Krimi | Mo und die Macht der Buchstaben https://mounddiemachtderbuchstaben.de Sat, 01 Jun 2019 12:40:16 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.3 Der Mann, der nicht mitspielt: Hollywood 1921: Hardy Engels erster Fall von Christof Weigold https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/06/10/der-mann-der-nicht-mitspielt-hollywood-1921-hardy-engels-erster-fall-von-christof-weigold/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/06/10/der-mann-der-nicht-mitspielt-hollywood-1921-hardy-engels-erster-fall-von-christof-weigold/#comments Mon, 10 Jun 2019 12:00:53 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=3582

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© Cover: akg-images / © Rudolf Linn

erschienen bei Kiepenheuer&Witsch
Veröffentlicht am 15. Februar 2018
ca. 630 Seiten
Hollywood – Hardy Engel ermittelt, Band 1
erhältlich als Taschenbuch, gebundenes Buch, Hörbuch und eBook

Hardy Engel wäre lieber Schauspieler und Komiker, statt ein Privatdetektiv. Aber ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss, um in Hollywood im Jahre 1921 überleben zu können.
Ein, auf den ersten Blick, einfacher Auftrag treibt jedoch Hardy Engel ganz schnell immer tiefer in die Filmbranche mit ihrer scheinbar heilen Welt.
Ein großer Skandal kündigt sich an und mittendrin steht Hardy Engel, der wie besessen ermittelt und schon bald um sein eigenes Leben fürchten muss.

Der Einstieg in das Buch gefiel mir sehr gut und ich war sofort gefesselt von diesem unglaublich lebendigen Schreibstil. Er war schön flüssig und so bildgewaltig, sodass ich mitten in den Szenen war und mir alles hervorragend vorstellen konnte.
Die Schauplätze wurden anschaulich beschrieben und ich konnte die Atmosphäre der damaligen Zeit richtig spüren.
Hardy Engel schilderte seine Erlebnisse in dem typischen erzählerischen Charme der Goldenen Zwanziger selber und ich hatte sofort einen Draht zu ihm. Manchmal war Hardy ein bisschen geschwätzig, sodass manche Passagen ein bisschen an Spannung verloren, aber insgesamt herrschte immer ein stimmungsvolles Feeling.
Das Buch war voller feinem und intelligenten Wortwitzes, der so manches Mal mit rasantem Tempo in einer raffiniert konstruierten Szene gipfelte.
Mir war Hardy Engel durch und durch sympathisch. Ein Mann der Prinzipien hat und versucht sich selbst und seinen Werten treu zu bleiben. Auch beim größten Druck gab Hardy Engel nie klein bei. Nicht immer handelte er besonnen und vorausschauend, aber wer macht dies schon ständig?
Unterteilt wurde die Geschichte in vier schlüssige Teile und sie markierten jeweils einen Meilenstein innerhalb der Handlungen. Dies fand ich sehr gut durchdacht, da für mich alles übersichtlich blieb.
Der Fall von Hardy Engel war vielschichtig und immer wieder wurde ich auf falsche Fährten gelockt. Christof Weigold verstand es, Realität und Fiktion so perfekt miteinander zu verbinden, dass sich die Geschichte authentisch darstellte und ich immer das Gefühl hatte, genauso könnte es gewesen sein.
Das Christof Weigold sauber recherchiert hatte, steht dabei völlig außer Frage. Viele der damaligen Schauspieler kannte ich nicht. Noch nicht einmal vom Namen her. Von der Neugier angetrieben habe ich selber nach den genannten Persönlichkeiten geforscht. Natürlich wollte ich ein Gesicht vor Augen haben, aber mich interessierte auch deren Leben.
Ich kann dies übrigens nicht während des Lesens empfehlen, denn es besteht schon ein gewisser Grad an Spoiler Gefahr. Immerhin flossen historisch korrekte Ereignisse in dieses Buch mit ein.
Christof Weigold ließ mich hinter die Kulissen Hollywoods zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts schauen. Das war sehr interessant, vor allem wie die Filmbranche damals gearbeitet hat. Und der Autor hatte auch perfekt ausgearbeitet, was auch heute noch aktuell ist. Nichts ist, wie es scheint und Hollywood verleiht zwar allem Glanz, doch meistens nur an der Oberfläche.

Fazit: Ein Krimi, der es in sich hat und dem Leser eine spannende Zeitreise zurück in die Goldenen Zwanziger, zu einem der wohl spektakulärsten Fälle der damaligen Zeit, gewährt. Top recherchiert und spannend bis zum Schluss.

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Das fünfte Pergament von Barbara Mansion https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/05/06/das-fuenfte-pergament-von-barbara-mansion/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/05/06/das-fuenfte-pergament-von-barbara-mansion/#comments Mon, 06 May 2019 12:00:33 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=3476 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: Mia Schulte

erschienen im Plaisir d´Amour Verlag
Veröffentlicht am 18. Mai 2018
ca. 300 Seiten
Vollständig überarbeitete sowie inhaltlich neue Fassung des Romans „Lustnächte“
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Pierre LeBreton ist Architekt und im Zuge von Vermessungsarbeiten in der Abtei von Landévennec findet er in einer alten Chronik ein unbekanntes Pergament. Unterzeichnet wurde dies von Jacques de Molay, dem letzten Großmeister der Templer. In diesem Schreiben vertraut er einem Herrn von Blanchefort einen Großteil des Templerschatzes an.
Anfänglich ist Pierre wenig überzeugt und noch weniger begeistert von dem Fund. Doch dann fährt die junge deutsche Geschichtswissenschaftlerin, Beatrix Greifenberg, seinen Vorgartenzaun zu Schrott. Für Pierre ist es Liebe auf den ersten Blick und aus Angst, dass Beatrix weiterreist, weiht er sie in seinen Fund ein. Sofort ist sie Feuer und Flamme und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem mysteriösen Templerschatz. Aber Pierre will auch unbedingt Beatrix von sich überzeugen, doch genauso wie das Auffinden des Schatzes ist dies schwerer als gedacht.

