Historischer Roman | Mo und die Macht der Buchstaben https://mounddiemachtderbuchstaben.de Wed, 03 Jul 2019 19:13:23 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.3 Tigerlilie (The Wayward Gentlemen 1) von Ivy Paul https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/07/08/tigerlilie-the-wayward-gentlemen-1-von-ivy-paul/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/07/08/tigerlilie-the-wayward-gentlemen-1-von-ivy-paul/#comments Mon, 08 Jul 2019 12:00:57 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=3827 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: Sabrina Dahlenburg

erschienen bei Independently published
Veröffentlicht am 12. April 2019
ca. 265 Seiten
Band 1 der Reihe „The Wayward Gentlemen“
überarbeitete und erweiterte Neuauflage der Verlagsversion von 2012
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Als Earl of Munthorpe hat Christopher Drysdale ein ganz besonderes Anliegen. Dass er dabei vom britischen Adel misstrauisch beäugt wird, interessiert ihn kein bisschen. Nur ist sein Vorhaben mit seinem skandalösen Ruf nicht so einfach. Er will unbedingt Anna Whitley heiraten. Die ist alles andere als erfreut über diesen Antrag und findet das Angebot, welches Christopher ihr zur Ehe anträgt, eine Frechheit sondergleichen.
Doch eine Notlage lässt sie ihre Situation überdenken. Wird sie sich auf den geheimnisvollen Christopher einlassen können, ohne dabei ihre Prinzipien zu verraten?

Der Einstieg in die Geschichte viel mir leicht und ich fand es sehr spannend, Anna bei ihrem Debüt im Adelskreis begleiten zu dürfen. Dann machte die Handlung einen Sprung von rund fünf Jahren. Der Übergang war Ivy Paul sehr gut gelungen und sie fasste die Ereignisse der vergangenen Jahre geschickt zusammen.
Obwohl der personale Erzähler durch die Handlungen führte, ruhte der Fokus sowohl auf Anna als auch auf Christopher. Den Großteil jedoch begleitete ich Anna.
Mir war die junge Frau sehr sympathisch. Trotz strenger Erziehung und dem Bestreben über jeden Zweifel erhaben zu sein, hatte sie ein gutes Herz und einen wachen Verstand. Annas Schlagfertigkeit gegenüber Christopher war erfrischend. Ihre Entwicklung fand ich authentisch und ich fand es klasse, dass Anna sich im Kern dennoch selber treu blieb.
An Christopher wusste ich seine Ehrlichkeit zu schätzen, allerdings trieb er mich mit seinen Geheimniskrämereien manchmal zur Weißglut. Ein typischer Mann eben. Alles schön mit sich selber ausmachen. Dafür hatte er jedoch auch oft die Quittung bekommen und das gefiel mir sehr gut. Beeindruckend war, dass Christopher durchaus auch in der Lage war sich seine Fehler einzugestehen. Also alles in allem ein sehr sympathischer Mann.
Durch den fesselnden Schreibstil gelang es Ivy Paul eine spannende Geschichte, zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, zu entfalten. Dabei beschrieb sie wunderbar detailliert das Regency Zeitalter und der sozialgeschichtliche Rahmen war eindrucksvoll ausgearbeitet worden. Mir fiel es leicht, in diese Zeit abzutauchen und vor meinem inneren Auge erwachten die Szenen zum Leben. Vor allem die detaillierten Beschreibungen von Kleidungsstilen, Sitten und Umgebungen waren lebendig und authentisch.
Die Spannungsbögen waren faszinierend angelegt worden, mal trieben Geheimnisse, mal hitzige Wortgefechte und ein anderes Mal gefährliche Umstände die Spannung in die Höhe. Mir gefielen an den Kapitelanfängen die Zitate sehr, sie passten perfekt zu den kommenden Handlungen.
Der Aufbau der Geschichte war konsequent und logisch, überraschende Wendungen fesselten mich immer mehr an die Geschichte. Sehr gut fand ich auch die schön verpackte Gesellschaftskritik. Auch heute noch gibt es genug bornierte Menschen, die glauben, dass nur sie allein das Maß der Dinge sind. Die Umsetzung war Ivy Paul geglückt und zeigte auf, dass wir alle nur mit heißem Wasser kochen.
Das Knistern zweier Menschen, die sich gegenseitig anziehen, war spürbar und regelmäßig stoben regelrecht die Funken. Die erotischen Szenen waren minimalistisch und leicht angelegt, dennoch voller Hingabe und ansprechender Beschreibung. Oftmals wurde sanft ausgeblendet, sodass sich diese Geschichte schön ins Regency Romance Genre eingliederte.

