Bevor ich in den ersten Messetag starten konnte, stand die Anreise an. Wie im letzten Jahr schon erfolgreich erprobt, reisten mein Messebuddy und ich am Mittwoch an. Das hatte den Vorteil, dass wir stressfrei ankommen konnten. Bisher hatten wir jedes Jahr ein anderes Hotel und diesem Ritual blieben wir treu.
Von außen sah das Hotel richtig gut aus, aber innen kam dann die Ernüchterung: Das Zimmer hatte die Größe eines Schuhkartons, keinen Schrank, einen einzigen Haken im Bad für ein Handtuch, obwohl es als Doppelzimmer vermietet wurde, und eine bezaubernde Aussicht auf andere Hotelzimmer mit direktem Blick hinein. Minimalistisch, aber immerhin sauber.

© Foto: Monique Meier
Dieses Mal war der Plan, dass wir vom Hotel zur Messe laufen, und das testeten wir direkt. Eine gute Viertelstunde betrug der Weg. Ein bisschen weiter als letztes Jahr, aber völlig ok. Für diesen Spaziergang wurden wir mit einem Blick auf das leere Messegelände belohnt, das in der Dämmerung richtig schön aussah.
Die erste Nacht war leider sehr unruhig, sodass ich leichte Bedenken hatte, ob ich fit durch den ersten Messetag kommen würde. Bei einem Blick unter das Bett am Morgen wurde dann auch klar, weshalb ich schlecht schlafen konnte: Ich hatte ein Gefälle am Kopfende, weil eine Rolle fehlte. Kurzerhand drehten wir das Bett. Mal sehen, wie die kommende Nacht werden würde. Doch nun erzähle ich, was ich am ersten Messetag erlebte.

© Foto: Monique Meier
Los ging es mit dem KiWi-Bloggertreffen. Bevor die Autorin Marie Menke und ihre Lektorin Aylin LaMoray-Salzmann den Roman Spielverderberin vorstellten, durften wir alle eine Runde Spielverderberin-Bingo spielen. Auf jedem Platz lag ein anderer Bingozettel, und wer ein Bingo hatte, bekam eine Packung Studentenfutter als Gewinn. Bei all den genannten Begriffen hatte ich leider nur einen einzigen Treffer, aber dabei sein ist bekanntlich alles.
Die Buchvorstellung der beiden war lustig, interessant und ein richtig schöner Einstieg ins Messegefühl. Vor allem haben sie mich besonders neugierig auf das Buch gemacht, welches ich mir am Ende noch signieren lassen konnte.

© Foto: Monique Meier
Im Anschluss liefen mein Messebuddy und ich durch die Hallen 2 und 4. Es tat gut, wieder da zu sein und dieses typische Messekribbeln zu spüren.
Dabei entdeckte ich direkt ein Buch, das noch gar nicht offiziell im Handel war und deshalb leider nicht gekauft werden konnte. Die Schamanin vom Hirmer Verlag sprach mich sofort an, weil ich vor einiger Zeit die Terra-X-Doku Das Grab der Schamanin – ein Geheimnis aus der Steinzeit gesehen hatte. Das Thema faszinierte mich damals schon und das Buch schien viele spannende Informationen dazu zu bieten. Also blätterte ich mit zunehmender Begeisterung durch den Bildband und nahm mir fest vor, dieses auf jeden Fall im Auge zu behalten.

© Foto: Monique Meier
Dann hatte ich zwei spannende Programmvorschauen vom Bloggerportal. Bei beiden Vorschauen hat meine Wunschliste gequält geseufzt, aber bei den Themen Spannung und Spicy Romance & blush (18+) ist es auch nicht sonderlich schwer, meine Neugierde zu wecken.
Doch es gab auch einen Moment, der mich wirklich beschäftigte: Nach den Veranstaltungen lagen einige Bücher zum Mitnehmen aus, eigentlich mit der Bitte, sich nur ein Exemplar pro Person zu nehmen. Doch sobald die Vorschau vorbei war, sprangen manche wie gestochen auf und griffen gleich nach mehreren Büchern teilweise zwei oder drei je Titel. Das fand ich besonders unfair gegenüber den Teilnehmenden, die aufgrund von Beeinträchtigungen gar nicht erst bis zu dem entsprechenden Tisch kamen. Es waren ohnehin nicht genug Exemplare für alle da, und dieses Gegrabbel nach kostenlosen Büchern entsetzte mich.