Mysteriöse Geschichten sind normalerweise voll mein Ding, vor allem wenn es um historische Begebenheit, um die sich viele Legenden und Gerüchte ranken, geht. Die Templer und ihr sagen- umwobener Schatz war daher ein großer Anreiz für mich.
Der Einstieg in das Buch fiel mir aber sehr schwer. Zu Beginn passierte sehr viel auf einmal.
Zu einem möglich historischen bedeutsamen Fund kamen eine Handvoll Personen und reichlich französische Namen dazu. Auch hatte ich am Anfang das Gefühl, dass die Autorin noch nicht so genau wusste, in welche Richtung ihr Buch zieht. Zum einen ging es um historische Ereignisse, gleichzeitig bahnte sich aber eine Liaison zwischen den Protagonisten an. Was sich erst einmal nicht grundsätzlich ausschließen muss, aber irgendwie wirkte das sehr konstruiert.
Besser wurde es, als Pierre und Beatrix ihre Reise durch Frankreich antraten, um in dem mittelalterlichen Dorf Rennes-le-Château dem Rätsel auf die Spur zu kommen.
An dieser Stelle hätte ich es begrüßt, wenn es in diesem Buch eine Karte der Örtlichkeiten gegeben hätte. So wäre mir die Orientierung innerhalb der Geschichte leichter gefallen, obwohl Barbara Mansion die Umgebung und auch die verschiedenen Orte, die beide Protagonisten besuchten, sehr gut und bildlich beschrieben hatte.
Auch ein Personenregister hätte ich gut gefunden. Es kamen unheimlich viele Namen von historischen Figuren vor, sodass ich manchmal ins Straucheln kam. Oft habe ich mich dabei erwischt, wie ich Namen und Orte gegoogelt habe, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen.
Geschildert wurde die Geschichte vom personalen Erzähler, der mich jedoch an den Erlebnissen und Gefühlen mehrerer Figuren hat teilhaben lassen. Sein Hauptaugenmerk lag jedoch überwiegend auf Pierre und zu Teilen auch auf Beatrix.
Pierre, mit seiner typisch französischen Art, war sehr lebendig gestaltet worden und obwohl er ein ganz schöner Schwerenöter zu sein schien, hatte er doch das Herz am rechten Fleck.
Beatrix hingegen war mir ein bisschen zu blass. Sie konnte ich nicht so recht greifen.
Der Schreibstil war schön flüssig und ließ sich angenehm lesen. Auch die detaillierten Beschreibungen der französischen Lebensart und südfranzösischen Landstriche war faszinierend.
Sehr gut fand ich, dass die Figuren immer und immer wieder ihre Erkenntnisse von neuem durchkauten. Denn nur so konnte ich nachvollziehen, welche Entdeckungen sie Stück für Stück machten und wie sie diese in den entsprechenden Kontext brachten.
Die Spannung in dem Buch nahm immer weiter zu und es kam der Punkt, an dem ich es auch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die Wendungen waren überraschend und trieben die Neugier auf die Lösung der vielen kleinen Rätsel gekonnt an.
Der Aufbau des Buches war logisch und konsequent, die Liaison von Pierre und Beatrix wurde mit einigen leichten erotischen Szenen gekonnt untermalt. Sie waren aber im Verhältnis zur Geschichte gering, sodass der Kern, die Suche nach dem geheimnisvollen Schatz, nicht ins Hintertreffen geriet.
Das Ende war schlüssig und es wurde alles logisch und verständlich aufgeklärt.
Das Zusammenspiel aus wahren Begebenheiten und Fiktion fand ich sehr gelungen, hätte es aber schön gefunden, wenn die Autorin vielleicht am Ende noch mal darauf eingegangen wäre zu wie viel Prozent ihr Roman Fiktion ist. Dies finde ich nämlich an einer Geschichte immer besonders interessant.

Fazit: Auch wenn sich das Buch am Anfang ein bisschen im Schlingerkurs befand, war es bald in fester Spur und wurde unheimlich spannend. Ein faszinierender Südfrankreich-Krimi mit allerhand mysteriösen Rätseln und einem Schatz, der beinahe unglaublich ist.


Vielen Dank an den Plaisir d’Amour Verlag für das Rezensionsexemplar
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

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Der Fall des lachenden Kranichs: Ein viktorianischer Krimi mit den Ermittlern des Sebastian Club von Sophie Oliver https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/04/10/der-fall-des-lachenden-kranichs-ein-viktorianischer-krimi-mit-den-ermittlern-des-sebastian-club-von-sophie-oliver/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/04/10/der-fall-des-lachenden-kranichs-ein-viktorianischer-krimi-mit-den-ermittlern-des-sebastian-club-von-sophie-oliver/#comments Wed, 10 Apr 2019 12:00:30 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=3168 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: Guter Punkt, München / © Foto: Monique Meier

erschienen im Dryas Verlag
Veröffentlicht am 12. März 2019
ca. 270 Seiten
Band 2 der Reihe „Die Ermittler des Sebastian Clubs“
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Liu Zhen tritt extra eine lange Reise an, um den Londoner Sebastian Club um Hilfe zu bitten. Seine Verlobte Lien Hu wurde in Honkong entführt und niemand ist in der Lage sie zu finden. Freddie Westbrook kennt Zhen von früher und so versteht es sich von selbst, dass die Gentlemen nach Hongkong reisen, um ihr detektivisches Können unter Beweis zu stellen.
Gleichzeitig sterben in London plötzlich auffällig viele Kriminelle und es geht ein seltsames Gerücht um. Die Rede ist von einer schwarzen Dschunke und einem Unterweltboss aus London, der finstere Geschäfte mit den Chinesen machen will.
Die Gentlemen sind äußerst beunruhigt und nach ihrer Rückkehr überschlagen sich in London plötzlich die Ereignisse ….

