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Im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2025 hatte ich das Glück, dass ich Annika Strauss bei einem Autoren-Blogger-Treffen persönlich kennenlernen durfte. Dort hat sie auch ein bisschen was über ihr Debüt Nachtfahrt erzählt. Dies habe ich im März 2026 gelesen und obwohl es ein paar Schwächen hatte, mochte ich es ganz gern. Als ich gesehen habe, dass sie gemeinsam mit Sebastian Fitzek einen Horror-Thriller geschrieben hat, war ich sehr gespannt, was sie da erschaffen haben.

In meiner Rezension „REM“ von Annika Strauss und Sebastian Fitzek erlebt ihr mit, ob das Lesen für mich zu einem Albtraum wurde oder ich glückselig daraus erwachte.

Leseexemplar
❧ Dieses Buch habe ich als Freiexemplar von Droemer Knaur erhalten
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst


REM von Annika Strauss und Sebastian Fitzek
© Umschlagabbildung: Jörn Stollmann, Raschke Entertainment, mit Carola Bambach

Infos zum Buch
erschienen bei Droemer Knaur
Veröffentlicht 19. März 2026
Illustriert von Jörn Stollmann
ca. 320 Seiten
erhältlich als Taschenbuch, Hörbuch und EBook
 

Klappentext

Schlafen. Träumen. Sterben.

Stell dir vor, deine Träume wären nach dem Aufwachen nicht verschwunden, sondern aufgezeichnet worden. Du könntest sie dir jederzeit ansehen. Doch dann wäre dein nächster Schlaf dein letzter …

Dies ist kein Fitzek-Thriller, wie du ihn erwartest. Annika Strauss und Sebastian Fitzek nehmen dich mit in eine neue, dunkle, übernatürliche Welt. Ein Albtraum, so intensiv, dass er dich nicht mehr loslässt.

»Du darfst nicht einschlafen!« Alysee ist vier Jahre alt, als ihr Vater sie panisch anfleht, um Himmels willen wach zu bleiben. Doch dem Mädchen fallen die Augen zu. Als sie wieder aufwacht, ist ihr Vater tot. Bestialisch ermordet. Das ist Alysees letzte und einzige Erinnerung an ihn. Ihre Mutter, die ebenfalls vor Jahren starb, hat sie nie kennengelernt. Als Vollwaise wächst Alysee mit ihrem besten Freund Nico bei einer Pflegefamilie auf; die Angst vor dem Einschlafen verlässt sie nie.

Jahre später erfährt sie, dass ihr Vater ihr etwas vererbt hat, was das Geheimnis seines Todes lüften könnte. Sie tritt das Erbe an und lernt schnell, dass das grauenhafte Sterben erst seinen Anfang genommen hat …

Psychothrill meets Horror: Thriller-König Sebastian Fitzek und »German Screamqueen« Annika Strauss legen mit REM ihren ersten psychologischen Horror-Thriller vor.

Dich erwarten:

  • Gänsehaut-Atmosphäre in einem unheimlichen alten Hotel
  • Nervenkitzel mit echten Schock-Momenten
  • Deine schlimmsten Albträume …

© Klappentext: Droemer Knaur

Leider starte ich nicht gut in die Geschichte rein. Ohne große Erklärung werde ich mitten in das Geschehen katapultiert, was wie ein schlechter Albtraum wirkt. Ich frage mich, was ich da eigentlich lese. Auch als nach nur zwei Kapiteln ein Zeitsprung von 21 Jahren erfolgt, bin ich gedanklich noch abgehängt. Mir fehlt der Halt, um emotional anzukommen und ich habe das Gefühl, dass sich mir wichtige Zusammenhänge nicht erschließen.