Fazit: Eine turbulente Liebesgeschichte zu einer Zeit, wo Sitte und Moral noch ganz anders bewertet wurde, als heute. Authentische Beschreibungen des Lebens um 1819 rundeten das Buch zu einem schönen und unterhaltsamen Roman ab.

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Der Mann, der nicht mitspielt: Hollywood 1921: Hardy Engels erster Fall von Christof Weigold https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/06/10/der-mann-der-nicht-mitspielt-hollywood-1921-hardy-engels-erster-fall-von-christof-weigold/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/06/10/der-mann-der-nicht-mitspielt-hollywood-1921-hardy-engels-erster-fall-von-christof-weigold/#comments Mon, 10 Jun 2019 12:00:53 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=3582

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© Cover: akg-images / © Rudolf Linn

erschienen bei Kiepenheuer&Witsch
Veröffentlicht am 15. Februar 2018
ca. 630 Seiten
Hollywood – Hardy Engel ermittelt, Band 1
erhältlich als Taschenbuch, gebundenes Buch, Hörbuch und eBook

Hardy Engel wäre lieber Schauspieler und Komiker, statt ein Privatdetektiv. Aber ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss, um in Hollywood im Jahre 1921 überleben zu können.
Ein, auf den ersten Blick, einfacher Auftrag treibt jedoch Hardy Engel ganz schnell immer tiefer in die Filmbranche mit ihrer scheinbar heilen Welt.
Ein großer Skandal kündigt sich an und mittendrin steht Hardy Engel, der wie besessen ermittelt und schon bald um sein eigenes Leben fürchten muss.

Der Einstieg in das Buch gefiel mir sehr gut und ich war sofort gefesselt von diesem unglaublich lebendigen Schreibstil. Er war schön flüssig und so bildgewaltig, sodass ich mitten in den Szenen war und mir alles hervorragend vorstellen konnte.
Die Schauplätze wurden anschaulich beschrieben und ich konnte die Atmosphäre der damaligen Zeit richtig spüren.
Hardy Engel schilderte seine Erlebnisse in dem typischen erzählerischen Charme der Goldenen Zwanziger selber und ich hatte sofort einen Draht zu ihm. Manchmal war Hardy ein bisschen geschwätzig, sodass manche Passagen ein bisschen an Spannung verloren, aber insgesamt herrschte immer ein stimmungsvolles Feeling.
Das Buch war voller feinem und intelligenten Wortwitzes, der so manches Mal mit rasantem Tempo in einer raffiniert konstruierten Szene gipfelte.
Mir war Hardy Engel durch und durch sympathisch. Ein Mann der Prinzipien hat und versucht sich selbst und seinen Werten treu zu bleiben. Auch beim größten Druck gab Hardy Engel nie klein bei. Nicht immer handelte er besonnen und vorausschauend, aber wer macht dies schon ständig?
Unterteilt wurde die Geschichte in vier schlüssige Teile und sie markierten jeweils einen Meilenstein innerhalb der Handlungen. Dies fand ich sehr gut durchdacht, da für mich alles übersichtlich blieb.
Der Fall von Hardy Engel war vielschichtig und immer wieder wurde ich auf falsche Fährten gelockt. Christof Weigold verstand es, Realität und Fiktion so perfekt miteinander zu verbinden, dass sich die Geschichte authentisch darstellte und ich immer das Gefühl hatte, genauso könnte es gewesen sein.
Das Christof Weigold sauber recherchiert hatte, steht dabei völlig außer Frage. Viele der damaligen Schauspieler kannte ich nicht. Noch nicht einmal vom Namen her. Von der Neugier angetrieben habe ich selber nach den genannten Persönlichkeiten geforscht. Natürlich wollte ich ein Gesicht vor Augen haben, aber mich interessierte auch deren Leben.
Ich kann dies übrigens nicht während des Lesens empfehlen, denn es besteht schon ein gewisser Grad an Spoiler Gefahr. Immerhin flossen historisch korrekte Ereignisse in dieses Buch mit ein.
Christof Weigold ließ mich hinter die Kulissen Hollywoods zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts schauen. Das war sehr interessant, vor allem wie die Filmbranche damals gearbeitet hat. Und der Autor hatte auch perfekt ausgearbeitet, was auch heute noch aktuell ist. Nichts ist, wie es scheint und Hollywood verleiht zwar allem Glanz, doch meistens nur an der Oberfläche.