„Der Fall des lachenden Kranichs“ von Sophie Oliver ist der zweite Band der „Sebastian Club“ Reihe. Er kann aber völlig unabhängig zum Vorgängerband gelesen werden. Ich selber kenne den ersten Teil nicht und mir hat beim Lesen nichts gefehlt. Allerdings hatte mich Freddie Westbrook zu Beginn sehr überrascht, warum, das lest ihr am besten selber.
Das erste, was mich an dem Buch sofort angesprochen hatte, war die grün gehaltene Umschlaggestaltung. Ich finde den Farbton unglaublich frisch und insgesamt ist das Buch ein absoluter Hingucker für mich.
Auch das Innenlayout gefiel mir sehr gut. Der Scherenschnitt eines Gentlemans zu Beginn eines jeden Kapitels war eine schöne Idee, ebenso die jeweilige Ortsangabe, an denen die kommenden Handlungen spielen werden. So konnte ich mich innerhalb der Geschichte sehr gut orientieren, denn zu Beginn ermittelt der Sebastian Club auf zwei unterschiedlichen Kontinenten.
Während Doktor Pebsworth in London zurückblieb, reisten seine Kollegen nach Kolonialchina. Der Kontrast dieser zwei Schauplätze hätte nicht größer sein können. London mit seinem nasskalten Regenwetter stand im Gegensatz zum schwül warmen, fremdartigen China. So unterschiedlich beide Orte auch waren, so gründlich wurden sie dennoch ausgearbeitet. Hier zeigte sich deutlich, dass sich die Autorin intensiv mit der damaligen Zeit und den jeweiligen Verhältnissen vor Ort beschäftigt hatte.
Was mir sehr gut gefallen hatte, war die Tatsache, dass die Gentlemen erst nach Kolonialchina reisen mussten. Hier griff Sophie Oliver auch gleich die damals gängige Reiseroute auf, was nicht nur unfassbar interessant, sondern auch klasse durchdacht war. So konnte ich gemeinsam mit den Herrschaften das unbekannte China entdecken und in die fremde und exotische Welt eintauchen.
Bevor ich richtig mit dem Buch durchstarten konnte, wurde mir die chinesische Bedeutung des Kranichs erläutert, was ich sehr gelungen fand. Denn dies war sozusagen der Beginn des roten Fadens der Erzählung und konnte gut als erster Hinweis gewertet werden.

Insgesamt wurde die Geschichte vom personalen Erzähler geschildert, der jedoch mehrere Figuren, hauptsächlich die Mitglieder des Sebastian Clubs, beleuchtete. Hier kam besonders gut Sophie Olivers wandelbarer Schreibstil zum Ausdruck. Sie verstand es hervorragend die Geschehnisse so zu beschreiben, wie es die aktuell begleitete Figur mit seiner Erziehung und seinem Gesellschaftsstand auch wahrnehmen würde. So erweckte die Autorin den Geist des viktorianischen Zeitalters überzeugend wieder zum Leben.
Ich hatte das Gefühl Mitten in den beschriebenen Szenen des längst vergangenen Jahrhunderts zu stehen und die Welt von damals, durch die unterschiedlichen Menschen, auf vielfältige Weise wahrnehmen zu können. Dies wiederum war auch sehr wichtig, denn in dem Buch kamen viele Personen vor. Aber durch die lebendige Art des Erzählens konnte ich sie alle mühelos auseinander halten und dennoch als eigenständige Person die Zeit miterleben.
Durch die flüssige Schreibweise war es mir problemlos möglich den einzelnen Fäden der Geschichte zu folgen und mit den bildlichen Beschreibungen konnte ich mir alles sehr gut vorstellen.
Obwohl die Handlungen fiktiver Natur waren, hatte Sophie Oliver dennoch Originalschauplätze und wichtige Persönlichkeiten sowie Ereignisse der damaligen Zeit mit in die Geschichte integriert. Das Verlieh dem Ganzen unglaublich viel Authentizität und ließ mich voll ins Jahr 1895 abtauchen.
Der Aufbau der Geschichte war sehr ausgeklügelt und hinter jedem gelüfteten Geheimnis verbarg sich gleich das nächste Rätsel. Stück für Stück wurde das komplette Bild sichtbar und ich war fasziniert, welche verschlungenen Wege am Ende zum Ziel beschritten worden sind. Durch die unvorhergesehenen Wendungen entspann sich eine andauernde Spannung, die mich komplett an das Buch fesselte.
Übrigens, wer, so wie ich, an Geschichtsfakten interessiert ist, kann sich am Ende des Buches im Glossar einige interessante Informationen über die damalige Zeit aneignen.

Fazit: Ein authentischer viktorianischer Krimi, der sich so leicht und filigran wie ein Kranich lesen lässt und dabei sehr spannend ist.


Vielen Dank an den Dryas Verlag für das Rezensionsexemplar
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

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Das Tangoluder: Jack-Reilly-Krimi von Martin Barkawitz https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/01/26/das-tangoluder-jack-reilly-krimi-von-martin-barkawitz/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/01/26/das-tangoluder-jack-reilly-krimi-von-martin-barkawitz/#comments Sat, 26 Jan 2019 09:00:52 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=2492 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: Germancreative

erschienen im BookRix Verlag
Veröffentlicht am 19. September 2018
ca. 85 Seiten
Ein Fall für Jack Reilly 1
Neuauflage, erschien schon einmal 2013 unter dem Pseudonym Rob Monroe
erhältlich als eBook

Privatdetektiv Jack Reilly soll für die Malerin Victoria Fuentes ein Auftragsbild zurückholen. Doch irgendwas scheint mit der argentinischen Schönheit jedoch nicht zu stimmen. Jack beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und stochert in den Angelegenheiten rivalisierender Banden herum.

Den neunzehn Kapitel langen Fall von Privatdetektiv Jack Reilly erzählte dieser höchst persönlich. Mit viel Hingabe fürs Detail und mit wundervollen humoristischen Beschreibungen einzelner Handlungen war dieser Krimi wirklich mal was anderes. Dem Autor Marin Barkawitz war es durch seinen flüssigen Schreibstil gelungen die alten zwanziger Jahre Krimiklassiker wieder zum Leben zu erwecken. Die Art des Erzählens ließ mein Kopfkino auf Schwarz-Weiß umschalten. Ich konnte mir auch die rauchgeschwängerten Räumlichkeiten problemlos vorstellen.
Die Geschichte wurde logisch und chronologisch aufgebaut. Stets war eine gute Portion Spannung mit dabei. Der Fall war herzlich schön verschroben und Jack musste sich ganz schön anstrengen, damit er denn Fall lösen konnte. Jack war mir super sympathisch, aber auch seine Sekträtin Lucy hatte ich ins Herz geschlossen. Ich habe auf jeden Fall Lust auch die weiteren Fälle von Privatdetektiv Jack Reilly zu lesen. Die Art des Erzählens hat mir super gefallen. Es lockerte den Krimi auf ohne dabei an Spannung und Raffinesse einzubüßen. Der Titel des Buches passte perfekt zum Inhalt. Der rote Faden verlief durchgehend durch den Kurzkrimi und ich konnte ihm gut sowie einfach folgen.

