Nach den ersten beiden Bänden habe ich mich wahnsinnig auf diese Fortsetzung gefreut und war unglaublich neugierig, ob ich endlich Antworten auf die vielen offenen Rätsel und Fragen bekomme. Ich liebe die Reihe von Buch zu Buch einfach mehr und die Erwartungen an den dritten Teil sind entsprechend hoch.
In meiner Rezension „Mika Mysteries – Das Werk des Dunklen Engels“ von Johan Rundberg erfahrt ihr, ob mich auch der dieser Band genauso abholen konnte wie die anderen beiden Bände.
Leseexemplar
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

© Umschlaggestaltung: Romy Schulz
erschienen bei Magellan
Veröffentlicht 16. Juli 2026
Originaltitel Dödsängeln
Übersetzt von Franziska Hüther
Empfohlenes Lesealter Ab 10 Jahren
ca. 208 Seiten
Band 3 der Serie Die Mondwind-Mysterien
erhältlich als Gebundenes Buch und EBook
Klappentext
Der Sommer von 1880 bringt die Bewohner Stockholms ins Schwitzen, doch Mika hat Grund zur Freude: Die Polizei sucht nicht mehr wegen der Explosion im Gefängnis nach ihr. So kann sie Valdemar helfen, der nach einem Mädchen aus einer wohlhabenden Familie sucht, das vermisst wird. Mika wird jedoch schnell stutzig, denn es wirkt, als wäre das Mädchen freiwillig gegangen. Aber warum sollte jemand, der alles hat, weglaufen? Und was hat ihr Verschwinden mit dem Grab zu tun, das auf der Baustelle gefunden wurde, auf der Tekla arbeitet? Als Mika erkennt, dass der Fall des verschwundenen Mädchens und Teklas Fund zusammenhängen, geraten sie und Valdemar ins Visier des Dunklen Engels und damit in Lebensgefahr…
Weitere Bände der Reihe: Mika Mysteries – Der Ruf des Nachtraben (Band 1) Mika Mysteries – Die Spur der Meisterdiebin (Band 2) Mika Mysteries Band 4 erscheint im Frühjahr 2027
© Klappentext: Magellan
Die Einstiegsszene von Mika Mysteries – Das Werk des Dunklen Engels erinnert mich direkt an eine Szene in Mika Mysteries – Der Ruf des Nachtraben, als sich Mika um die Betten der Kinder kümmert. Damals ist es die Bettwäsche, nun ist es Sommer und sie muss die Matratzen mit neuem Stroh befüllen. In beiden haust das Ungeziefer, im Winter sind es die Bettläuse, jetzt sind es Bettwanzen und Mäusekot. Mit diesem ungeschönten Blick auf das Stockholm des Jahres 1880 tauche ich schon nach den ersten Seiten wieder mühelos in die Geschichte ab.
Es geht auch sofort packend weiter, als Mika aus Angst vor der Polizei flüchtet. Der Grund dafür liegt in Mika Mysteries – Die Spur der Meisterdiebin, weshalb ich die Bücher nicht unabhängig voneinander empfehlen kann. Es gibt einen starken Handlungsfaden, der sich über alle Bände spannt. Der Dunkle Engel wird schon im ersten Teil als urbane Grusellegende eingeführt und ich bin sehr gespannt, was sich dahinter verbirgt.
Das Wiedersehen mit den bekannten Nebenfiguren und natürlich mit dem mürrischen, aber liebenswerten Inspektor Valdemar Hoff erfreut mich sehr. Er ist neben Mika mein absoluter Lieblingscharakter. Er versucht ein guter Polizist zu sein, auch wenn es ihm die Obrigkeit nicht immer leicht macht. Er trägt ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit mit sich herum, das in diesem Band gelüftet wird. Ich schätze seine Art, seinen Sinn für Gerechtigkeit und sein Gespür, wann er politisch sensibler agieren muss, ohne dabei sich oder Mikas Überzeugung zu verraten.
