Klischees, sondern nutzt pointierte Beobachtungen, die vor allem durch die Befragungen der Polizei und die Gespräche von Lottie mit den Campern herrlich lebendig werden.

Ravioli mal anders ist ein wunderbar gemütlicher Regionalkrimi, der im Weserbergland spielt und den Lokalkolorit gekonnt aufgreift. Durch den leichtgängigen, oft humorgespickten Schreibstil fliegen die Seiten dahin und ich tauche tief in die Geschichte ab. Tamy Büsching rückt geschickt falsche Fährten sowie potenzielle Verdächtige in meinen Fokus, sodass beim Lesen niemals Langeweile aufkommt. Ich schätze es sehr, dass neben der klassischen Polizeiarbeit und dem Lokaljournalismus viel Raum für das private Umfeld bleibt. So bin ich dicht an den Hauptfiguren dran und baue eine echte Beziehung zu ihnen auf.

Die Gliederung nach Wochentagen statt klassischen Kapitelnummern erleichtert es mir erheblich, den Überblick zu behalten. Das hilft enorm bei den vielen Perspektiven des personalen Erzählers, durch die ich mehrere Personen gleichzeitig begleite, aktiv mitermittel und tief in die Gedanken und Gefühle der Beteiligten blicke. Das verleiht der Dynamik eine großartige Tiefe.

Ravioli mal anders unterhält mich bis zum Schluss richtig gut. Das Finale wirkt zwar ein bisschen überhastet, weil die Auflösung nach der langen Ermittlungsphase recht flott erfolgt. Zu dem Täter habe ich von Anfang an ein ambivalentes Verhältnis, verliere ihn zwischenzeitlich aber als Verdächtigen aus dem Blick. Die Auflösung aller Verflechtungen ist gelungen und schließt diesen Kriminalroman klasse ab.


Ravioli mal anders von Tamy Büsching
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ravioli mal anders sorgt mit seinem regionalen Charme, Humor und einer spannenden Ermittlungsarbeit auf einem idyllischen Campingplatz an der Weser für entspannte Lesestunden.

Lesen:

Wenn ihr Lust auf einen gemütlichen Regionalkrimi habt, der mit seiner Atmosphäre und geschickten Wendungen bis zum Schluss zum Miträtseln einlädt, dann könnte das genau euer Buch sein.

Weglegen:

Wenn ihr eine rasante Action erwartet, dann wird euch das gemächliche Tempo und der Fokus auf das private Umfeld der Ermittler eher zu ruhig wirken.

Mal ehrlich:

Auf Ravioli mal anders habe ich mich schon gefreut, denn ich liebe diesen Titel einfach. Sehr schnell merke ich, dass er zur Geschichte wunderbar passt. Kaum angefangen, bin ich in dem Weserbergland-Krimi versunken. Die Story spielt drei Jahre nach Das Schweigen des Kaiserhofs, ist aber völlig unabhängig davon lesbar. Mich freut das Wiedersehen mit bekannten Figuren. Obwohl ich ein bisschen Oma Leni vermisse, finde ich es taktisch klug, dass Tamy Büsching dieses Mal Anna und ihre Oma als kleine Randfiguren bestehen lässt. Florian als frischgebackener Kommissar und die clevere Lottie rücken mehr in den Fokus. Neue Figuren kommen hinzu und runden den Krimi stimmig ab.

Recht schnell wird der mysteriöse Tod eines Dauercampers zur Ermittlungssache für Florian und Hauptkommissar Brandt. Dass die beiden perfekt harmonieren, weiß ich aus Band eins. Dieses Mal zeigt sich deutlich, wie sehr Florian in den Beruf des Polizisten hineingewachsen ist. Dass der Fall im Camper-Kosmos spielt, finde ich erfrischend, auch wenn ich selbst kein Fan davon bin. Tamy Büsching skizziert diese kleine Gemeinschaft auf den Punkt und zieht mich in eine Welt hinein, die nur auf den ersten Blick wie eine Urlaubsidylle wirkt.

Trotz recht vieler Perspektivwechsel durch den personalen Erzähler behalte ich den Durchblick. Ich bin nicht nur bei der Ermittlung und der Recherche dabei, sondern begleite die Figuren privat. Obwohl es ein Wohlfühlkrimi ist, empfinde ich ihn stellenweise als erfrischend temporeich und durchgängig interessant. Mit vielen kleinen Wendungen versucht Tamy Büsching immer wieder vom wahren Täter abzulenken. Obwohl mich gelegentlich ein Verdacht beschleicht, lasse ich mich zu gern täuschen. Das Finale ist mir ein Tick zu flott umgesetzt, auch wenn die Aktion des Täters perfekt zu seinem Wesen passt. Insgesamt habe ich mich bestens unterhalten gefühlt und muss sagen, ich mag Band zwei ein bisschen mehr als den ersten.

Fazit:

Ravioli mal anders überzeugt mich mit seiner Mischung aus gemütlicher Weserbergland-Idylle, dem Camper-Setting und einer interessanten Ermittlung. Perfekter Lesestoff für entspannte, aber nie langweilige Stunden auf dem Sofa.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf einen Weserbergland‑Krimi, der den Kaiserhof mit seiner historischen Vergangenheit, einem spannenden Ermittlerduo und einer stimmigen Atmosphäre verbindet?
Dann empfehle ich euch:
Das Schweigen des Kaiserhofs von Tamy Büsching