Fazit: Mal ein etwas anderer Krimi mit dem Charme der zwanziger Jahre und einem coolen Privatschnüffler. Für alle geeignet, die es lieber leicht mögen und wer Jerry Cotton mochte, wird dieses Kurzkrimi lieben.

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Aurora Floyd: Ein viktorianischer Krimi von Mary Elizabeth Braddon https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/01/23/aurora-floyd-ein-viktorianischer-krimi-von-mary-elizabeth-braddon/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/01/23/aurora-floyd-ein-viktorianischer-krimi-von-mary-elizabeth-braddon/#comments Wed, 23 Jan 2019 13:00:01 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=2954 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: Guter Punkt, München

erschienen im Dryas Verlag
Veröffentlicht am 6. November 2018
Übersetzt von Anja Marschall
ca. 366 Seiten
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Archibald Floyd verwöhnt und kümmert sich, nach dem frühen Tod seiner über alles geliebten Frau, ausgiebig um seine Tochter Aurora. Nach einem hässlichen Streit schickt er Aurora auf eine Pariser Privatschule. Als sie nach einem Jahr zurück auf den Landsitz ihres Vaters kehrt, hat sich die schwarzäugige Schönheit verändert. Trotz aller Bemühungen sich in das gesellschaftliche Leben einzufügen, hängt über Aurora ein dunkles Geheimnis aus ihrer Pariser Zeit. Sie will mit niemandem darüber sprechen und so verliert sie nicht nur ihren Verlobten, sondern wird obendrein verdächtigt eine Mörderin zu sein.

Dieser Krimi ist ein britischer Roman aus dem Jahr 1863 und spielt in ebendieser Epoche. Damit ist dieses Buch ein Klassiker und ermöglichte mir nicht nur eine authentische Reise in das viktorianische Zeitalter, sondern ließ dieses auch mit all seinen Eigenheiten wieder auferstehen.
Diese Geschichte ist somit logischerweise kein typisch moderner Krimi, in dem haufenweisen Blut fließt und super ausgebildete Polizisten auf Mörderjagd gehen. Hier spiegelt sich realistisch die Welt um 1860 wider.
Das Kernthema ist die persönliche Tragödie von Aurora Floyd. Dabei wurden gesellschaftliche Tabuthemen der damaligen Zeit verarbeitet. Was uns heutzutage kaum mehr ein müdes Lächeln entlocken würde, konnte damals einen handfesten Skandal, ja sogar das gesellschaftliche Ansehen für immer ruinieren.
Der personale Erzähler führte durch die gesamte Geschichte. Zu Beginn beschäftigte er sich ausgiebig mit der Familiengeschichte Auroras, um dann zu dem Punkt zu gelangen, an dem sie nach Paris geschickt wurde. Dieses Auslandsjahr verlief, für mich als Leserin, ungewiss und wurde vom personalen Erzähler gekonnt übersprungen. Er erzählte nicht nur die Begebenheiten, beleuchtete Zusammenhänge, brachte einige vergangene Ereignisse immer wieder in Erinnerung, nein, er wandte sich auch selbst an mich. So als säße ich dem Erzählenden bei einer Tasse Tee gegenüber. Dies erzeugte eine ganz eigne Atmosphäre und ließ mich tief in dieses vergangene Jahrhundert abtauchen.
Der Schreibstil war recht flüssig, durch ungewohnte Begrifflichkeiten war er stellenweise etwas zäher geworden, nahm aber rasch wieder Fahrt auf. An dieser Stelle möchte ich auch erwähnen, dass die Übersetzerin, Anja Marschall, eine wirklich gute Arbeit geleistet hat. Die Art zu reden und zu schreiben war früher ganz anders und dennoch gelang es Anja Marschall der Geschichte ihren Ursprung zu lassen, aber so, dass ich mich nicht von dem Text überfordert fühlte. Am Ende des Buches gab es auch eine Seite mit Erläuterungen, die mir einige Begrifflichkeiten näherbrachten.
Am Anfang fiel es mir etwas schwer in die Geschichte zu kommen. Dafür habe ich einfach zu lange keine Krimis dieser Art mehr gelesen. Dennoch war die Story von Beginn an unterhaltsam und interessant.
In insgesamt 39 Kapiteln folgte die Handlung überwiegend Aurora, aber auch andere Personen wurden hin und wieder mit einbezogen, teilweise in Begegnung mit der Protagonistin, manchmal ohne. Die einzelnen Kapitel hatten eigene Titel, die den Hauch einer Vorahnung auf die kommenden Szenen heraufbeschworen.
Das große Geheimnis, welches Aurora um ihre Vergangenheit machte, schwebte über der Geschichte wie eine dunkle Wolke. Stets wollte ich wissen, was denn so fürchterlich gewesen sein kann, dass sie beharrlich schwieg und dafür jede Menge Unannehmlichkeiten in Kauf nahm. Dabei war der Mord eher ein Nebenprodukt, denn der Fokus lag auf der allgemeinen Gesellschaft. Mit vielen klugen Worten und klar skizzierten Beschreibungen brachte Mary Elizabeth Braddon die Probleme und Ansichten der damaligen Zeit auf den Punkt. Dabei beleuchtete sie ausgiebig wie und vor allem warum es zu solchen Dramen überhaupt kommen konnte.
Ab etwa der Hälfte des Romans stieg die Spannung spürbar an und nahm ab da auch nicht wieder ab. Die Autorin hatte schon zu Beginn reichlich kleine, sehr gut versteckte Hinweise hinterlassen, die mir erst so richtig am Ende des Buches entgegen leuchteten.
Obwohl ich nicht wollte, zweifelte ich hier und da an Aurora und schwankte oft, bezüglich des Mörders.
Dieser Roman war keineswegs darauf ausgelegt die morbide Neugier des Lesers zu befriedigen, sondern eher dahingehend die Fallstricke unserer Entscheidungen und deren Konsequenzen aufzuzeigen. Dieser klug ausgearbeitete Krimi hat es mit sehr angetan und begeistert mich auch im Nachhinein.

Fazit: Eine tolle Gesamtkomposition aus gesellschaftlichen Zwängen, Skandalen und die Reise zurück ins viktorianische Zeitalter. Mit feiner Spannung und viel klugen Beobachtungen gespickt, ist dieser Klassiker sicher nicht jedermanns Geschmack. Mir hat der Krimi ausgezeichnet gefallen und ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich traut einen etwas schwierigen Einstieg ins Buch zu bezwingen, um im Anschluss mit einem tollen und sehr geistreichen Roman belohnt zu werden.