Stück für Stück lerne ich die verschiedenen Charaktere in ihren Alltagssituationen kennen. Über allem schwebt eine leise Atmosphäre der Gefahr. Das erzeugt zwar Spannung, kann mich aber nicht richtig abholen.
Durch die Multiperspektive wird REM komplex. Der personale Erzähler lässt mich mithilfe von verschiedenen Charakteren auf das Geschehen blicken, welches zu Beginn auf mehrere Schauplätze aufgeteilt ist.
Relativ schnell werden die Handlungsfäden miteinander verwoben und so richtet sich der Fokus rasch auf den Schauplatz des Hotels de Ville. Darüber ranken sich allerlei schaurige Geschichten und meiner Meinung nach steckt unglaublich viel Potenzial für grausig-gruselige Szenen darin. Aber die Atmosphäre verbindet sich für mich nicht richtig mit den Handlungen. Trotz der vielen Perspektiven bleibe ich auf Distanz, weil die schnellen Wechsel mich eher aus dem Geschehen werfen als hineinziehen.

Die Charaktere sind recht übersichtlich, bleiben mir aber überwiegend zu blass. Besonders herausstechen Alysee, Nico und Amir.
Alysee ist eine abgebrannte Studentin, die jedoch große Chancen auf ein Stipendium hat. Aktuell entwickelt sie ein Horrorspiel, das als Bachelor-Arbeit fungieren soll. Doch alles kommt anders, als sie unerwartet das Hotel de Ville erbt. So macht sich Alysee auf den Weg dorthin und wird von ihrem Stiefbruder Nico begleitet. Die Dynamik zwischen den beiden wirkt zunächst interessant und vielschichtig, auch wenn ein paar Klischees darin Platz finden und manche Entwicklungen vorhersehbar sind. Im späteren Verlauf fehlt mir eine glaubwürdige Weiterentwicklung, auch wie sich die Beziehung zwischen den beiden verändert, ist mir zu eindimensional.
Als starker Antagonist dient Amir. Hier wird bei der Einführung nicht verschwiegen, was seine wahren Pläne sind. Sein Hintergrund wird angerissen, aber ich hätte mir gewünscht, dass seine Beweggründe stärker greifbar werden. Die restlichen Charaktere, die mal mehr mal wieder weniger eine wichtige Rolle in REM einnehmen, tragen nur am Rande zur Horror-Atmosphäre bei.

Sobald der Schauplatz des de Ville erreicht ist, kippt die anfänglich unterschwellige spannende Atmosphäre in Richtung des explizit beschriebenen Horrors. Immer wieder versucht das Autorenduo auf Schockeffekte zu setzen und mit extremen Darstellungen mir eine Gänsehaut zu bescheren. Leider kann mich das aber so gar nicht in Angst und Schrecken versetzen. Vieles wirkt wie unfreiwilliger Trash, der für mich nicht richtig zündet. Auch die Steigerung der Anzahl an Horrorelementen sind mir leider nicht schaurig genug.

Was das Buch für mich aber wirklich aufwertet, sind die Illustrationen von Jörn Stollmann. Die schwarz-weißen Zeichnungen, bei denen das Schwarz deutlich dominiert, wirken düster und fangen einzelne Sequenzen aus der Handlung eindrucksvoll ein. Sie versprühen echte Horror-Vibes und passen perfekt zur Grundstimmung. Mein Highlight ist die Zeichnung mit dem Hund, aber insgesamt finde ich alle Illustrationen richtig stark.

Den Plot finde ich an sich gut erdacht, doch bei der Entwicklung der einzelnen Szenen geht mir immer wieder zwischendurch die Logik verloren. Zudem habe ich habe immer wieder das Gefühl, dass das Autorenduo den Fokus ihrer eigenen Geschichte verliert und zu viel auf einmal möchte. Vielleicht liegt es auch daran, dass Thriller, Horror, SciFi und ein Hauch Drama miteinander vermischt werden, ohne dass diese Mischung wirklich trägt.

Das Einzige, was mich richtig bei der Stange hält, sind die kurzen und knackigen Kapitel. Auch der Schreibstil ist schön flüssig und klar ausformuliert. Ich kann mir die einzelnen Szenen sehr gut vorstellen, aber sie leider nicht fühlen. Alles arbeitet auf den großen Showdown hin, doch ich kann kaum mitfiebern. Viele Wendungen zielen auf Schock, aber einige davon sind vorhersehbar. Hinzu kommen immer wieder Fragen, die sich nicht befriedigend beantworten lassen. Das Ende erinnert mich ein bisschen an Men in Black und sorgt leider dafür, dass ich das Buch nur augenrollend schließe.


