Redensarten begleiten uns täglich, da wir sie in vielen Lebenssituationen verwenden. Über ihren Ursprung habe ich mir bisher nur selten Gedanken gemacht. Ich erinnere mich noch an eine Folge von „Wer wird Millionär“, in der auch nach einer Redensart gefragt wurde. Die richtige Antwort wäre „Perlen vor die Säue werfen“ gewesen. Diesen Ausdruck kannte ich bis dahin gar nicht und habe mich danach öfter gefragt, woher er stammt. Als ich nun das Buch Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? entdeckte, war ich voller Hoffnung, dass mir diese Frage beantwortet würde.
In meiner Kurzrezension „Duden – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?“ von Rolf-Bernhard Essig fühle ich dem Buch auf den Zahn.
Leseexemplar
❧ Ich habe das Buch im Rahmen einer Buchverlosung auf Lovelybooks gewonnen.
❧ Meine Meinung ist davon unbeeinflusst

© Umschlaggestaltung: Robert Grill, München
erschienen bei Duden
Veröffentlicht 16. Februar 2026
ca. 288 Seiten
erhältlich als Taschenbuch
Klappentext
Wir nehmen andere „auf den Arm“ oder führen sie „an der Nase herum“: Redewendungen durchziehen täglich unsere Sprache. Wir haben sie ganz selbstverständlich im Gebrauch – doch ist uns auch bewusst, woher sie kommen und welche Bedeutung damit verbunden ist? Den meisten unter uns ist wohl die Herkunft dieser idiomatischen Ausdrücke eher unbekannt.
Der Autor und „Redensartenpapst“ Rolf-Bernhard Essig hat für die Neuauflage dieses Duden-Wörterbuchs die Ursprünge bekannter Redewendungen untersucht und ihre Bedeutung verständlich erklärt.
- Redensarten und ihre Bedeutung: Anschauliche Einblicke in ihre Entstehung
- Über 700 Sprichwörter und Redewendungen von A bis Z: sprachliche Ursprünge aus der Bibel, dem Handwerk, dem Militär, der Antike und dem Mittelalter
- Faktencheck – woher kommt der Spruch? Was ist sprachwissenschaftlich belegt – und wo beginnt die schöne Erfindung?
- Für mehr Sprachbewusstsein im Alltag: berühmte Redewendungen unter die Lupe genommen
- Sprichwörter unterhaltsam erklärt: verständlich und fundiert aufgebautes Redensarten-Buch für Sprachinteressierte, Lehrkräfte und Neugierige
Auf den Grund gegangen: bildhafte Redewendungen und ihre Bedeutung
Manche Sätze sollten wir nicht zu wörtlich nehmen. Denn wem „ein Bär aufgebunden wird“, muss nicht befürchten, Meister Petz mit sich herumtragen zu müssen, sondern sollte den Wahrheitsgehalt des Gehörten gründlich überprüfen. Doch warum nutzen wir diese metaphorischen Ausdrücke? Rolf-Bernhard Essig hat recherchiert, woher unsere Sprichwörter kommen, und fasst in diesem kurzweiligen Sachbuch zur deutschen Sprache die Hintergründe zu Herkunft und Bedeutung von mehr als 700 Sprichwörtern und geflügelten Worten zusammen.
Mit diesem Lexikon der Redensarten tappen Sie nicht mehr im Dunkeln, wenn es um Sprachwissen geht. Im Gegenteil: Sie können genüsslich damit punkten!
© Klappentext: Duden
Die über 700 Sprichwörter und Redewendungen in Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? sind übersichtlich von A bis Z aufgelistet. Das ist praktisch, um gezielt nach der Redensart zu suchen, die einen gerade interessiert. Bei mir ist es „Perlen vor die Säue werfen“. Diese finde ich unter „P“ und bin erstaunt, dass es diese Redensart auch in anderen europäischen Sprachen gibt.
Manchmal gibt es Querverweise, wenn eine Redensart auch unter einem anderen Buchstaben zu finden ist und dort bereits erklärt wird. So werden Wiederholungen vermieden, was mir sehr gefällt.
Superdurchdacht ist der Aufbau der einzelnen Redewendungen. Erst wird sie genannt, dann ihre heutige Bedeutung erklärt und anschließend ihre Herkunft, sofern ermittelbar, aufgedeckt. Dieses Muster sorgt für eine klare Struktur.
Der Schreibstil ist dabei sehr zugänglich. Rolf-Bernhard Essig schreibt sachkundig, aber trotzdem leicht und nie belehrend. Er verbindet genaue sprachwissenschaftliche Erklärungen mit einem angenehm humorvollen Ton. So werde ich nicht nur informiert, sondern gleichzeitig auch unterhalten.
Schön finde ich außerdem die Illustrationen zu den einzelnen Buchstaben, die jeweils ein passendes Sprichwort aufgreifen.
Einen besonderen Mehrwert haben die zehn kleinen Exkurse als thematischer Hintergrundblock. Hier wird auf die sprachlichen Einflüsse ganzer Sprachkulturen geblickt. Dabei wird gezeigt, dass Redensarten nicht nur aus bestimmten Berufen, historischen Situationen oder dem biblischen Kontext entstehen können, sondern auch durch kulturelles Zusammenleben und Sprachkontakt.
Insgesamt gefällt mir Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? sehr gut. Es macht Spaß, sich durch die Redensarten zu lesen. Von sehr alten Wendungen, die schon seit Jahrhunderten im Umlauf sind, bis hin zu modernen Ausdrücken. Immer wieder bleibe ich an Sprichwörtern hängen, die ich schon tausendmal gehört, aber noch nie hinterfragt habe.
Natürlich begegnen mir auch Redewendungen, die ich noch nicht kenne. So habe ich zum Beispiel noch nie „den heiligen Ulrich angerufen“ oder „jemandem einen Persilschein ausgestellt“.
Besonders spannend fand ich zudem, wie sich die Bedeutung mancher vertrauter Redewendungen verändert hat. „X für ein U verkaufen“ oder „Tomaten auf den Augen haben“ kenne ich zwar gut, doch ihre ursprüngliche Bedeutung war mir neu.

© Foto: Monique Meier
Fazit:
Ob Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? nun „das Nonplusultra“ ist, kann ich nicht beurteilen, aber diese schöne Sammlung an Redensarten steht „Rede und Antwort“, wenn es darum geht, Herkunft und Bedeutung unserer Redewendungen aufzuschlüsseln. Ein Buch, das sich sowohl zum Durchlesen als auch zum Nachschlagen immer wieder lohnt.
*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*