Vielen Dank an den Dryas Verlag für das Rezensionsexemplar
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

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Kälter als die Angst: Kriminalroman von Christine Drews https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/12/29/kaelter-als-die-angst-kriminalroman-von-christine-drews/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/12/29/kaelter-als-die-angst-kriminalroman-von-christine-drews/#comments Sat, 29 Dec 2018 09:00:48 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=2773 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: ZERO Werbeagentur, München

erschienen bei Bastei Lübbe
Veröffentlicht am 21. Dezember 2018
ca. 300 Seiten
Teil 5 der Reihe Charlotte Schneidmann und Peter Käfer
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Die Mieter des Hauses Tulpenweg 81 in Münster bekommen seltsam gereimte Drohbriefe. Alle ignorieren diese, doch die frisch zugezogene Katrin Ortrup hat ein schlechtes Gefühl bei dieser Sache. In ihrer Verzweiflung beschließt Katrin sich an eine ihr vertraute Kommissarin zuwenden, Charlotte Schneidmann. Diese muss nach einer Verletzung im Innendienst arbeiten und freut sie sich somit über diesen kleinen, nicht offiziellen, „Fall“.
Unterdessen ermittelt ihr ehemaliger Partner Peter Käfer in einem grausamen Mord. Obwohl alles nach einer Beziehungstat aussieht, bereiten den Kommissar die Drohbriefe, welches das Opfer erhalten hatte, Kopfzerbrechen. Ist es womöglich doch ganz anders, als es den Anschein hat?

Neugierig durch den Klappentext geworden, war ich gespannt auf diesen Krimi. Der Aufbau des Buches war sehr interessant gestaltet worden. Manche Kapitel trugen Datumsangaben, wodurch ich als Leser ein Gefühl für den Zeitraum der folgenden Handlungen erhalten hatte. Innerhalb des Buches wechselte die Erzählweise zwischen dem Ich-Erzähler und dem personalen Erzähler.
Die Ich-Perspektive gehörte augenscheinlich dem oder den Mördern. So gab es nicht nur hin und wieder einen kurzen Blick auf einen aktuellen Täter und dessen Gefühlszustand, sondern es gab noch eine Art zweites Buch innerhalb des Krimis. Dieser wurde wie ein Ratgeber zum Kernthema „Vermeidung von Aggressionen“ geschrieben. Darin erzählte ein verurteilter Mörder, wie es zu seinem Verbrechen kommen konnte und welche Präventionsmaßnahmen jeder einzelne ergreifen kann, ohne in denselben Abgrund zu steigen.
Insgesamt aber überwog der personale Erzähler. Innerhalb der einzelnen Kapitel begleitete ich mehrere Personen bei ihren Tätigkeiten oder Gedankengängen. Durch die aktive Einbindung der Figuren Peter Käfer, Charlotte Schneidmann und Katrin Ortrup bekam ich eine viel größere Gesamtübersicht über die Komplexität des Krimis. Dies führte vor allem zu überraschenden und unvorhergesehenen Wendungen.
Der Schreibstil war angenehm flüssig und hielt sich nicht mit exzessiven Beschreibungen von Interieur und Settings auf. So blieb ich immer sehr gut im Lesefluss und die Spannung steigerte sich mit jeder Seite ein kleines Stückchen mehr.
Ein weiterer Pluspunkt für mich war, dass trotz der sehr brutal ausgeführten Tat das Buch insgesamt relativ blutleer blieb und dadurch auch für ängstliche Leser gut geeignet ist.
Christine Drews sorgte für allerlei Fallstricke und lockte mich oft auf falsche Fährten. Einige Details wirkten auf den ersten Blick ein bisschen unscheinbar, aber am Ende waren sie wichtig für das Gesamtbild. Hier hatte aber Christine Drews immer darauf geachtet, dass der Faden immer wieder neu aufgenommen wurde, sodass ich nie den Überblick über die Handlungen und Geschehnisse verlor.
Der Aufbau der Geschichte war logisch und konsequent. Wenngleich auch relativ viele Figuren vorkamen, ich konnte sie alle sehr gut auseinanderhalten. Jede Figur war gut durchdacht ausgearbeitet worden und alle hatten einen hohen Wiedererkennungswert.
Das Setting war ausgesprochen glaubwürdig und es war interessant wie die Autorin die Stadt Münster hervorgehoben hat. Das hauchte der Geschichte viel Glaubwürdigkeit ein, sodass ich mir gut vorstellen konnte, dass es so oder so ähnlich durchaus passieren könnte.
Was mir auch sehr gut gefallen hatte war, dass in diesem Buch auch ermittlungsrelevante Details sowie gerichtsmedizinische Fakten verwendet worden sind. Es war ganz klar herauszulesen, dass sich die Autorin mit realen Ermittlungsmethoden befasst hatte. Das verlieh diesem spannenden Kriminalroman eine ganz besonders authentische Note.
Dieses Buch ist schon der fünfte Fall für Charlotte Schneidmann und Peter Käfer. Ich kenne noch kein Buch aus dieser Reihe, konnte aber ohne Probleme den Handlungen folgen. Um die Geschichte verstehen zu können waren keinerlei Vorkenntnisse notwendig. Auch hatte ich nicht das Gefühl, dass mir irgendwas innerhalb der Interaktion zwischen Charlotte Schneidmann und ihrem Kollegen Peter Käfer fehlte. Alle wichtigen und relevanten Details hatte Christine Drews noch einmal für unwissende Leser hinzugefügt. An manchen Stellen schimmerte eine gemeinsame Vorgeschichte durch, allerdings war sie so zart angelegt, dass mir persönlich beim Lesen nichts gefehlt hat.

Fazit: Ein von Anfang bis Ende interessanter Krimi, der spannend, aber nicht übermäßig brutal oder blutig war. Hier war alles stimmig und übersichtlich aufgebaut worden. Authentische Details rund um die Ermittlungsarbeit der Polizei und labortechnischen Untersuchungen verliehen diesem Kriminalroman eine ganz besondere Atmosphäre.


