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Ich wollte schon immer einen regionalen Krimi lesen, habe es aber bisher nicht geschafft. Als ich dann zufällig auf das Buch Sagen und Geschichten vom Steinhuder Meer von Johanna Ritter von Johanna Ritter aufmerksam wurde, hat mich der Verlag freundlicherweise auf den Kriminalroman Mord mit Seeblick hingewiesen. Darüber habe ich mich riesig gefreut und war unglaublich gespannt, was mich erwarten würde.

In meiner Rezension „Mord mit Seeblick: Ein Steinhuder Meer-Krimi“ von Johanna Ritter zeige ich auf, wie viel echtes Steinhuder-Meer-Gefühl in diesem Wohlfühlkrimi steckt.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Edition Falkenberg erhalten
❧ Ein großes Dankeschön an Linda Falkenberg für den besonders freundlichen Kontakt
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst


Mord mit Seeblick: Ein Steinhuder Meer-Krimi von Johanna Ritter
© Titelabbildung: AdobeStock contadora1999

Infos zum Buch
erschienen bei Edition Falkenberg
Veröffentlicht 5. März 2025
ca. 208 Seiten
erhältlich als Taschenbuch
 

Klappentext

Die Steinhuder Meer Region ist ein friedlicher Ort, dachte Hauptkommissar Steffen Stein. Doch als ein Toter im allseits beliebten Urlaubsgebiet gefunden wird, ist er sich dessen nicht mehr sicher. Menschen in der Region fallen in Schockstarre. Sollten Ruhe, Achtsamkeit und Seeidylle nun der Vergangenheit angehören? Erstmals in der Geschichte des Binnensees wird eine Sonderkommission ins Leben gerufen. Die SOKO Steinhuder Meer ermittelt und nimmt auch die Historie des Binnensees ins Visier.

Die Autorin: Johanna Ritter lebt in der Region Hannover. Durch ihre mehrjährige Tätigkeit als Gästeführerin am Steinhuder Meer entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Geschichtenerfinden und Schreiben. Seitdem verbindet sie das Krimi- und Romanschreiben mit der freien redaktionellen Berichterstattung für verschiedene Verlage.

© Klappentext: Edition Falkenberg


Der Prolog von Mord mit Seeblick fängt auf eine beeindruckende Weise die echte Steinhuder Meer Atmosphäre ein. Da ich selbst schon öfter vor Ort war, läuft das Geschehen sofort wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich sehe genau, wohin der unbekannte Mann geht, was er gerade betrachtet und wie die Touristen auf ihn wirken. Dass gleich zu Beginn kleine Anekdoten zu Sagen und historischen Fakten eingewoben werden, gibt dem Einstieg eine ganz besondere Richtung. Es herrscht eine wohlige Urlaubsidylle, durch die aber auch ein feiner Hauch von Dunkelheit weht.

Nach diesem stimmungsvollen Start nimmt sich Johanna Ritter erst einmal viel Zeit, um die Figuren vorzustellen, ehe die eigentliche Krimihandlung beginnt. Da ich am Anfang sehr vielen Charakteren begegne, von denen manche später kaum noch eine Rolle spielen, während andere in den Fokus rücken, drosselt diese Vorstellung das ohnehin gemütliche Erzähltempo. Für mich ist das beim Lesen aber absolut okay. Die Entschleunigung sorgt dafür, dass ich diesen Wohlfühlkrimi einfach genießen kann.

Johanna Ritter fängt das Lokalkolorit wunderbar ein. Ich mag es unheimlich, wie sie die Gegend rund um das Steinhuder Meer beschreibt. Ich kann mir jeden einzelnen Schauplatz bildhaft vorstellen, selbst die Ecken, an denen ich persönlich noch gar nicht gewesen bin, wie das Heimatmuseum in Mardorf. Ihr Schreibstil ist klar, leicht verständlich und manchmal herrlich ausschweifend, wenn präzise Ortsbeschreibungen und Alltagsbeobachtungen zum Tragen kommen. Genau das macht für mich den Reiz von Mord mit Seeblick aus, weil viele humorvolle und ironische Einschübe die Geschichte wunderbar locker halten.

Die personale Erzählperspektive wechselt geschickt zwischen verschiedenen Figuren, sogar innerhalb der Kapitel. Dadurch entsteht beim Lesen ein sehr vielfältiges Bild von der Region und den einzelnen Charakteren. Die Perspektivwechsel sind immer gut gesetzt, sodass ich nah an den Figuren und ihren Gedanken und Emotionen bin.