Fazit: Ein Krimi, der es in sich hat und dem Leser eine spannende Zeitreise zurück in die Goldenen Zwanziger, zu einem der wohl spektakulärsten Fälle der damaligen Zeit, gewährt. Top recherchiert und spannend bis zum Schluss.

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Der Fall des lachenden Kranichs: Ein viktorianischer Krimi mit den Ermittlern des Sebastian Club von Sophie Oliver https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/04/10/der-fall-des-lachenden-kranichs-ein-viktorianischer-krimi-mit-den-ermittlern-des-sebastian-club-von-sophie-oliver/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2019/04/10/der-fall-des-lachenden-kranichs-ein-viktorianischer-krimi-mit-den-ermittlern-des-sebastian-club-von-sophie-oliver/#comments Wed, 10 Apr 2019 12:00:30 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=3168 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: Guter Punkt, München / © Foto: Monique Meier

erschienen im Dryas Verlag
Veröffentlicht am 12. März 2019
ca. 270 Seiten
Band 2 der Reihe „Die Ermittler des Sebastian Clubs“
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Liu Zhen tritt extra eine lange Reise an, um den Londoner Sebastian Club um Hilfe zu bitten. Seine Verlobte Lien Hu wurde in Honkong entführt und niemand ist in der Lage sie zu finden. Freddie Westbrook kennt Zhen von früher und so versteht es sich von selbst, dass die Gentlemen nach Hongkong reisen, um ihr detektivisches Können unter Beweis zu stellen.
Gleichzeitig sterben in London plötzlich auffällig viele Kriminelle und es geht ein seltsames Gerücht um. Die Rede ist von einer schwarzen Dschunke und einem Unterweltboss aus London, der finstere Geschäfte mit den Chinesen machen will.
Die Gentlemen sind äußerst beunruhigt und nach ihrer Rückkehr überschlagen sich in London plötzlich die Ereignisse ….

„Der Fall des lachenden Kranichs“ von Sophie Oliver ist der zweite Band der „Sebastian Club“ Reihe. Er kann aber völlig unabhängig zum Vorgängerband gelesen werden. Ich selber kenne den ersten Teil nicht und mir hat beim Lesen nichts gefehlt. Allerdings hatte mich Freddie Westbrook zu Beginn sehr überrascht, warum, das lest ihr am besten selber.
Das erste, was mich an dem Buch sofort angesprochen hatte, war die grün gehaltene Umschlaggestaltung. Ich finde den Farbton unglaublich frisch und insgesamt ist das Buch ein absoluter Hingucker für mich.
Auch das Innenlayout gefiel mir sehr gut. Der Scherenschnitt eines Gentlemans zu Beginn eines jeden Kapitels war eine schöne Idee, ebenso die jeweilige Ortsangabe, an denen die kommenden Handlungen spielen werden. So konnte ich mich innerhalb der Geschichte sehr gut orientieren, denn zu Beginn ermittelt der Sebastian Club auf zwei unterschiedlichen Kontinenten.
Während Doktor Pebsworth in London zurückblieb, reisten seine Kollegen nach Kolonialchina. Der Kontrast dieser zwei Schauplätze hätte nicht größer sein können. London mit seinem nasskalten Regenwetter stand im Gegensatz zum schwül warmen, fremdartigen China. So unterschiedlich beide Orte auch waren, so gründlich wurden sie dennoch ausgearbeitet. Hier zeigte sich deutlich, dass sich die Autorin intensiv mit der damaligen Zeit und den jeweiligen Verhältnissen vor Ort beschäftigt hatte.
Was mir sehr gut gefallen hatte, war die Tatsache, dass die Gentlemen erst nach Kolonialchina reisen mussten. Hier griff Sophie Oliver auch gleich die damals gängige Reiseroute auf, was nicht nur unfassbar interessant, sondern auch klasse durchdacht war. So konnte ich gemeinsam mit den Herrschaften das unbekannte China entdecken und in die fremde und exotische Welt eintauchen.
Bevor ich richtig mit dem Buch durchstarten konnte, wurde mir die chinesische Bedeutung des Kranichs erläutert, was ich sehr gelungen fand. Denn dies war sozusagen der Beginn des roten Fadens der Erzählung und konnte gut als erster Hinweis gewertet werden.