Er gibt Entwarnung für Mika und bittet sie direkt um Mithilfe, denn bei der wohlhabenden Familie Douglas ist die Tochter Beatrice spurlos verschwunden. Er soll diskret ermitteln und der Kontrast zwischen Mikas bitterer Armut und dem eleganten Zuhause von Beatrice gelingt Johan Rundberg meisterhaft. Hier zeigt sich schmerzhaft, wie unterschiedlich das Leben eines Menschen damals zählt, je nachdem, in welche Schicht er hineingeboren wurde.
Die Beziehung zwischen Valdemar und Mika hat sich vertieft und immer mehr kristallisiert sich heraus, dass er eine Art Vaterfigur ist. Die beiden vertrauen sich und ich liebe es besonders, dass Valdemar ihr stets auf Augenhöhe begegnet. Er ist für Mika da und unterstützt sie, wo er nur kann, während sie ihm mit ihrer scharfen Beobachtungs- und Kombinationsgabe hilft.
Beim Lesen vergesse ich manchmal, dass Mika erst zwölf Jahre alt ist. Auf mich wirkt sie wesentlich reifer, was aber auch den harten Umständen ihres Lebens geschuldet ist. Dennoch blitzen hin und wieder kindliche Emotionen auf, denn Mika kann nicht immer nur stark sein und sehnt sich auch mal nach Geborgenheit und Schutz.
Im Verlauf von Mika Mysteries – Das Werk des Dunklen Engels wird ein weiterer Handlungsfaden gesponnen, als Mika von der Gang-Chefin Tekla zu einer Baustelle mit vielen Kinderskeletten geführt wird. Diese Szene trifft mich besonders, weil sie eine bedrückende Atmosphäre entfaltet, die lange nachhallt. Gleichzeitig schwebt über all dem noch Mikas persönlichste Suche nach ihrer eigenen Herkunft, die mich seit dem ersten Hinweis in Mika Mysteries – Der Ruf des Nachtraben nicht mehr loslässt.
Johan Rundberg schafft es mit seinem präzisen und schonungslosen Schreibstil, mich völlig in diese Geschichte einzubinden. Ich begleite Mika unheimlich gern bei ihren Ermittlungen und in ihrem Alltag. Ungeschönt erhalte ich einen Blick, wie die damaligen Lebensumstände waren, und doch ist auch Platz für Leichtigkeit und Witz.
Ich mag, wie atmosphärisch dicht Johan Rundberg schreibt, sodass das historische Stockholm vor meinem inneren Auge lebendig wird. Ein tolles Extra ist die Karte im Buch, mit der ich Mikas Wege kreuz und quer durch die Stadt mitverfolgen kann.
Die Spannung ist konsequent hoch und das Tempo rasant. Die unerwarteten Wendungen sorgen zudem dafür, dass ich völlig gebannt von den Ereignissen bin. Die Erzählstränge werden gekonnt zu einem großen Ganzen verschmolzen. Dazu trägt auch das düstere historische Thema bei, das der Grusellegende nun echte Gestalt verleiht. Mich bewegt unheimlich, dass die Erzählung dabei auf einfache Gut-Böse-Klischees verzichtet. In einem kurzen Moment wird versucht, die menschlichen Abgründe hinter den Gräueltaten zu zeigen, ohne sie in irgendeiner Weise zu beschönigen oder zu entschuldigen. Dieser ehrliche Blick auf die Vergangenheit lässt mich ziemlich berührt zurück.
Sehr spannend ist für mich, was Mika über ihre Herkunft herausfinden kann. Das Finale ist extrem packend und ich freue mich, dass einige Fragen stimmig und schlüssig aufgelöst werden. Andere wiederum sind noch nicht auserzählt und befeuern meine Vorfreude auf den vierten Band.

© Foto: Monique Meier
Kurz gesagt:
Was dich erwartet:
Eine atmosphärisch dicht erzählte Geschichte, die das Stockholm des Jahres 1880 eindrucksvoll lebendig werden lässt und harte historische Lebensumstände mit einer packenden Spurensuche verwebt.