Vielen Dank an Bastei Lübbe für das kostenfreie Rezensionsexemplar und an Netzwerk Agentur Bookmark für die Vermittlung
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

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Bienenkiller. Küsten-Krimi von Nick Stein https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/12/19/bienenkiller-kuesten-krimi-von-nick-stein/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/12/19/bienenkiller-kuesten-krimi-von-nick-stein/#comments Wed, 19 Dec 2018 13:00:52 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=2705 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: 2018 Klarant GmbH

erschienen im Klarant Verlag
Veröffentlicht am 16. November 2018
ca. 200 Seiten
Band 2 der Reihe Lukas Jansen ermittelt
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Lukas Jansen ist Polizeischüler und darf mit Onno Asmus, seines Zeichens Polizeimeister, auf Streife gehen. Dabei sollen sie einen Unfallort als Erste absichern. Was auf den ersten Blick wie Selbstmord aussieht, irritiert dann doch Lukas Jansen. Als dann noch seine Freundin Lisa Seeler, Mitglied der Spurensicherung, von einer zehn Jahre alten Leiche mit ähnlichem Namen und identischen Job wie das Opfer aus Lukas Einsatz berichtet, wittert der ambitionierte Student einen großen Fall. Obwohl er dazu nicht berechtigt ist, recherchiert er auf eigene Faust mit seiner Freundin in den beiden Fällen.

In diese Geschichte kam ich nur sehr schwer. Das lag vor allem an dem Protagonisten Lukas Jansen. Er war mir durch und durch unsympathisch, was durch seine eigenen Schilderungen der Ereignisse und seiner Gedanken verstärkt wurde. Sein blasiertes Gehabe stieß mir leider sehr oft, sehr sauer auf. Lukas ist so von sich selbst überzeugt, dass es schon arrogant rüberkam. Auch scherte sich der Protagonist um nicht allzu viele Regeln. Er trinkt Alkohol im Dienst, schwänzt die Uni mehr, als dass er da ist und spricht schlecht von seinen Eltern. Warum? Das erschloss sich mir bis zum Ende nicht. Dabei hätte hier der Autor ruhig etwas mehr für das Verständnis ins Detail gehen können.
Generell hat mich der Krimi leider nicht komplett überzeugen können. Zwar hat Nick Stein zwei interessante Fälle konzipiert, aber durch Lukas Beschreibungen alltäglicher Nichtigkeiten wurde die Spannung immer wieder gedämpft.
Die Rahmenhandlung, welche Bezug auf landwirtschaftliche Probleme hatte, war gut durchdacht und hatte auch einen mahnenden Wert. Wenn jetzt ein bisschen mehr Dynamik in den Handlungen und Szenen gewesen wäre, dann hätte mich die Geschichte durchaus mitreißen können.
Insgesamt war der Aufbau der Geschichte schlüssig, an einer Stelle am Anfang war ich jedoch unsicher, ob nach so langer Zeit solche eindeutigen Spuren unter diesen Bedingungen zu finden sein könnten.
Der Schreibstil wurde durch den Protagonisten geprägt, ich hatte schon das Gefühl, dass Lukas als reale Person sich so verhalten, sprechen und denken könnte.
Das Buch war flüssig zu lesen und es wurde auch viel auf die Umgebung eingegangen. Manche kurz umrissenen Orte, wie beispielsweise Hohwacht, habe ich selber schon mal besucht, daher hatte ich eine gute Vorstellung von den Settings. Auch passten sie gut zur Rahmenhandlung und verliehen diesem Krimi einen realistischen Anstrich.

Fazit: Ein Krimi, der mich nicht komplett überzeugen konnte. Die zwei Fälle waren interessant, auch mit dem ernsten Hintergrund des aktuellen und akuten Bienensterbens. Die Umsetzung jedoch hat mir nicht gut gefallen und Lukas war die meiste Zeit für mich ein unbequemer Protagonist.


Vielen Dank an den Klarant Verlag für das Rezensionsexemplar
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

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Friesenstrand. Ostfrieslandkrimi von Sina Jorritsma https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/11/14/friesenstrand-ostfrieslandkrimi-von-sina-jorritsma/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/11/14/friesenstrand-ostfrieslandkrimi-von-sina-jorritsma/#comments Wed, 14 Nov 2018 13:00:51 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=2623 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: 2018 Klarant Verlag

erschienen im Klarant Verlag
Veröffentlicht am 15. OKtober 2018
ca. 200 Seiten
Band 10 der Reihe „Mona Sander und Enno Moll ermitteln“
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Eine junge Frau wird erwürgt am Strand von Borkum aufgefunden. Die eingespielten Kriminalisten Mona Sander und Enno Moll ermitteln in dem Fall, der nur auf den ersten Blick vielversprechend einfach aussieht. Stattdessen ist schon allein das Opfer sehr undurchsichtig und auch der Kreis der Verdächtigen wird schnell größer. Doch dann geht alles ganz schnell, ein Verdächtiger wird festgesetzt. Mona glaubt, dass es zu leicht war. Mit ihrem Kollegen vergräbt sie sich erneut in den Fall und stolpert über seltsame Verbindungen.

Vor der malerischen Kulisse der ostfriesischen Insel Borkum wurde ein interessanter Krimi konzipiert. Der personale Erzähler geleitete mich durch diese Geschichte, ohne Blutvergießen und Gewalt, mit Ausnahme der Ermordung des weiblichen Opfers.
Der Fokus lag ausschließlich auf der Kommissarin Mona Sander. Mit ihr erfuhr ich alle relevanten Details zu dem Fall und erlangte darüber auch Kenntnisse über das weitere Vorgehen des Duos. Die Ermittler waren mir beide sympathisch.
Enno Moll zeichnete eine ruhige Art aus und war damit ein angenehmer Ausgleich zu seiner stürmischen Kollegin. Die berufliche Verbindung der Zwei war glaubwürdig dargestellt worden und es war zu merken, dass sie schon eine Weile miteinander arbeiteten. Obwohl es sich hier schon um den zehnten Fall der beiden Ermittler handelte, war die Geschichte sehr gut ohne Vorkenntnisse lesbar. Hin und wieder wurde erwähnt, dass bestimmte Inselbewohner die Kommissare schon aus früheren Ermittlungen kannten. Der Hinweis diente jedoch lediglich dazu, dass Mona und Enno sich nicht jedes Mal von neuem vorstellen mussten. Dies hatte wieder rum den Nebeneffekt, dass ich nicht mit Wiederholungen gelangweilt wurde und auch nicht auf die vorherigen Bände gespoilert wurde.
Die spannenden Ermittlungen mit reichlich unvorhergesehenen Wendungen hatten ein ostfriesisches Flair, sodass mein Adrenalinpegel zwar nicht in die Höhe schoss, der Unterhaltungswert aber auf einem hohen Niveau gewesen war.
Die Jagd nach dem Mörder war vielschichtig und auch der Täter selber blieb geschickt innerhalb des Werkes verborgen. Erst mit der Auflösung des Falles wusste ich wirklich von wem und weshalb das Opfer ermordet wurde. Bei der Aufklärung hat die Autorin dafür gesorgt, dass alle zuvor gesammelten Puzzlestücke sich nahtlos ineinanderfügten und ein Gesamtbild ergaben.
Generell waren die Handlungen logisch und konsequent aufgebaut, was den Lesefluss zu einem reißenden Strom gemacht hatte.
Sina Jorritsmas Schreibstil war fließend, sehr gut verständlich und bildlich ausformuliert. Auch wenn ich persönlich noch nie auf Borkum war, konnte ich mir die Schauplätze der Interaktionen sehr gut vorstellen.