REM von Annika Strauss und Sebastian Fitzek
© Foto: Monique Meier

Kurz gesagt:

Was dich erwartet:

Ein düsterer Genre-Mix aus Thriller, Horror und SciFi. Erzählt wird REM in vielen Perspektiven mit schnellen Szenenwechseln und schaurig-schönen Schwarz-weiß‑Illustrationen.

Lesen:

Wenn ihr Lust auf experimentelle Thriller mit Horror-Vibes habt, die mit düsteren Illustrationen abgerundet werden.

Weglegen:

Wenn ihr eine saubere Plotführung, tief ausgearbeitete Figuren und klassischen Horror erwartet, könnte euch REM enttäuschen.

Mal ehrlich:

Ich will REM wirklich mögen. Doch schon der Einstieg fällt mir schwer. Mir ist nicht klar, was ich da lese, weil mir zu Beginn jede Orientierung fehlt und ich emotional nicht ankomme. Erst mit der Zeit finde ich langsam in REM hinein.
Die unterschiedlichen Settings sind klar konstruiert und es werden mehrere Perspektiven etabliert. Besonders stechen Alysee, Nico und Amir heraus. Die Beziehung zwischen Alysee und ihrem Stiefbruder Nico trägt leicht klischeebehaftete Züge, sodass sich in der Folge manche Szenenentwicklungen gut vorhersehen lassen. Die Dynamik zwischen den beiden ist interessant. Amir hat viel Potenzial und er könnte ein starker Antagonist sein, aber seine Beweggründe bleiben für mich zu blass.
Der ruhige Aufbau und die Einführung in den Kern von REM sind gut durchdacht, doch ich werde nicht wirklich abgeholt und das ändert sich leider auch nicht, als ich gemeinsam mit den Charakteren den Hauptschauplatz betrete.
Das heruntergekommene Hotel de Ville, das eigentlich früher eine Art Klinik gewesen ist, kann mich nicht begeistern. Dabei beschreibt das Autorenduo diesen Ort sehr lebendig und ab hier fließen in den Thriller auch die Horrorelemente hinein. Doch anders als erwartet erzeugen sie bei mir nicht mal einen Hauch von einem Gänsehautschauer. Stattdessen wirkt vieles wie unfreiwilliger Trash, der die eigentlich starke Idee verwässert. Trotzdem entwickelt sich die Geschichte stringent weiter und arbeitet auf das Finale hin.
Nach und nach werden verschiedene Handlungsstränge miteinander verknüpft, und immer wieder neu aufgeworfene Fragen erzeugen in REM ein laues Gefühl, hinter alles schauen zu wollen. Die vielen Perspektivwechsel und die kurzen Kapitel machen das Ganze immerhin halbwegs interessant und halten mich beim Lesen. Gleichzeitig habe ich aber das Gefühl, dass die Mischung aus Thriller, Horror, Sci-Fi und ein wenig Drama nicht richtig zusammenfindet und die Spannung eher ausbremst. Und dennoch frage ich mich häufig, was genau ich da eigentlich lese. Der große Showdown ist für mich leider nicht ganz rund und erinnert mich zum Schluss stark an Elemente von Men in Black.
Die Illustrationen von Jörn Stollmann sind für mich das Beste an REM und ein echtes Highlight. Düster, intensiv und stimmungsvoll fangen sie einzelne Szenen mit eindrucksvollen Horror-Vibes ein. Die Illustration mit dem Hund ist dabei mein Favorit.

Fazit:

REM hat für mich eine überzeugende Grundidee. Allerdings sprechen mich die Mischung aus verschiedenen Genres, die blassen Figuren und die Horrorsequenzen nicht richtig an. Trotz des atmosphärischen Potenzials und des flotten Stils bleibt am Ende der Eindruck, dass die Geschichte mehr erreichen möchte, als sie tatsächlich umsetzen kann.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf Lust auf ein apokalyptisches Setting mit im Nebel lauernden Horror?
Dann empfehle ich euch:
Ein Fluss so rot und schwarz von Anthony Ryan