Lesen:
Wenn ihr Krimis mit spürbarer Tiefe sucht, die mit einem packenden Fall sowie einem beeindruckenden historischen Setting ausgestattet sind, dann solltet ihr zu diesem Buch greifen.
Weglegen:
Wenn ihr einen Bogen um aufwühlende historische Kriminalfälle macht oder die Reihe zwingend von vorne beginnen möchtet, da euch ohne die ersten beiden Bände wichtige Puzzleteile fehlen.
Mal ehrlich:
Ich habe mich wahnsinnig auf den dritten Band von Mika Mysteries gefreut und konnte es kaum erwarten loszulesen. Bereits ab der ersten Zeile entwickelt sich durch Johan Rundbergs präzisen und anschaulichen Schreibstil eine so dichte Atmosphäre, dass das sommerlich-historische Stockholm um 1880 vor meinem inneren Auge lebendig wird. Ich habe das Gefühl, direkt an Mikas Seite zu stehen.
Dieser Band hält viele spannende Entwicklungen bereit, denn es gibt gleich mehrere Rätsel für Mika und Valdemar zu lösen. Sie müssen eine vermisste Tochter aus der Oberschicht finden, merkwürdige Skelettfunde aufklären und Mikas dringendstem Anliegen nach ihrer eigenen Herkunft auf die Spur kommen.
Mika und Valdemar sind für mich ein großartiges Duo und ich habe beide sehr ins Herz geschlossen. Es ist genau dieses Zusammenspiel bei den Ermittlungen, bei dem sie sich blind vertrauen und gegenseitig unterstützen, was mich begeistert. Gleichzeitig vertieft sich ihre Beziehung noch weiter. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Valdemar zu einer echten Vaterfigur für Mika wird, der ihr in jeder Situation auf Augenhöhe begegnet.
Der Kontrast zwischen Mikas bitterer Armut und der Oberschicht ist messerscharf gezeichnet. Eindrucksvoll wird mir aufgezeigt, wie unterschiedlich damals ein Menschenleben gezählt hat. Zudem wird noch ein beklemmender historischer Bezug mit Fiktion verwoben, der mir richtig unter die Haut geht und die Grusellegende aus dem ersten Band greifbar werden lässt. Dieser ungefilterte Blick auf die Vergangenheit berührt mich sehr, da die Gräueltaten weder beschönigt noch entschuldigt werden. Die unerwarteten Wendungen sorgen dafür, dass ich bis zum Schluss an eine rasante, packende und emotionale Geschichte mit einer grandiosen Atmosphäre gefesselt bin. Das Finale liefert mir stimmige und überraschende Antworten auf brennende Fragen, während gleichzeitig neue Geheimnisse entstehen, denen ich unbedingt in Band 4 auf die Spur kommen möchte.
Fazit:
Mika Mysteries – Das Werk des Dunklen Engels begeistert mich mit der Mischung aus harter historischer Realität, der warmherzigen Beziehung zwischen den Protagonisten und den spannenden Fällen. Ein echtes Highlight und eine klare Leseempfehlung.
*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*
Lesetipp:
Neugierig geworden, wie alles begann?
Dann empfehle ich euch:
Mika Mysteries – Der Ruf des Nachtraben von Johan Rundberg
Was für eine großartige Buchbesprechung. Du hast mir nicht nur dieses Buch, sondern die Reihe total schmackhaft gemacht. Werde mir gleich mal eine Leseprobe besorgen. Herzlichen Dank 🙏❤️
Das freut mich sehr, liebe Charlotte. Ich bin sehr gespannt, was du zur Leseprobe sagst.
Ganz liebe Grüße
Mo
Schönen guten Morgen!
Die Reihe ist mir schon mit dem ersten Band aufgefallen, aber der Zeitmangel hat mich bisher davon abgehalten. Ich freu mich definitiv schon sehr drauf, vor allem da der Autor es weiterhin schafft, Begeisterung zu wecken!
Ich denke, dass ich damit nächstes Jahr endlich starten muss!
Liebste Grüße, Aleshanee