Fazit: Ein gemütlicher und doch spannender Inselkrimi, der mit einer schönen Umgebung und sympathischen Protagonisten aufwarten konnte. Für alle geeignet, die es gern packend, aber nicht unnötig grausam und blutig mögen.


Vielen Dank an den Klarant Verlag für das Rezensionsexemplar
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

Link zum Erwerb des Buches

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Tot im Winkel: Cosma Pongs ermittelt von Ella Dälken https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/08/25/tot-im-winkel-cosma-pongs-ermittelt-von-ella-daelken/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/08/25/tot-im-winkel-cosma-pongs-ermittelt-von-ella-daelken/#comments Sat, 25 Aug 2018 08:00:02 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=2283 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: 2018 Wilhelm Heyne Verlag

erschienen im Heyne Verlag
Veröffentlicht am 09. Juli 2018
ca. 384 Seiten
Cosma-Pongs-Reihe, Band 2
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Cosma Pongs ist mit Leib und Seele eine Hobby-Krimiautorin. Dank ihrer Spürnase kann sie gemeinsam mit ihrer WG im selben Hotel wie die Düsseldorfer Kriminalpolizei einchecken. Diese wollen einen Profilingworkshop durchführen und Cosma ist sich sicher, etwas wird da gesehen. Das fühlt sie in ihrem kleinen Finger. Ihren Aufenthalt tarnt die Autoren WG mit der Begründung ein Schreibwochenende machen zu wollen. Sehr zum Unmut von Cosmas Tochter Paula. Sie ist nämlich Kriminalhauptkommissarin und Teilnehmerin des angekündigten Workshops. Das ihre Mutter etwas im Schilde führt, sieht ihr Paula an der Nasenspitze an.
Und dann geschieht das Unglaubliche. Einer der Teilnehmer stürzt vom Balkon und stirbt an den Folgen. Für Cosma ist klar – das war Mord. Doch wie soll sie recherchieren, wenn Paula sie ständig daran hindert?

Eins vorweg, ich habe nie einen witzigeren Krimi als diesen gelesen. „Tot im Winkel“ ist der zweite Teil der „Cosma Pongs – ermittelt“ Reihe und kann komplett ohne Vorkenntnisse vom ersten Teil gelesen werden. Den ersten Teil kenne ich leider auch noch nicht. Aber das wird sich definitiv ändern.
Erzählt wurde die Geschichte sowohl in der ich-Form als auch in der dritten Person. Stilecht zur Reihe „Cosma Pongs ermittelt“ erzählte die rüstige Rentnerin selbst wie sie mit ihrer Krimiautoren – WG ermittelte. Denn wer wäre Cosma Pongs, wenn sie das Erzählen des Falles jemand anderen überlassen würde?
Dafür musste Paula ihre Sicht der Dinge vom personalen Erzähler berichten lassen. Die Idee die Geschichte so aufzubauen, fand ich wirklich klasse. Besonders angetan hatten es mir die kurzen Kapitel. So hatte ich stets und ständig die Ausrede „ach, ein Kapitel kann ich ja noch schnell lesen“. Zu Beginn eines jeden Kapitels stand der Name der aktuell ermittelnden Person und ein Kapiteltitel. Dieser wurde dann raffiniert im Kapitel eingearbeitet, sodass ich irgendwann anfing mich schon beim Titel auf die nachfolgenden Zeilen zu freuen.
Die Art der Autorin diesen Krimi zu schreiben hatte mir super gut gefallen. Sie hatte ein feines Gespür für einen locker, leichten und dennoch spannenden Schreibstil, der mit viel Situationskomik ausgestattet war. Dabei wirkte es aber nicht gestellt oder gar lächerlich, sondern trieb mir ein fröhliches Grinsen ins Gesicht. Ein Krimi die gute Laune machte und dann auch noch herrlich viele Bezugspunkte zu alten Krimiklassikern wie Miss Marple hatte. Denn, und das fand ich klasse umgesetzt, Cosma Pongs ist großer Fan der guten alten Lady.
Hier harmonierte jedes Detail und bildet ein tolles Gesamtwerk, dass es eine wahre Freude war dieses Buch zu lesen. Und ein großes Elend für mich, als das Buch zu Ende war. Ich möchte einfach viel mehr von Cosma und ihrer coolen „Ermittlertruppe“ lesen. Denn sie sind alles Unikate. Ihre Eigenschaften wurden exzellent ausgearbeitet und ich konnte mir alle lebhaft vorstellen. Vor allem Eddi mit seinem herrlichen Dialekt hatte mich ganz verzaubert.
Aber auch Paula Pongs war mir sympathisch. Sie ist eine ehrgeizige Ermittlerin, die es nicht leicht mit ihrer übereifrigen Mutter hat. Dabei ist Paula genauso hartnäckig wie Cosma, auch wenn sie den Vergleich nicht besonders gerne hat. Auch ihr Partner Walter ist ein toller Typ. Seine große Leidenschaft ist das Backen und das wurde auch öfter in der Geschichte thematisiert.
Der Hauptschauplatz war ein einsames Hotel, dass von einem Moor umringt war. Hier stürzt der Profiler der Düsseldorfer Kriminalpolizei vom Balkon in den Tod. Und ein Unwetter sorgt dafür, dass sowohl Cosma und ihre WG als auch das Polizeiteam samt Hotelangestellten und Leiche festsitzt. Obwohl sich die gesamte Geschichte fast ausschließlich in den Räumlichkeiten des Hotels abspielte, war mir nicht eine Sekunde langweilig.
Ella Dälken legte viele Fallsticke aus, wie Hänsel seine Krümel und ich habe sie alle begierig aufgesammelt. Wie oft ich in diesem Krimi meine Meinung über den vermeintlichen Täter geändert habe, mag ich gar nicht erzählen. Denn das ist mir noch nie passiert. Und das schlimme? Am Ende lag ich falsch. Obwohl ich den Mörder sogar schon in meinen Überlegungen mit einbezogen hatte. Allerdings mit einem total falschen Motiv. Denn in diesem Krimi ist nichts wie es scheint, jeder hätte ein Motiv, denn der Tote war alles andere als beliebt. Hier gab es jede Menge Hass, Eifersucht, Intrigen und Geheimnisse.
Der Aufbau der Geschichte war logisch sowie chronologisch. Auch fürs Herz war etwas dabei. Die leichte Liebelei zwischen dem Doc und Paula war nicht zu aufdringlich und doch wirklich erfrischend spritzig. Davon könnte ich immer mehr lesen.