Insgesamt wurde die Geschichte vom personalen Erzähler geschildert, der jedoch mehrere Figuren, hauptsächlich die Mitglieder des Sebastian Clubs, beleuchtete. Hier kam besonders gut Sophie Olivers wandelbarer Schreibstil zum Ausdruck. Sie verstand es hervorragend die Geschehnisse so zu beschreiben, wie es die aktuell begleitete Figur mit seiner Erziehung und seinem Gesellschaftsstand auch wahrnehmen würde. So erweckte die Autorin den Geist des viktorianischen Zeitalters überzeugend wieder zum Leben.
Ich hatte das Gefühl Mitten in den beschriebenen Szenen des längst vergangenen Jahrhunderts zu stehen und die Welt von damals, durch die unterschiedlichen Menschen, auf vielfältige Weise wahrnehmen zu können. Dies wiederum war auch sehr wichtig, denn in dem Buch kamen viele Personen vor. Aber durch die lebendige Art des Erzählens konnte ich sie alle mühelos auseinander halten und dennoch als eigenständige Person die Zeit miterleben.
Durch die flüssige Schreibweise war es mir problemlos möglich den einzelnen Fäden der Geschichte zu folgen und mit den bildlichen Beschreibungen konnte ich mir alles sehr gut vorstellen.
Obwohl die Handlungen fiktiver Natur waren, hatte Sophie Oliver dennoch Originalschauplätze und wichtige Persönlichkeiten sowie Ereignisse der damaligen Zeit mit in die Geschichte integriert. Das Verlieh dem Ganzen unglaublich viel Authentizität und ließ mich voll ins Jahr 1895 abtauchen.
Der Aufbau der Geschichte war sehr ausgeklügelt und hinter jedem gelüfteten Geheimnis verbarg sich gleich das nächste Rätsel. Stück für Stück wurde das komplette Bild sichtbar und ich war fasziniert, welche verschlungenen Wege am Ende zum Ziel beschritten worden sind. Durch die unvorhergesehenen Wendungen entspann sich eine andauernde Spannung, die mich komplett an das Buch fesselte.
Übrigens, wer, so wie ich, an Geschichtsfakten interessiert ist, kann sich am Ende des Buches im Glossar einige interessante Informationen über die damalige Zeit aneignen.

Fazit: Ein authentischer viktorianischer Krimi, der sich so leicht und filigran wie ein Kranich lesen lässt und dabei sehr spannend ist.


