Henker
Bildquelle Amazon.de
  • erschienen bei Books on Demand
  • Veröffentlicht am 08. Januar 2018
  • ca. 320 Seiten
  • erhältlich als eBook und Taschenbuch

Der Kriminalhauptkommissar Bernd Zenker wird zu einem äußerst brutalen Mord gerufen. Auf einem mittelalterlichen Foltergerät fand eine junge Frau ihren grausamen Tod. Der Mörder, ein religiöser Fanatiker. Gerichtet werden nur jene, die sich schuldig gemacht haben. Doch nicht nur Bernd Zenker interessiert sich für die Geschehnisse, sondern auch die Pressevertreter und ein aufstrebender Schriftsteller. Dieser benötigt dringend eine Inspirationsquelle, um seine Schaffenskrise zu bewältigen und einen Bestseller schreiben zu können. Hilfe bekommt er von seinem Freund aus Kindertagen. Bernd Zenker und Armin Kanschek unterstützen sich gegenseitig. Doch das weckt die Aufmerksamkeit des Mörders.

Die komplette Geschichte ist in der dritten Person geschrieben. Der personale Erzähler lässt den Leser bei mehreren Personen über dessen Schulter schauen. So blickt der Leser aus mehreren Perspektiven auf die vorhandene Szenerie. Ich konnte die Schrecken des Opfers miterleben, den Fund der Leiche durch die Polizei, wie die Presse das Geschehen zu einem Medienspektakel aufbauscht und was der Polizeijob mit den Angehörigen macht. Die Idee hinter dem Buch finde ich sehr spannend, allerdings mag ich es lieber, wenn ich einem Ermittler bei seiner Recherche über die Schulter schauen kann. Dies kam mir hier einfach zu kurz.
Die privaten Dramen der einzelnen Personen waren ganz interessant, haben aber, meiner Meinung nach, dem Thriller hin und wieder die Spannung weggenommen. 
Inhaltlich ist das Storyboard rund, es gibt keinerlei logischen Fehler und die Geschehnisse sind in einer chronologischen Reihenfolge. Rückblicke sind passend zur Situation.
Ein wenig schade fand ich das Ende. Es wird alles minutiös aufgeklärt, was ja an und für sich super ist. Nur leider hätte ich mir gewünscht, dass manches davon der Kommissar fundiert selber herausfindet. 
Der Schreibstil ist flüssig und teilweise recht bildlich gewesen. Bei den Urteilsvollstreckungen blendet Michael Barth die grauenhaftesten Sequenzen vorzeitig aus, sodass es jedem Leser selbst überlassen ist, wie brutal er das Weitere in seiner Fantasie ausmalt.
Die Spannung steigt sprunghaft bei den Opfern an, flacht bei den persönlichen Dramen jedoch wieder ab und ist dann eher unterschwellig vorhanden. 
Insgesamt fand ich das Buch unterhaltsam und an gewissen Stellen richtig klasse. Jedoch hat mir die Vielzahl der zu begleitenden Personen nicht so gut gefallen. Hier hätte ich weniger besser gefunden. Zwar standen der Mörder und seine Taten im Vordergrund, aber für meinen Geschmack zu wenig die Erarbeitung der Lösung des Falls. .

Fazit: Eine solide Geschichte mit einem interessanten Erzählgedanken. Hier wird der Leser unterhalten und jeder kann selbst bestimmen, wie brutal er manche Szenen weiter ausmalt. 

Gesamteindruck 📖 📖 📖 📖 

Schreibstil ✐✐✐✐

Logik 💡💡💡💡💡

Spannung 💥💥💥💥
Gewalt ✊✊✊
Mord 🍴🍴🍴🍴

Kaufempfehlung ✔

Vielen Dank an den Kerstin und Michael Barth für das Rezensionsexemplar. Davon ist meine Rezension jedoch nicht beeinflusst worden.

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