Fazit: Diesen Krimi kann ich wirklich jedem empfehlen. Er kommt ohne blutige Details aus, ist ein wahrer Stimmungsaufheller und spannend bis zur letzten Seite.


Vielen Dank an den Ella Dälken für das signierte Rezensionsexemplar und an Netzwerk Agentur Bookmark für die Vermittlung
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

Link zum Erwerb des Buches

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Schandpfahl von Stefan Barz https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/08/18/schandpfahl-von-stefan-barz/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/08/18/schandpfahl-von-stefan-barz/#comments Sat, 18 Aug 2018 08:00:48 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=1982 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: KBV Verlags- und Mediengesellschaft mbH

erschienen im KBV Verlag
Veröffentlicht am 02. September 2014
dritte Auflage
ca. 232 Seiten
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Eigentlich weiß Jan Grimberg gar nicht so genau, was er im Leben will. Aktuell macht er eine Polizeiausbildung und beginnt nun seine Einarbeitungsphase in Euskirchen. Dabei geht es gleich hoch her, denn im Freilichtmuseum in Kommern wurde ein Mann am Pranger gefesselt aufgefunden. Vor seinem Tod wurde er stundenlang gequält. Gemeinsam mit seinem aktuellen Mentor Kommissar Steiner soll Jan in dem Fall ermitteln. Doch der sehr unsympathische Ralf Steiner macht es dem Neuen extrem schwer und dann schlägt der Mörder wieder zu…

Erzählt wurde die Geschichte ausschließlich mithilfe der dritten Person. Die einzelnen Kapitel sind mit einem Datum versehen, sodass innerhalb des jeweiligen Kapitels ein Tag erzählt wurde. Das hat mir richtig gut gefallen, da ich immer den Überblick behalten habe. In den einzelnen Kapiteln kamen mehrere Personen vor. Neben dem Protagonisten konnte ich unter anderem auch kurzzeitig dem Mörder, den Opfern, anderen beteiligten Personen oder auch mal Ralf Steiner über die Schulter sehen.
Die Handlungen bauten sich logisch und chronologisch ineinander auf, auch hatte Stefan Barz dafür gesorgt, dass mir als Leser möglichst viele Blickwinkel eröffnet wurden. Jetzt komme ich leider zu einem großen aber. Da es relativ viele Nebenschauplätze gab, waren mir die Figuren mitunter ein bisschen farblos. Auf rund zweihundertdreißig Seiten waren einfach zu viele Personen mit ihren Gedanken und kurzen Handlungssträngen involviert. Manchmal war mir nicht ganz klar, warum ausgerechnet diese Person ein paar Szenen oder manchmal nur eine Szene gegönnt worden ist. Die Geschichte hätte auch ohne sie erzählt werden können. Hinzu kam, dass manche Verhaltensweisen einzelner Figuren für mich nicht immer schlüssig und nachvollziehbar waren. Da hätte ich mir mehr Erklärung gewünscht.
Beim Protagonisten Jan Grimberg viel es mir sehr schwer eine Verbindung aufzubauen. Mit seinem ständigen Gejammer, ob der Job nun das richtige für ihn sei oder nicht, hatte er massiv an meinem Nervengerüst gerüttelt. Seine Selbstzweifel nahmen manchmal wirklich überhand und ich hätte ihn so manches Mal furchtbar gerne durchgeschüttelt. Dabei war er mir mit seiner Leidenschaft für die Philosophie durchaus sympathisch. Auch das er sich lieber mit weniger alltäglichen Dingen beschäftigt, hat mich gar nicht gestört, sondern verlieh der Figur Charakter. Natürlich wurde durch Jans Wesen das Extrem Ralf Steiner exzellent verdeutlicht. Trotzdem bin ich mit dem Protagonisten nicht richtig warm geworden.
Der Schreibstil war flüssig und mit einem angenehmen feinen bissigen Humor versehen. Mehr als einmal habe ich schmunzeln müssen, was die ganze Szenerie immer aufgelockert hatte. Die Beschreibungen der einzelnen Szenen waren bildlich und es gab einige Spannungsbögen. Insgesamt würde ich den Krimi eher in die gemütlichere Kategorie einordnen, denn der Autor verstand die blutrünstigen Szenen auf ein Minimum zu beschränken.
Ein bisschen schade fand ich das Ende. Der Mörder war wirklich gut in der Geschichte getarnt worden, aber das Jan Grimberg nun ganz plötzlich eine Eingebung hatte, weil er ein Buch seines Lieblingsphilosophen zur Hand nahm, war ein wenig unglaubwürdig. Die Auflösung war mir dann zu schnell abgehandelt worden, das hätte ich mir ein bisschen eleganter gewünscht. Dennoch hat mich der Krimi gut unterhalten und war auch spannend zu lesen. Mit geschickt ausgelegten Hinweisen hatte der Autor es locker geschafft mich bei Laune zu halten und mich zur Anstellung von Vermutungen zu verleiteten.

Fazit: Ein solider Debütkrimi mit einem interessanten Fall. Leider konnten mich die Figuren nicht gänzlich überzeugen, aber das Buch schafft es zu unterhalten.


Vielen Dank an den Stefan Barz für das signierte Buch. Ich habe es im Zuge einer Buchverlosung bei Lovelybooks gewonnen.
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

Link zum Erwerb des Buches

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