Vielen Dank an den Dryas Verlag für das Rezensionsexemplar
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

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Therese – Eigentum des Grafen von Lisa Skydla https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/10/06/therese-eigentum-des-grafen-von-lisa-skydla/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2018/10/06/therese-eigentum-des-grafen-von-lisa-skydla/#comments Sat, 06 Oct 2018 08:00:15 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/?p=2366 *Werbung durch Verlinkung*

© Cover: Merlin Bookshop

erschienen im Merlin´s Bookshop
Veröffentlicht am 15. September 2018
ca. 373 Seiten
erhältlich als Taschenbuch und eBook

Am Wiener Hof hat der Rittmeister Graf Zoltán Andrasch Báthory eine leidenschaftliche Affäre mit der Gräfin Caroline von Hunyady. Sie ist die Hofdame der Kaiserin Elisabeth von Österreich und steht im Verborgenen auf Lustschmerz. Diesen kann ihr jedoch nur der Rittmeister schenken. Aber Caroline, kurz Lily genannt, möchte mehr. Da ihr Geliebter sie immer wieder zurückweist, ersinnt sie einen perfiden Plan. Als Hofdame und Vertraute der Kaiserin überredet Lily diese, Zoltán zu verheiraten. Doch ihr Plan misslingt. Denn Zoltán interessiert sich sehr wohl für die ihm zugewiesene Braut, Therese von Starhemberg, und hat nicht vor diese zu hintergehen. Lily sinnt nach Rache.

Schon zu Beginn schreibt die Autorin, dass es sich hierbei um keinen historischen Roman handelt. Per Definition ist dies aber einer, da es sich hier um ein fiktionales Werk mit Handlung in einer historischen Zeit handelt. Auch kommen historische Figuren vor. Daher fand ich die einleitenden Worte der Autorin sehr irritierend und dämpften schon ein bisschen meine Euphorie zu dem Buch. Denn der Klappentext hatte mich sehr angesprochen und ich hatte große Lust das Werk sofort zu lesen.
Der personale Erzähler schilderte die Ereignisse und die Emotionen der Protagonisten. Dabei gab es innerhalb der Kapitel keine klare Zuordnung wann der Erzähler welchem Protagonisten folgte. Es war bunt gemischt, was der Geschichte so jedoch keinen Abbruch tat. Allerdings blieb mir Therese zu farblos. Sie wurde als naive junge Dame, die aber gleichzeitig ein Wildfang sein sollte, dargestellt. Jedoch hatte ich von ihr einen ganz anderen Eindruck gewonnen und wurde einfach nicht warm mit ihr. Auch konnte ich ihre Handlungen teilweise einfach nicht schlüssig nachvollziehen.
Dagegen konnte ich einen guten Draht zu Zoltán finden. Die Autorin hat sich viel Mühe gegeben zu zeigen, was die ständigen ungerechtfertigten Ausgrenzungen von den Mitmenschen mit einem selber machen. Bei einem unverschuldeten Unfall wurde der Graf schlimm entstellt. Seitdem nennen ihn die anderen „Das Ungeheuer von Ungarn“. Dennoch lässt er seinen Frust nicht an seinen Untergebenen aus und ist ein gerechter Vorgesetzter. Auch seine unverrückbaren Grundeinstellungen zu bestimmten Themen hatten mir sehr gut gefallen.
Obwohl die Geschichte logisch und auch chronologisch aufgebaut wurde, war sie mir insgesamt zu fade. Am Anfang war es aufregend, weil ich wissen wollte, wie es dazu kam, dass Zoltán zwangsverheiratet wird und auch das erste Zusammentreffen mit seiner Braut fand ich spannend. Aber zwischendurch und leider auch danach plätscherte die Geschichte vor sich hin. Die Autorin verlor sich für meinen Geschmack ziemlich oft in ausschweifenden Beschreibungen von der Umgebung und einfachsten Handlungen. Auch die Flucht der Braut war mir persönlich ein bisschen zu kurz geraten und einfach zu schnell abgehandelt. Dabei hätten hier die Spannungselemente richtig schön durch die Decke gehen können. Ein bisschen mehr Zugkraft als die vorhergehenden Handlungen hatte diese Szenerie aber schon.
Danach flachte der Spannungsbogen wieder ganz schön ab, stieg dann aber auf den letzten rund neunzig Seiten wieder an. Und da hatte mich die Autorin wieder eingefangen. Hier fing die Geschichte um Therese und Zoltán an mir wieder Spaß zu machen. Endlich brach dann auch das Intrigenspiel besser hervor und machte so die kommenden Seiten wieder spannendender.
Die erotischen Szenen sind, anders als ich beim Klappentext vermutet hatte, eher spärlich gesät. Dafür waren sie aber leidenschaftlich und pietätvoll beschrieben worden. Alle Emotionen waren greifbar und gut nachvollziehbar gewesen.
Das Cover fand ich leider zur Geschichte nicht passend und war auch kein ausschlaggebender Kaufgrund gewesen. Der Titel hatte mich neugierig gemacht, allerdings passt dieser am Ende auch nicht zur Geschichte. Schade.
Insgesamt ist der Schreibstil flüssig und relativ bildhaft gewesen.

