Im Buch Miss Harkness und das Damengambit befindet sich am Ende noch die Kurzgeschichte Miss Harkness‘ letzter Fall. Ich habe mich eine ganze Weile gesträubt, sie zu lesen, da mich Miss Harkness und das Damengambit insgesamt nicht überzeugen konnte.

In meiner Kurzrezension „Miss Harkness‘ letzter Fall“ von Bradley Harpe lest ihr, ob mich dieser Kurzkrimi abholen konnte.


Miss Harkness' letzter Fall von Bradley Harpe
© Umschlaggestaltung: Miriam Steinhardt | Guter Punkt, München

Infos zum Buch
erschienen bei Dryas Verlag
Veröffentlicht 7. April 2025
Originaltitel The Exchange Principle: An Edwardian Mystery Featuring Margaret Harkness
Übersetzt von Dorothee Schröder
35 Seiten
erhältlich als EBook
 

Klappentext

Eine junge Frau wird tot aufgefunden. Ihr Liebhaber, der Hauptverdächtige, scheint ein perfektes Alibi zu haben. Doch als die Polizei von Lyon nicht mehr weiterweiß, wird Edmond Locard, ein Pionier der forensischen Wissenschaft, hinzugezogen. Gemeinsam mit der scharfsinnigen Journalistin Margaret Harkness wagt er einen Wettlauf gegen die Zeit, um das entscheidende Indiz zu finden.

Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Bradley Harper eine fesselnde Geschichte über die Anfänge moderner Ermittlungsarbeit und das bahnbrechende „Locard-Prinzip“, das jede Berührung eine Spur hinterlassen lässt.

Ein spannender Kurzkrimi und eine Hommage an die Wissenschaft, die dem Verbrechen Einhalt gebieten soll.

© Klappentext: Dryas Verlag

Miss Harkness‘ letzter Fall spielt einige Jahre nach den Ereignissen von Miss Harkness und das Damengambit, lässt sich jedoch völlig unabhängig davon lesen. Es besteht keinerlei Bezug zum vorherigen Fall, was ich auf emotionaler Ebene etwas schade finde. Stattdessen liegt der Fokus auf der historischen Forensik und dem Stand der Wissenschaft im Jahr 1912. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Miss Harkness erzählt.

Der Kriminalfall wird zügig vorgestellt und durch realistische Polizeisprache sowie eine nüchterne Erklärung der damaligen forensischen Möglichkeiten beleuchtet. Abgerundet wird dies durch einen klar strukturierten Erzählstil, der verständlich ist und durch kleine eingestreute archaische Elemente das historische Setting unterstreicht.
Der Spannungsbogen ist dabei klassisch gehalten und erreicht seinen Höhepunkt im Geständnis des Täters.

Die Mischung aus kriminalistischer Herangehensweise und literarischem Erzählen macht diese kleine Kurzgeschichte kurzweilig und interessant.
Miss Harkness‘ letzter Fall ist ganz klar eine Hommage an den Begründer der modernen forensischen Kriminalistik, Dr. Edmond Locard und zeigt eindrucksvoll, mit welchen Hürden er seinerzeit zu kämpfen hatte.


Miss Harkness' letzter Fall von Bradley Harpe
© Foto: Monique Meier

Fazit:

Wer Lust auf einen kleinen Kriminalhappen mit echtem historischem Hintergrund zur damaligen Forensik hat, findet hier eine gelungene Unterhaltung.

*Das Buch ist überall im Handel erhältlich*

Lesetipp:

Lust auf scharfsinnige Dialoge und auf eine spannende Suche nach dem Täter?
Dann empfehle ich euch:
Das indische Tuch von Edgar Wallace