© Foto: Monique Meier
Mein Messebuddy sammelte mich danach wieder ein und nach einer kleinen Stärkung ging es weiter in Halle 3, wo wir den restlichen Tag verbrachten. Dort hatte ich ein ganz tolles Treffen mit dem Magellan Verlag. Die Mitarbeitenden waren unglaublich offen und freundlich, und ich durfte mir Bücher für mich und meinen Lesejunior aussuchen, die mir später zugesendet werden. Die persönliche Programmvorschau war ein echtes Highlight.

© Foto: Monique Meier
Zum krönenden Abschluss trafen wir uns am Abend mit der Autorin Charlotte Charonne und verbrachten eine wunderschöne Zeit in einem sehr leckeren Restaurant im Herzen von Leipzig.
Besonders spannend fand ich, wie Charlotte von ihrem Kulturschock erzählte, den sie nach dem Leben in Thailand beim Zurückkommen nach Deutschland erlebte. Ihre Erzählungen über Thailand waren so liebevoll, dass man sofort Lust bekam, selbst dorthin zu reisen. Und wer das mental einmal machen möchte, dem kann ich wärmstens das Buch Hinter dem Lächeln von Charlotte Charonne ans Herz legen.

© Foto: Monique Meier
Müde, aber glücklich fiel ich abends ins Bett. Die ersten Eindrücke mussten verarbeitet werden und ich hoffte auf einen erholsamen Schlaf. Den für den Freitag stand nicht nur ein weiterer langer Messetag im Raum, sondern am Abend noch eine besondere Veranstaltung. Was genau ich da erlebt habe, erzähle ich euch in meinem nächsten Messebericht.
Liebe Grüße
Mo
Meine gesammelten Berichte zur Leipziger Buchmesse 2026:
Folgen bald…
Es sind einfach wahnsinnig viele Leute dort unterwegs… Das sehe ich auch wieder bei deinen Bildern.
Aber ich schätze, wenn man so organisiert unterwegs ist, wie du, dann kommt man auch gut durch die Massen hindurch. 🙂
Ich freue mich, dass ihr drei so viel Spaß in Leipzig hattet! Und ich bin schon gespannt auf deine nächsten Berichte zur Leipziger Buchmesse.
Liebe Grüße, Lisa
Liebe Lisa,
tatsächlich fallen die Massen kaum auf, wenn du interessierst an einem Stand stehst und in ein Gespräch verwickelt bist. Und es hilft, wenn man nicht gleich um 10 Uhr auf die Messe geht, sondern ca. 1 1/2 bis 2 Stunden später. Denn ab ca. 15 Uhr beginnen sich die Hallen merklich zu leeren und dann wird es richtig toll.
Liebe Grüße
Mo
Leipzig ist gar nicht so weit weg und trotzdem habe ich es noch nie geschafft, diese Messe zu besuchen! Wirklich schade, vor allem jetzt wo ich mir wieder viel mehr Zeit zum Lesen nehme!
Cool was du dort alles erleben konntest! Das Bingo klang aber etwas unfair 😉
Und zu dem Erlebnis mit den kostenlosen Büchern fällt mir mein erster und letzter Besuch der Grünen Woche in Berlin ein: Da habe ich auch so viel Rücksichtslosigkeit gesehen und eine Dame, die vor mir an einem Stand heimlich Miniartikel in ihre Tasche schmuggelte, die zum Verkauf auslagen! Seitdem hat es mich nicht gereizt, dort nochmal hinzugehen!
Liebe Grüße
Jana
Liebe Jana,
puh, da hätte ich auch keine Lust mehr gehabt dorthin zu gehen. Ich frage mich auch immer, was diese Menschen sich dabei denken.
Aber auf die Messe kann ich nicht verzichten, dafür macht sie mir zu viel Spaß. Nur würde ich tatsächlich gern näher dran wohnen, damit ich nicht immer im Hotel schlafen müsste.
Liebe Grüße
Mo