Fazit: Dieses Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Meine Erwartungen, nach dem ich den Klappentext gelesen hatte, waren wohl einfach zu hoch. Dadurch hatte die Geschichte keine echte Chance mich bedingungslos zu überzeugen. Der Anfang und das Ende haben mir gut gefallen, die Mitte empfand ich als zu seicht. Wer eine entspannte Unterhaltungslektüre ohne großen Adrenalinverlust sucht, wird hier sein Glück finden.

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Geisel der Leidenschaft von Heather Graham https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2017/03/30/geisel-der-leidenschaft-von-heather/ https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2017/03/30/geisel-der-leidenschaft-von-heather/#comments Thu, 30 Mar 2017 17:23:00 +0000 https://mounddiemachtderbuchstaben.de/2017/03/30/geisel-der-leidenschaft-von-heather/ *Werbung durch Verlinkung*
© Cover: Edel Elements

erschienen im Edel Elements Verlag
Veröffentlicht am 7. November 2016
Übersetzt von Eva Malsch
ca. 335 Seiten
Einzelband
erhältlich als eBook

Brendan of Graham trifft, als blutjunger Krieger auf dem Schlachtfeld von Falkirk, auf Lady Eleanor of Clarin. Er will ihr Leben schonen, obwohl sie eindeutig auf der Seite seines Feindes steht. Doch sie schlägt ihn hinterrücks nieder.
Jahre später soll Lady Eleanor einen reichen, aber alten Mann in Frankreich ehelichen. Während sie auf hoher See zu ihrem Verlobten segelt, wird ihr Schiff plötzlich angegriffen.
Brendan hat seit dem Vorfall in Falkirk bittere Rache, an der Schönheit, geschworen. Als er mit seinen Mannen und seinem Anführer William Wallace nach Frankreich zu König Phillip segelt, entdecken sie ein Piratenschiff. Dieses kapert soeben ein englisches Schiff. Brendan beschließt sich einzumischen. Und so nehmen das Schicksal und Intrigen ihren Lauf.

Die Geschichte spielt zu Beginn des 14ten Jahrhunderts und wird in der dritten Person erzählt. Dabei begleitet der Leser, für die Handlungen und Entwicklungen, wichtige Figuren. Das Augenmerk liegt hier verstärkt auf Brendan und Eleanor. So wird deutlich, was die Protagonisten beschäftigt, welche Beweggründe sie für ihre Handlungen und politischen Einstellungen haben.
Die Handlungsstränge werden in historisch korrektem Kontext eingebaut. Durch den flüssigen und lebendigen Schreibstil erschafft Heather Graham eine spannende und zeitgleich romantische Geschichte. Dabei baut sich der Inhalt logisch und konsequent auf. Ich konnte der Handlung gut folgen und fand die Protagonisten glaubwürdig sowie sympathisch.
Gewürzt wird dieser historische Roman mit Intrigen, Verrat und bedingungsloser Liebe. Die erotischen Szenen werden sanft und schön beschrieben. Besonders amüsant empfand ich den häufigen verbalen Schlagabtausch zwischen Eleanor und Brendan. Wie sie sich gegenseitig hochschaukeln ist wirklich eine wahre Wonne.

Fazit: Ich finde die Geschichte leicht, toll ausgearbeitet und spannend.

Vielen Dank an Edel Elements für das Rezensionsexemplar
Meine Rezension ist davon jedoch nicht beeinflusst worden.

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