Der Kriminalfall selbst ist spannend aufgebaut. Das Opfer ist altertümlich gekleidet. Dieses skurrile „Wie und Warum“ weckt bei mir eine Neugierde, die unterschwellig die ganze Zeit über schwelt, während sich die Handlung leise auf das Finale zubewegt. Dadurch, dass es verschiedene Parallelstränge gibt und sich eben nicht alles nur um das Verbrechen dreht, gewinnt die Geschichte an Vielschichtigkeit.

Die Charaktere wirken lebensnah, auch wenn sie bisweilen bewusst etwas typisiert sind. Hauptkommissar Steffen Stein ist mir sympathisch. Er ist ein bodenständiger Ermittler, und sein Kollege Marlon Herzog bildet als spannender Sparringpartner das perfekte Gegenstück zu ihm. Mein heimlicher Favorit ist allerdings das Ehepaar Bitterfeld. Die beiden sind für mich der Inbegriff der absolut klassischen Nachbarn. Sie sind herrlich nervig, besserwisserisch und einfach genial gezeichnet. Mit ihrer unbändigen Neugierde befeuern sie perfekt die typische Gerüchteküche, wie sie in jeder Nachbarschaft zu finden ist.

Die bunte Mischung aus Alltagsleben, Yoga-Seminaren, lokaler Geschichte und dem normalen Polizeialltag erzeugt ein tolles Gesamtbild mit spannenden Verknüpfungen. Die sozialen Dynamiken werden hier pointiert beschrieben. Ich merke beim Lesen kaum, wie ich immer mehr in Mord mit Seeblick versinke, während ich eifrig mitrate. Die durchdachte und schlüssige Auflösung am Ende überrascht mich und lässt mich zufrieden das Buch zuschlagen.


Mord mit Seeblick: Ein Steinhuder Meer-Krimi von Johanna Ritter
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein charmanter Regionalkrimi, der die Idylle des Steinhuder Meeres einfängt und euch auf eine spannende Spurensuche durch die lokale Geschichte und die Gerüchteküche einer Dorfgemeinschaft mitnimmt.

Lesen:

Wenn ihr Kriminalromane liebt, die den Fokus auf authentische Polizeiarbeit, viel Lokalkolorit und eine entschleunigte, gemütliche Erzählweise legen, dann solltet ihr unbedingt in diese Geschichte eintauchen.

Weglegen:

Wenn ihr einen rasanten Action-Thriller sucht. Dieser ruhige Regionalfall wird euch dann nicht abholen und ihr solltet lieber zu etwas anderem greifen.

Mal ehrlich:

Mord mit Seeblick fängt mich bereits zu Beginn mit einer großen Portion Urlaubsfeeling und einer feinen Prise Dunkelheit ein. Johanna Ritter gelingt es hervorragend mit ihren Alltagsbeobachtungen, genauen Ortsbeschreibungen und kleinen Anekdoten rund ums Steinhuder Meer ein lebendiges Setting zu erschaffen, bei dem ich mir alles direkt vorstellen kann. Doch die Idylle wird von einem Mord getrübt, bei dem die Leiche durch altmodische Kleidung auffällt und dadurch eine herrlich skurrile Note bekommt.
Das Erzähltempo ist insgesamt sehr gemütlich und entschleunigt mich beim Lesen. Besonders viel Spaß machen mir die lebensnahen Charaktere, die perfekt auf den Punkt gebracht sind. Auch die verschiedenen Erzählstränge, die zu Beginn parallel zueinander laufen und damit meine Neugier auf mögliche Zusammenhänge schüren, sind interessant aufgebaut.
Der personale Erzähler sorgt dafür, dass innerhalb der Kapitel die Sichtweisen wechseln. Dadurch gewinne ich einen tiefen Einblick in die Mardorfer-Gemeinschaft und sitze bei den Ermittlungen mit in der ersten Reihe. Der bunte Mix aus Yoga-Kursen, Dorfklatsch und Polizeialltag macht zudem die Story abwechslungsreich.
Dieser Kriminalroman lebt von seiner gemütlichen Urlaubsstimmung, feiner Ironie und ganz viel Lokalkolorit rund um das Steinhuder Meer. Auch wenn ich nicht alle beschriebenen Orte persönlich kenne, habe ich immer ein Bild vor Augen.
Die Aufklärung des Verbrechens ist spannend und überrascht mich. Zufrieden schlage ich das Buch zu, denn es hat mich wunderbar unterhalten.

Fazit:

Mord mit Seeblick begeistert mich als entspannter Kriminalroman mit leichtem Urlaubsfeeling. Die gelungene Mischung aus lokaler Geschichte, lebendigen Charakteren und einer schlüssigen Auflösung macht das Buch zu einer klaren Leseempfehlung für alle Cozy-Crime-Fans.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

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